Pressemitteilungen

Baden-Württemberg: Förderung von entwicklungspolitischer Inlandsarbeit 2017

Zur Umsetzung der Entwicklungspolitischen Leitlinien Baden-Württembergs sollen baden-württembergische Organisationen in ihrer entwicklungspolitischen Projektarbeit unterstützt werden. Gefördert werden im Rahmen der Ausschreibung entwicklungspolitische Maßnahmen, die sich beispielsweise mit der Vernetzung entwicklungspolitischer Akteure, dem Globalen Lernen, nachhaltigen Konsum oder partnerschaftlichen Beziehungen zu Menschen in Afrika, Asien oder Lateinamerika befassen. Nicht gefördert werden hingegen Auslandsprojekte, Maßnahmen außerhalb des Landes oder profitorientierte Initiativen. Weitere Details zu den Förderrichtlinien der Ausschreibung finden Sie zusammen mit dem Antragsformular hier. Die Einreichungsfrist endet am 30. April 2017. Informationen und Beratung zur Antragstellung sowie die Antragsbearbeitung erfolgen über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ).

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 13 April 2017
Nachhaltigkeitstage 2017

Nachhaltigkeit erlebbar, sichtbar und verständlich machen, das ist das Ziel der N!-Tage (Nachhaltigkeitstage) in Baden-Württemberg, die vom 18. bis 21. Mai 2017 stattfinden. An diesen Tagen sind die Menschen dazu aufgerufen, durch verschiedene Aktionen auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen und ihr Engagement für Nachhaltigkeit der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben der Vorstellung von bereits bestehenden Projekten machen verschiedenste Aktionen, wie Kochkurse, Fahrrad- und- Wandertouren, nachhaltige Stadttouren oder die Initiierung von Gemeinschaftsgärten das Mitmachen für jeden möglich. Ideen für Eigeninitiativen lassen sich auf der Webseite des Nachhaltigkeits-Netzwerks Baden-Württemberg finden. Zum zehnjährigen Bestehen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg werden erstmalig die HeldeN! der Tat mit den besten Aktionen des Jahres gekürt.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 13 April 2017
Institut für Psychotherapie in Dohuk startet Studienbetrieb

Am 2. März eröffnet das Institut für Psychotherapie im nordirakischen Dohuk. Die Landesregierung hat das Institut zusammen mit der Universität Dohuk aufgebaut. Die Ausbildung soll nach deutschem Vorbild ablaufen. Damit leistet Baden-Württemberg einen weiteren wichtigen Beitrag für die Hilfe vor Ort und um Fluchtursachen zu bekämpfen.

„Es gibt Erfahrungen von menschlichem Leid, die man nicht ohne Hilfe verarbeiten kann“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Um die traumatisierten Opfer von Krieg und Gewalt zu unterstützen, hat das Land unter Federführung des Wissenschaftsministeriums gemeinsam mit der Universität Dohuk ein Institut für Psychotherapie im Nordirak aufgebaut. Am 2. März wird das Institut eröffnet.

„Die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Stabilisierung der Aufnahmeregionen von Flüchtlingen sind zentrale Anliegen der baden-württembergischen Landesregierung“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Dies kann aber nur gelingen, wenn die Situation der Geflüchteten vor Ort verbessert wird. Daran arbeiten wir.“

Immenser Bedarf an Therapien im Nordirak

Das Projekt „Psychotherapeutenausbildung an der Universität Dohuk“, wird vom Wissenschaftsministerium koordiniert. Basierend auf den Erfahrungen Baden-Württembergs im Nordirak im Rahmen des Sonderkontingents besonders schutzbedürftiger Frauen und Kinder wurde gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und der Universität Tübingen ein Projekt zur Ausbildung von Therapeutinnen und Therapeuten im Nordirak ausgearbeitet. Kooperationspartner vor Ort ist die Universität Dohuk. Teil der Ausbildung ist auch ein „Train the trainer-Konzept“, mit dem Ziel, dass Absolventen des Studiengangs später selbst Therapeutinnen und Therapeuten ausbilden können.

Bisher gab es keine Psychotherapeutenausbildung im Nordirak. Die Arbeit ausländischer Psychotherapeuten, insbesondere die Arbeit von Herrn Professor Kizilhan im international ausgezeichneten Jesidinnen-Projekt in den Flüchtlingslagern ist jedoch sehr angesehen. Sie hat nicht nur den immensen Bedarf an Therapie aufgezeigt, sondern auch die Bereitschaft geweckt, eine eigene Psychotherapieausbildung zu installieren. Hierbei unterstützt nun das baden-württembergische Engagement.

Die Förderung beträgt dabei:

  • 0,3 Millionen Euro für die Gründung und den Aufbau des Instituts
  • 0,3 Millionen Euro für die Entwicklung eines E-Learning-Moduls
  • 0,4 Millionen Euro für Lehrveranstaltungen in Baden-Württemberg und Dohuk
  • 0,32 Millionen Euro für Stipendien

Ausbildung nach deutschem Vorbild

Die Psychotherapeutenausbildung soll nach deutschem Vorbild (Psychotherapeutengesetz) ablaufen und in Form eines Masterstudiengangs angeboten werden. Hierzu werden Hochschullehrer, hauptsächlich aus Baden-Württemberg, Master-Studierende des an der Universität Dohuk neu eingerichteten Masterstudiengangs „Psychotherapy and Psychotraumatology“ sowohl in Dohuk als auch in Baden-Württemberg unterrichten und zu Ausbildern ausbilden.

Theresia Bauer: „Die psychotherapeutische Arbeit in beiden Ländern wird davon profitieren. Wir erwarten, dass wir von den Studierenden eben so viel lernen, wie sie von uns.“

Der Studienbetrieb startet zunächst mit 30 Studierenden, davon 19 Frauen und elf Männer. Die akademische Vorqualifikation: 19 Psychologen, sechs Sozialarbeiter, zwei Studierende der Pflegewissenschaften, drei Erziehungswissenschaftler. Spätere Einsatzorte werden Flüchtlingscamps, Krankenhäuser und Sozialstationen sein.

Staatsministerium Baden-Württemberg, 1 März 2017
Land begrüßt kanadisches Sonderkontingent für schutzbedürftige Frauen aus dem Irak

Nach baden-württembergischem Vorbild nimmt Kanada ein Sonderkontingent schutzbedürftiger Frauen aus dem Irak auf. Ministerpräsident Winfried Kretschmann würdigte das humanitäre Engagement Kanadas. Es sei ein wichtiges Zeichen, dass Demokratien gemeinsam für Menschen in Not einstehen können.

Der kanadische Minister für Einwanderung, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft, Ahmed Hussen, informierte die Öffentlichkeit darüber, dass Kanada im Rahmen eines eigenen Aufnahmeprogrammes bereits 400 Opfer des so genannten „Islamischen Staates“ aufgenommen hat und bis zum Jahresende 1.200 Menschen aufnehmen will. Als Vorbild für das kanadische Kontingent hatte der Minister dabei das baden-württembergische Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak bezeichnet.

Kretschmann würdigt humanitäres Engagement Kanadas

Ministerpräsident Winfried Kretschmann würdigte das humanitäre Engagement Kanadas: „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass Demokratien gemeinsam für Menschen in Not einstehen können.“ Baden-Württemberg habe der Regierung Kanadas direkt nach dem Antrag des Parlaments Unterstützung angeboten, die auch angenommen wurde. „Ich freue mich, dass wir mit unserem baden-württembergischen Sonderkontingent Vorbild sind und hoffe, dass nun noch mehr Länder tätig werden. Denn wir dürfen uns vom Schrecken der Kriege nicht lähmen lassen“, so Kretschmann. „Mit humanitären Aufnahmekontingenten aus den Krisenregionen heraus helfen wir gerade auch den wirklich Schutzbedürftigen, insbesondere Frauen und Kindern.“

Zu den im Rahmen des baden-württembergischen Sonderkontingents Aufgenommenen gehörte auch Nadia Murad, die selbst ein IS-Massaker und Gefangenschaft überlebt hat und deren Besuch als UN-Sonderbotschafterin in Ottawa im Oktober 2016 zu einem Entschließungsantrag des Parlaments und dann zum eigenen Kontingent Kanadas geführt hat. „Ich habe mit Minister Hussen telefoniert und ihm von Herzen gedankt. Es ist so eine gute Nachricht, dass nach Baden-Württemberg nun auch andere Staaten nicht nur reden, sondern handeln. Vielen Opfern der Terroristen geht es so schlecht, dass ein neues Leben in einem sicheren Land ihre einzige Chance zu überleben ist“, so Murad.

Der für das Sonderkontingent zuständige Staatsminister im Staatsministerium, Klaus-Peter Murawski, lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Kanada. „Es hat einen intensiven Austausch über unsere Erfahrungen und Kontakte im Irak gegeben. Unsere Fachleute wurden sogar im kanadischen Parlament angehört, kanadische Medien berichteten aus Baden-Württemberg. Und wir sehen mit großer Anerkennung, dass die kanadischen Partner fast alle unsere Empfehlungen aufgegriffen haben. Ich kann schon jetzt sagen: Die humanitäre Zusammenarbeit hat die Wertschätzung und Partnerschaft zwischen uns weiter vertieft.“

Staatsministerium Baden-Württemberg, 22 Februar 2017
Hilfe vor Ort für die Menschen im Nordirak

Baden-Württemberg unterstützt die irakische Region Dohuk mit zahlreichen Projekten vor Ort. Die Projekte tragen dazu bei, dass Einheimische und Flüchtlinge eine Bleibeperspektive für sich und ihre Familien im Nordirak sehen. Insgesamt unterstützt das Staatsministerium die Projekte mit 1,1 Millionen Euro. Über weitere 500.000 Euro will die Landesregierung im Frühjahr entscheiden.

„Mit unseren Projekten in der Region Dohuk in der Autonomen Region Kurdistan im Irak setzen wir unser humanitäres Engagement fort, das wir mit dem Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak begonnen haben“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats.

„Die Projekte tragen dazu bei, dass die Menschen in der Region Dohuk – die Einheimischen, die Flüchtlinge aus Syrien und die Binnenvertriebenen – eine Bleibeperspektive für sich und ihre Kinder im Nordirak entwickeln können“, so Kretschmann weiter.

Bereits Ende 2015 hatte Baden-Württemberg mit der irakischen Provinz Dohuk eine gemeinsame Absichtserklärung zur Stärkung der Zusammenarbeit unterzeichnet. „Ziel der Kooperation mit der Provinz Dohuk ist es, die Situation der Geflüchteten vor Ort zu verbessern und die aufnehmende Bevölkerung zu stärken. Während Nahrung und medizinische Leistungen sowie auch Bildungsangebote gegen Geld erworben werden können, fehlen vielen Flüchtlingen die Finanzmittel für die grundlegendsten Bedürfnisse“, betonte Staatssekretärin Theresa Schopper, die die Projekte im Staatsministerium verantwortet. Auch sei beispielsweise die lokale Infrastruktur, vor allem im Bereich der Müllverarbeitung, Gesundheitsvorsorge und Schulbildung, stark überfordert. „Einheimische, Binnenvertriebene und die Geflüchteten aus Syrien sollen also auch strukturell unterstützt werden“, so die Staatssekretärin.

Lokale Projekte vor Ort unterstützen

Bei der Umsetzung konzentriere sich das Staatsministerium derzeit auf drei Projekte mit einem Volumen von insgesamt 1,1 Millionen Euro. Über weitere Projekte in Höhe von bis zu 500.000 Euro werde im Frühjahr 2017 entschieden.

So fördere das Land Baden-Württemberg derzeit mit einem Projekt der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH mit 600.000 Euro die Ertüchtigung der Mülltrennungsanlage Quashie bei Dohuk. „Hier sollen eine Umweltkatastrophe verhindert und weitere Arbeitsplätze, auch für geflüchtete Frauen, geschaffen werden“, sagte Schopper. Die erst wenige Jahre alte, von einem deutschen Unternehmen gebaute Anlage, konnte bisher aufgrund der Stromverknappungen nur in zwei Schichten betrieben werden. Nun wurde ein Generator angeschafft, mit dessen Hilfe der Betrieb von zwei auf drei Schichten erweitert wird. „Dies ist dringend erforderlich, denn im Moment wird der Müll, der nicht getrennt und verarbeitet werden kann, auf Mülldeponien provisorisch gelagert. Es drohen Gefahren für Umwelt, Wasser und die Gesundheit der Menschen. Zugleich bleiben Wertstoffe ungeborgen“, betonte die Staatssekretärin.

Darüber hinaus werden Schutzkleidung und ein Kompoststreuer mit Traktor angeschafft. „Lokale Landwirte haben bereits ihr Interesse an der Verwertung des Komposts angemeldet. Der Kompost bildet dann eine weitere wirtschaftliche Grundlage für den Betrieb der Mülltrennungsanlage. Zudem wird ein Pilotprojekt in einem Camp durchgeführt, um die Müllsortierung vor Ort zu verankern“, sagte Schopper.

Unterstützung für Existenzgründerinnen

Die beiden anderen Projekte werden in Zusammenarbeit mit der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg abgewickelt. Das österreichische Bundesland Vorarlberg beteiligt sich hierbei jeweils mit 50.000 Euro. So fördert das Land die Existenzgründung für erwerbslose, besonders schutzbedürftige einheimische und geflohene Frauen in Dohuk mit 400.000 Euro in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM). „Frauen, die als Witwen ihre Familien unterstützen müssen, werden geschult, mit Hilfe von IOM eine eigene Existenz als Inhaberinnen von Marktständen zu gründen“, so Staatssekretärin Schopper. Der Markt werde spätestens in einem Jahr selbständig von den Betroffenen betrieben und verwaltet und trage sich dann selbst. Zusätzlich zum Markt können weitere Einrichtungen betrieben werden, wie zum Beispiel Freizeitstätten für die Kinder, die betreut werden, während die Frauen arbeiten, oder auch Büros zur psychosozialen und rechtlichen Beratung.

Schulbesuch und Bildung ermöglichen

Darüber hinaus fördert das Land zusammen mit Caritas international den Schulbesuch einheimischer und vertriebener Kinder in Dohuk mit 100.000 Euro im Schuljahr 2016/2017. „Von der sich dramatisch verschlechternden Situation im Nordirak sind besonders die Kinder betroffen. Außerhalb der offiziellen Flüchtlingslager gehen nur 30 Prozent der vertriebenen Kinder zur Schule. Aufgrund der schlechten finanziellen Situation der Familien und der unzureichenden Infrastruktur können die Kinder im Moment nicht an Bildungsmaßnahmen teilnehmen“, betonte Schopper. Das geplante Projekt fördere den Schulbesuch von 1.110 (1.850 mit einer Beteiligung des Bundeslandes Vorarlberg) Kindern und Jugendlichen in der Stadt Dohuk und in drei umliegenden Gemeinden für fünf Monate.

Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Familien spiele eine zentrale Rolle. „Vier Sozialarbeiter und zwei Freiwillige der Caritas Irak arbeiten eng mit den entsprechenden Schulen zusammen und begleiten die Kinder und Jugendlichen bei ihrem Schulalltag. Sie ermutigen die Familien, auch die Mädchen in die Schule gehen zu lassen. Somit werden auch frühe Verheiratungen verhindert“, so die Staatssekretärin. Darüber hinaus trage die Beratung durch lokale Kräfte zur Integration der Binnenvertriebenen, die zum Teil aus stark ländlich geprägten Regionen mit einem hohen Anteil an Analphabeten stammen, in das städtische Umfeld von Dohuk bei. „Um das Heranwachsen einer verlorenen Generation zu verhindern, sind Investitionen in Bildung von hoher Priorität. Der Besuch der Schule ermöglicht den Kindern eine Rückkehr in einen bekannten, strukturierten Alltag und unterstützt damit die dringend notwendige psychologische Stabilisierung der Kinder in einem stark von Unsicherheiten geprägten Umfeld“, ergänzte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Zur Selbsthilfe befähigen

Zusätzlich zu diesen humanitären Projekten unterstützt das Staatsministerium die Studierenden in Dohuk, die am vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie an der Universität Dohuk zu Therapeuten ausgebildet werden sollen mit Stipendien in Höhe von 320.000 Euro (elf Stipendien über monatlich 800 Euro für drei Jahre). Die Stipendiaten verpflichten sich, mindestens fünf Jahre nach ihrer Ausbildung in Dohuk zu bleiben. Um möglichst schnell viele Therapeuten ausbilden zu können, ist ein begleitendes Stipendienprogramm für drei Jahre sinnvoll, damit sich die angehenden Therapeutinnen und Therapeuten (vornehmlich Ärzte, Sozialarbeiter, Lehrkräfte) auf die Therapeutenausbildung konzentrieren können und die Ausbildung nicht berufsbegleitend absolvieren müssen.

Staatsministerium Baden-Württemberg, 10 Januar 2017
Landesregierung legt Indikatorenbericht für 2016 vor

Die Landesregierung hat heute den „Indikatorenbericht 2016 – Statusindikatoren einer nachhaltigen Entwicklung in Baden-Württemberg“ veröffentlicht. Der Bericht misst und überprüft anhand von Kennzahlen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, wie sich Baden-Württemberg in Sachen Nachhaltigkeit entwickelt.

„Den abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit können wir mit Hilfe der Indikatoren in seiner ganzen Vielschichtigkeit regelmäßig messen und so überprüfen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Für die Steuerung des Nachhaltigkeitsprozesses ist es von zentraler Bedeutung, den Status quo zu erfassen.“ Indikatoren seien zum Beispiel die erreichten Bildungsabschlüsse junger Menschen, die Erwerbstätigenquote, die Versorgung der Bevölkerung mit Ärzten oder Kindertagesbetreuungseinrichtungen, das Aufkommen an Haus- und Sperrmüll sowie die Treibhausgasemissionen.

2014 wurde die Nachhaltigkeit Baden-Württembergs erstmals mit Hilfe geeigneter Statusindikatoren differenziert dargestellt und messbar gemacht. Die Entwicklung wird nun im Rhythmus von zwei Jahren fortgeschrieben. „In der Trendbewertung zeigt sich, dass es in einigen Bereichen Verbesserungen gab. So etwa beim Energieverbrauch privater Haushalte oder bei der Eigenkapitalquote“, so Ministerpräsident Kretschmann.

Um ein noch umfassenderes Bild zu erhalten, wurden im aktuellen Bericht weitere Statusindikatoren aufgenommen, so etwa zu „Temperaturentwicklung“, „Inklusion“, „Trend der Unternehmensinsolvenzen“, „Frauen in Führungspositionen“ sowie „Teilnahme von Kindern an Vorsorgeuntersuchungen“. Insgesamt umfasst der Bericht somit nun 53 Indikatoren, die den drei großen Themenfeldern „Ökologische Tragfähigkeit“, „Teilhabe und Gutes Leben“ sowie „Rahmenbedingungen und vermittelnde Faktoren“ zugeordnet sind. Ebenfalls neu im Bericht 2016 ist die Verknüpfung mit den global gültigen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (sogenannte „Sustainable Development Goals“). „Dabei zeigt sich, dass die für die Landesebene gewählten Indikatoren auch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umfassend abbilden“, so der Ministerpräsident.

Umweltminister Franz Untersteller, in dessen Ministerium sich die Geschäftsstelle für die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes angesiedelt ist, betonte: „Der Bericht hilft uns dabei, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger im Land zu erhalten und möglichst weiter zu erhöhen. Außerdem bildet er eine wichtige Grundlage dafür, den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg für die Zukunft zu sichern. Die regelmäßige Überprüfung der Indikatoren mit Hilfe nachvollziehbarer Daten sorgt hierbei für ein hohes Maß an Transparenz.“

Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg

Nachhaltigkeit messbar zu machen gehört zu den zentralen Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg. Dazu wurden in einem breit angelegten Prozess klare und nachprüfbare Ziele für die nachhaltige Entwicklung im Land formuliert. Die Landesregierung wurde dabei vom Beirat für nachhaltige Entwicklung unterstützt und beraten. Die Ziele korrespondieren mit einem neuen System der Berichterstattung. Als erste Säule veröffentlicht die Landesregierung alle zwei Jahre einen Indikatorenbericht, der die Entwicklung zentraler Nachhaltigkeitsindikatoren beschreibt und eine Aussage über den Status quo nachhaltiger Entwicklung im Land ermöglichen soll. In den Nachhaltigkeitsberichten der Ressorts – der zweiten Säule der Berichterstattung – erläutern die Ministerien ihre Ziele einer nachhaltigen Entwicklung und stellen ausgewählte Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele vor. Mit der Entwicklung des Zielkonzepts sowie der umfassenden Berichterstattung über die Nachhaltigkeit im Land nimmt das Land Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle ein bei der systematischen Verankerung von Nachhaltigkeit im Handeln von Politik und Verwaltung.

Der Indikatorenbericht wurde von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) im Auftrag der Geschäftsstelle der Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet.

Der Bericht ist als PDF-Download hier erhätlich.

Staatsministerium Baden-Württemberg, 15 Dezember 2016
Eine-Welt-Preis 2016 feierlich verliehen

Beeindruckendes Engagement für Gerechtigkeit und Verständigung - Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg 2016 feierlich verliehen

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) hat am heutigen Freitag in Anwesenheit von über 250 Gästen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft den Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg 2016 in der Sparkassenakademie Stuttgart verliehen. Es wurden Preisgelder in Höhe von 10.000 Euro vergeben. Schirmherrin der Veranstaltung war Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Ausgezeichnet wurden ein Lebenswerk und neun Initiativen in den drei Kategorien Kinder und Jugendliche, Nicht-Regierungsorganisationen und privates Engagement im Ausland sowie Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg. Alle Preisträger kämpfen in herausragender Weise gegen Armut in Entwicklungsländern und für eine gerechtere und nachhaltigere Welt. „Sie machen deutlich, dass wir nur gemeinsam eine Zukunft haben! Ihre Erfolge sind eine unwiderstehliche Waffe gegen Gleichgültigkeit, Spaltung und Populismus!“, betonte die SEZ-Stiftungsratsvorsitzende Staatssekretärin Theresa Schopper in ihrem Grußwort.

Lebenswerk
Den mit 3.000 Euro dotierten Preis für sein Lebenswerk erhielt Rolf Armbruster aus Albstadt. Die Stiftung würdigt damit den Einsatz des 81-Jährigen in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Kommune Bisoro in Burundi. „Es geht um nicht weniger, als um das Zusammenleben aller Menschen in dieser Welt, um den Schutz unseres Planeten. Es geht um Frieden oder einfacher gesagt, um ein zukunftsfähiges gutes und gerechtes Leben für alle.“, erinnerte der SEZ-Geschäftsführer Philipp Keil nachdrücklich. In Albstadt ist Rolf Armbruster „Mister Bisoro“, denn fast zwanzig Jahre lang gestaltete er maßgeblich die Partnerschaft mit Bisoro und war tragende Säule bei zahlreichen Projekten, sagte Keil. Die etwa 40.000 Einwohner zählende und über 15 Ortschaften verteilte Gemeinde verdankt seinem herausragenden Engagement beispielsweise eine Volkshochschule, sieben Grundschulen für je 600 Schüler, eine Trinkwasserversorgung für 4.500 Menschen, die Alphabetisierung von etwa 4.500 Frauen, Agrarproduktionsstätten und eine Berufsschule für 60 auszubildende Elektro- und Wasserinstallateure. Bisoro gilt inzwischen als Schul- und Bildungsstadt und hat eine Vorbildfunktion für ganz Burundi.

Kinder und Jugendliche
Das Siegerprojekt der Kategorie Kinder und Jugendliche stammt vom Stromberg-Gymnasium in Vaihingen/Enz. Dieses pflegt seit 2002 eine partnerschaftliche Beziehung zu einer Schule in Porto Novo im Benin. Beide Schulen realisieren regelmäßig gemeinsame Projekte. Zuletzt ging es um das Thema Müll und Müllentsorgung. Dabei wurden Müll, Lebensstil und Umwelt in den Heimatorten in Baden-Württemberg und im Benin beleuchtet. Die Schüler erarbeiteten im Benin gemeinsam mit der Kommune, der Schulleitung und örtlichen NGOs ein Müllkonzept. Die Filmakademie Ludwigsburg dokumentiert das Projekt in einem Film. Beeindruckt hat die Jury besonders, dass sich die Jugendlichen in ihrer Partnerschaft auf Augenhöhe begegnen.
Den zweiten Preis erhielt ebenfalls eine Schule. Das Friedrich-von-Alberti-Gymnasium in Bad Friedrichshall verwandelte sich mit seinem Projekt Schule als Zukunftsstaat einen Tag lang in den Staat Albertopolis. Nachhaltigkeit, Fairness sowie soziale und ökologische Verträglichkeit waren dabei zentrale Grundprinzipien. Um das zu erreichen, bereiteten sich die Schüler zwei Jahre lang vor, besuchten Workshops und Vorträge, luden Experten ein und spielten unterschiedliche Gedankenexperimente durch.
Auf Platz drei landete die Naturschutzjugend aus Weil der Stadt. Seit 2010 pflegt sie eine Partnerschaft mit Jugendlichen aus Tansania. Seitdem finden jährlich Besuche statt, abwechselnd in Deutschland und in Tansania. Dabei werden verschiedene Workshops und Projekte realisiert, bei denen der Fokus auf dem Thema Umweltschutz liegt. Beispielsweise bauten die Jugendlichen eine Fahrradwerkstatt auf, setzten ein Imkerprojekt um, pflanzten Bäume und legten Gemüsegärten an.

Nicht-Regierungsorganisationen und privates Engagement im Ausland
Platz eins in der Kategorie Nicht-Regierungsorganisationen und privates Engagement im Ausland belegte der Freiburger Verein AMICA e. V., der mit seinem Projekt Move on in Libyen echte Pionierarbeit leistet. Der Verein baute für libysche Frauen, die unter sexueller und häuslicher Gewalt leiden, Frauenzentren auf und etablierte psychosoziale Beratungsangebote. Die Einrichtungen müssen aus Sicherheitsgründen nach außen hin als Trainingszentren für Computer- und Englischkurse auftreten. Neben konkreten Angeboten für Frauen beinhaltet das Projekt auch flankierende Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit, zur Information über Frauenrechte und zur politischen Lobbyarbeit für Frauen.
Auf Platz zwei gelangte das Solarenergie-Projekt IMAGINE LIGHT des Vereins Love for Life aus Weissach im Tal. Es kommt der indigenen Bevölkerung im ecuadorianischen Amazonasregenwald zugute, deren Überleben massiv bedroht ist. Gemeinsam mit der indigen-geführten Partnerorganisation baut der Verein innovative und zukunftsweisende Technologien auf und schult lokale Kompetenzen und Kapazitäten.
Platz drei ging an den Verein Life-Giving Forest e. V. aus Vaihingen/Enz und sein Projekt Selbsthilfe nach dem Taifun. Menschen mit Behinderung bauten nach dem Tropensturm Haiyin auf den Philippinen sturmfeste Häuser und begannen mit dem Ökolandbau.

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg
Das Eine-Welt-Forum Mannheim erhielt für sein Veranstaltungsformat „Zukunft an Bord – Hafenfahrten zu Nachhaltigkeitsthemen“ den ersten Preis in der Kategorie Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg. Themen wie Globalisierung, Nachhaltigkeit und weltweiter Handel werden an den Ort weltweiten Handels, nämlich den Mannheimer Hafen gebracht. Bei einer Bootsrundfahrt schippern Schulklassen und Interessierte auf den Spuren des Welthandels und erkunden beispielsweise, woher der Kakao für unsere Schokolade kommt und wie wir den Klimawandel beeinflussen.
Über Platz zwei freut sich die Initiative kikuna e. V. aus Dornstadt. Unter dem Projekttitel „Planet Erde sucht Weltbeschützer und Zukunftsgestalter“ will kikuna Kinder, junge Menschen, Familien und pädagogische Fachkräfte für die Themenbereiche globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit begeistern.
Platz drei in dieser Kategorie belegt act for transformation aus Aalen. Zu der Initiative gehören das Um-Welthaus und das Um-Weltzelt. In beiden Wirkungsstätten finden Veranstaltungen zu den Bereichen Globales Lernen, Frieden, Umwelt und Nachhaltigkeit statt. Das Angebot richtet sich an Pädagogen und interessierte Bürger.

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) vergibt den Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg seit 2001 alle drei Jahre. In diesem Jahr geschieht dies erstmalig gemeinsam mit der Ökumenischen Koordination, einem Zusammenschluss der Katholischen Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart sowie der beiden Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg im Bereich der weltkirchlichen, ökumenischen und entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.

Die ersten Preise jeder Kategorie wurden jeweils mit 1.000 Euro dotiert. Das Preisgeld für die zweiten Preise belief sich auf 750 Euro und die Drittplatzierten erhielten 500 Euro. Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro wurden gestiftet von der Ökumenischen Koordination und der SEZ.

Weitere Informationen, die jeweiligen Laudationes und Bildmaterial von der Veranstaltung finden Sie hier.

Kontakt: Nicole Kimmel, Tel. 0711/ 2 10 29-40, E-Mail: kimmel@sez.de

Stuttgart, Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 25 November 2016
Jeder trägt Verantwortung - 5. Stuttgarter Forum für Entwicklung zeigt gemeinsame Wege zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf

Wir brauchen ein neues WIR! Nur gemeinsam und mit vereinten Kräften kann die Transformation unserer Welt in Richtung Zukunftsfähigkeit gelingen, lautete das Fazit des 5. Stuttgarter Forums für Entwicklung in Stuttgart. Rund 600 Teilnehmer diskutierten heute wie die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ konkret in einzelnen Bereichen umgesetzt werden kann. Diese wurde im vergangenen Herbst von allen 193 UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Alle Länder sind nun aufgerufen, ihr Handeln auf das globale Gemeinwohl auszurichten. Um das Wie, um Ideen, gemeinsame Ansätze und Wege ging es bei dem Kongress der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global unter der Schirmherrschaft von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Der Geschäftsführende Vorstand der SEZ, Philipp Keil, rief in seiner Begrüßung dazu auf: „Wenn wir hier vor Ort die Welt zukunftsfähig gestalten wollen, müssen wir uns als Teil des großen Ganzen verstehen. Es ist absolut notwendig, dass die in der Agenda geforderte globale Verantwortung im Rahmen einer globalen Partnerschaft von einer breiten Gesellschaftsmehrheit gelebt und aktiv gestaltet wird.“ Vor allem aber müsse man gemeinsam handeln. Mehr denn je brauche es kreative Ideen, den Willen und die Mithilfe aller, betonte Keil.

Anita Reddy, bei Engagement Global Bereichsleiterin Kommunale Entwicklungspolitik und Bildungsprogramme, hob hervor: „Das Herzstück der Agenda 2030 sind die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele. Im Ziel 11, dem sogenannten „Stadtziel“, geht es um den Aufbau von inklusiven und nachhaltigen Städten, denn die Kommunen spielen eine besondere Rolle für die Lösung globaler Probleme. Hier können gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern konkrete Maßnahmen und strategische Handlungspakete formuliert und umgesetzt werden. Wir unterstützen Kommunen dabei – mit Beratung, Qualifizierung und finanzieller Förderung.“

In seiner Keynote appellierte Graeme Maxton, Generalsekretär des Club of Rome, an die Anwesenden: „Um die SDGs bis 2030 zu erreichen, bedarf es nicht nur einer globalen Kooperation und vieler lokaler Initiativen, sondern auch eines kompletten Umdenkens was die Rolle der Wirtschaft und der Geschäftswelt in unserer Gesellschaft betrifft.“ Eindrücklich zeigte er die planetarischen Grenzen auf und forderte eine Abkehr von dem westlichen Wirtschafts- und Konsummodell.

In zwölf Fachforen und einem Schülerforum diskutierten die Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, dass für den Erfolg der Agenda 2030 ein gutes nationales und internationales Zusammenspiel sowie die Betrachtung der sozialen, ökologischen, ökonomischen und politischen Dimensionen von zentraler Bedeutung sind.

Die Themen der Foren waren breit gefächert. Scharf kritisiert wurden globale Ungleichheiten, etwa im Finanzbereich, oder der Rohstoffhunger der Industrie- und Schwellenländer, der vielerorts Menschenrechtsverletzungen und Umweltbelastungen mit sich bringt. Im Vordergrund jedoch standen die Suche nach Lösungen und die Präsentation von Best Practice Beispielen. Zum Beispiel, auf welche Weise innovative Ansätze wie Multi-Akteurs-Partnerschaften helfen, nachhaltige Lösungen für die bestehenden Herausforderungen zu erarbeiten. Oder wie das globale „Wir“ vor Ort gelebt werden und Integration sowie Teilhabe von Migranten und Geflüchteten am kommunalen Leben gelingen können. Vertreter der Wirtschaft zeigten auf, wie das Engagement deutscher Unternehmen, unter anderem in den Bereichen Bildung, Liefer- und Wertschöpfungsketten oder Erneuerbare Energien die wirtschaftliche Entwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs) vorantreiben kann. Zentral in allen Foren war der Gedanke der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und Kooperation.

Stark vertreten unter den Teilnehmenden war auch die junge Generation. Rund 100 Gäste waren Studierende unterschiedlicher Hochschulen und Schüler verschiedener Gymnasien, für welche speziell ein Schülerforum mit Workshop angeboten wurde.

Deutlicher Ausdruck des „Wir“ war der breite Kooperationskreis, der sich fachlich beim Stuttgarter Forum für Entwicklung einbrachte: Über 30 Organisationen, darunter entwicklungspolitische Institutionen, Ministerien, Kommunen, Unternehmer, Industrie- und Handelskammer, Medien, wissenschaftliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen gestalteten die Fachforen. Zahlreiche Experten nutzten den Kongress für fachlichen Austausch und Begegnung. Eine weitere Plattform zur Vernetzung bot der Markt der Ideen, auf dem sich die am Kongress beteiligten Kooperationspartner präsentierten.

Weitere Informationen finden Sie hier und in der digitalen Pressemappe.

Stuttgart, Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 21 Oktober 2016
Weitere Hilfe für Opfer des syrischen Bürgerkriegs

Baden-Württemberg hat mit einem Sonderprogramm für schutzbedürftige traumatisierte Frauen und Kinder über 1.000 Menschen in Sicherheit nach Baden-Württemberg gebracht. Nach dieser schnellen und unkomplizierten Soforthilfe ergreift die Landesregierung nun auch Unterstützungsmaßnahmen vor Ort, um Folgen des Krieges zu mildern und Fluchtursachen zu bekämpfen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat am Freitag die Jesidin Nadia Murad in New York im Beisein internationaler Regierungsvertreter zur UN Sonderbotschafterin ernannt. Murad war den Schergen des IS entkommen, nachdem nahezu ihre gesamte Familie ausgelöscht wurde. Sie wurde im vergangenen Jahr in das baden-württembergische Sonderprogramm für schutzbedürftige und traumatisierte Frauen und Kinder aufgenommen und in Sicherheit gebracht.

„Wir haben schnell und unkompliziert Hilfe geleistet, wo es am nötigsten war“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die Auszeichnung Murads sei nicht zuletzt auch als internationale Würdigung des baden-württembergischen Programms zu verstehen. Dies habe auch Murads Anwältin, Amal Clooney, in New York gegenüber Wissenschaftsministerin Bauer nochmals betont. „In einem zweiten Schritt geht es nun darum, langfristig Hilfe zu leisten“, so Kretschmann.

„Für uns war von Anfang klar, dass es mit der Aufnahme von Notfällen nicht getan ist, sondern dass wir auch die Situation der Inlandsflüchtlinge im Irak verbessern wollen“, unterstrich der  Ministerpräsident. Baden-Württemberg verfolge dabei mehrere Projekte, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und Fluchtursachen zu mindern.

Unter der Federführung des Wissenschaftsministeriums wird das Land gemeinsam mit der Universität Dohuk ein Institut für Psychotherapie  im Nordirak aufbauen. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Der Aufbau eines Instituts für Psychotherapie in Dohuk im Nordirak soll einen Beitrag leisten, den Weg zur Selbsthilfe zu ebnen. Wir wissen, dass Kriegstraumata sogar generationenübergreifend wirken. Deshalb ist es wichtig, qualifizierte Fachkräfte auszubilden, die in der Lage sind, das psychische Leid der Menschen zu lindern. Leid darf nicht zu Gift werden.“

Das Land wird zunächst eine Million Euro für das Institut bereitstellen. Hinzu kommen rund 320.000 Euro, die als Stipendiengelder für Studierende bereitgestellt werden. Gleichzeitig ist es das Ziel, weitere interessierte Partner einzubinden.

Die Ausbildung ist als Masterstudiengang angesetzt und dauert drei Jahre. Sie richtet sich an Menschen mit akademischer Vorbildung: Ärzte, Krankenschwestern, Pflegekräfte oder Lehrer. Der Aufbau der Studiengänge erfolgt nach Übereinkommen mit der kurdischen Regionalregierung in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und der Universität Dohuk. Die ersten Studierenden sollen Anfang 2017 beginnen können. Spätere Einsatzorte werden Flüchtlingscamps, Krankenhäuser und Sozialstationen sein.

Ein Schwerpunkt soll in der interkulturellen Kompetenz der therapeutischen Ausbildung liegen. Therapien müssen auch den soziokulturellen und kulturhistorischen Kontext der traumatisierten Person berücksichtigen, um wirksam zu sein. Deshalb werden Studierende sowohl in Dohuk als auch in Baden-Württemberg lernen, Fachkräfte aus Deutschland werden in Dohuk arbeiten und ausbilden. Ein Teil der Studierenden soll außerdem durch ein Train-The-Trainer-Konzept befähigt werden, selbst Fachkräfte auszubilden.

„Ein weiterer Aspekt unseres Engagements im Nordirak ist ein bereits begonnenes Projekt mit der Bundesentwicklungsagentur GIZ zur Müllentsorgung und damit zum Schutz vor Seuchen sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den Flüchtlingslagern. Damit haben wir schnell auf Cholerafälle reagiert“, sagte Kretschmann. Weitere humanitäre Projekte gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft SEZ und einheimischen Partnern seien in Planung und sollen bis zum Jahresende ausgewählt sein. Insgesamt habe das Land für die Partnerschaft mit der Region Dohuk drei Millionen Euro bereitgestellt, so der Ministerpräsident.

Staatsministerium Baden-Württemberg, 15 September 2016
Kretschmann empfängt künftige UN-Sonderbotschafterin

Nadia Murad war eine Gefangene der Terrormiliz IS. Mit dem Sonderkontingent der Landesregierung konnte sie nach ihrer Befreiung nach Baden-Württemberg kommen. Ministerpräsident Kretschmann empfing die künftige UN-Sonderbotschafterin für Opfer des Menschenhandels zusammen mit der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney.

Die in Baden-Württemberg lebende Ex-Gefangene der Terrormiliz IS, Nadia Murad, kämpft mit ihrer Anwältin Amal Clooney gegen Menschenhandel. Ministerpräsident Kretschmann hat die 23-Jährige aus dem Nordirak und Clooney, die Ehefrau von Schauspieler George Clooney, in das Staatsminsiterium nach Stuttgart eingeladen. Kretschmann hatte ein Sonderprogramm für missbrauchte Frauen und Kinder aus dem Nordirak initiiert, Baden-Württemberg gewährte rund 1.000 IS-Opfern Schutz.

Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney wirbt um internationale Aufmerksamkeit für das Schicksal der Jesidinnen, die im Irak von der Terrormiliz IS missbraucht werden. Clooney bezifferte die Zahl der Frauen und Mädchen, die sich noch in den Fängen des IS befinden, am Montag in Stuttgart auf rund 3200.

Clooney sagte, sie könne sich nicht erklären, warum das Interesse an dem Leid dieser Menschen so gering sei. Die Anwältin, Ehefrau von Hollywoodstar Georg Clooney, will den Fall Nadia Murad vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen und erreichen, dass die Verbrechen an den Jesidinnen als Völkermord anerkannt und die Täter verurteilt werden.

Verbrechen der Terrormiliz IS ahnden
Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann sagte: „Es ist sehr beeindruckend, was Frau Murad leistet, um die Verbrechen des sogenannten Islamischen Staates weltweit anzuprangern und Frauen und Kinder besser zu schützen“. Kretschmann sagte Murad Unterstützung zu. „Wir sind dankbar, dass Frau Clooney Frau Murad als Beraterin zur Seite steht. Sie trägt mit ihrem Ansehen und ihrer Bekanntheit dazu bei, dass die Verbrechen auch tatsächlich geahndet werden.“

Murad wird an diesem Freitag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen für Opfer des Menschenhandels ernannt. Anwältin Clooney vertritt sie und will ihr Anliegen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen. Für die Landesregierung begleitet Wissenschaftsministerin Theresia Bauer Nadia Murad nach New York.

Sonderkontingent des Landes bringt Frauen und Kinder in Sicherheit
Rund 1.000 traumatisierte Frauen und Kinder aus dem Nordirak sind 2015 und im Januar 2016 in den Südwesten gekommen. Damit hat Baden-Württemberg mit einer bundesweit beispiellosen Initiative von Regierungschef Winfried Kretschmann den Opfern der Terrormiliz Islamischer Staat, vorwiegend Jesidinnen, in großem Umfang geholfen. Die Frauen und Kinder haben in 21 Städten und Gemeinden zwischen Main und Bodensee Aufnahme gefunden.

Das Land übernimmt für das Sonderkontingent die vollen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Gesundheit - also auch Traumatherapien. Für drei Jahre werden etwa 95 Millionen Euro bereit gestellt. Auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben laut Staatsministerium insgesamt rund 100 besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak aufgenommen.

Die IS-Opfer kommen mit körperlichen und seelischen Verwundungen nach Deutschland. Sie mussten bei Massenerschießungen von Männern und Jungen zusehen. Sie erlebten sexuelle Gewalt; das jüngste Vergewaltigungsopfer ist acht Jahre alt. Der IS bildete zudem Jungen zu Kindersoldaten aus.

Staatsministerium Baden-Württemberg, 12 September 2016
Nachhaltigkeit verbindet: Hochschulkooperation des ASA-Programms und des Landes

Das Staatsministerium Baden-Württemberg unterstützt eine Kooperation baden-württembergischer Hochschulen mit dem ASA-Programm, dem entwicklungspolitischen Lern- und Qualifizierungsprogramm der Engagement Global. Das Pilotvorhaben „Nachhaltigkeit verbindet“ (2015-17) fördert das Engagement für globale Nachhaltigkeit in der Wissenschaft. Es ermöglicht Studierenden, internationale Forschungsprojekte mitzugestalten, die sich mit sozialer Ungerechtigkeit, Ressourcenverteilung oder planetaren Grenzen auseinandersetzen – drei Monate in Deutschland, drei weitere Monate bei einer Partnerorganisation des Projekts im Globalen Süden. Anschließend bringen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Impulse durch Vorträge oder Abschlussarbeiten wieder zurück in Lehre und Forschung der eigenen Hochschule – und darüber hinaus. Denn: Eingebettet sind die Projekte in Seminare, die die Teilnehmenden im Sinne des Globalen Lernens dabei unterstützen, sich als Multiplikator/-innen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für eine global gerechte und nachhaltige Entwicklung zu engagieren. In 2016 finden bereits sieben Projekte statt. Auf einem breiten Themenspektrum verbinden sie spannende Nachhaltigkeitsprojekte der Hochschulen mit Praxiserfahrung und gesellschaftlichem Engagement. Für das kommende Jahr berät das ASA-Programm zu Projektvorschlägen, die baden-württembergische Fachhochschulen und Universitäten noch bis zum 15. September 2016 einreichen können.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 17 August 2016
Jugendfilmwettbewerb zum Thema „Schau mal in die Welt – entwicklungspolitischer Film“

Im Wettbewerb um den Jugendfilmpreis Baden-Württemberg haben die Außenstelle Baden-Württemberg/Bayern von Engagement Global, der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e. V. und das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit den Preis „Entwicklungspolitischer Film“ ausgelobt. Gesucht sind junge Nachwuchs-Filmemacher/-innen (bis 22 Jahre) in Baden-Württemberg, die sich filmisch mit entwicklungspolitischen Fragen auseinandersetzen. Zum Beispiel was die Auswirkungen der Globalisierung sind, woran man die Ressourcenkrise erkennt und was der Klimawandel bedeutet. Besonders wird darauf geachtet, dass der Bezug der Themen zur eigenen Gesellschaft und dem eigenen Lebensstil hergestellt wird. Der Preis „Entwicklungspolitischer Film“ ist mit 500 Euro dotiert und wird jeweils in den Kategorien „Kurzfilm“ und „Dokumentarfilm“ vergeben. Die Preisverleihung findet am 04. Dezember 2016 in Stuttgart statt. Auf der Website des Jugendfilmpreises findet sich das Einreichformular sowie Kontaktdaten zum zuständigen Filmbüro Baden-Württemberg.

Einsendeschluss: 31. August 2016

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 15 August 2016
Neue Ausschreibung des Förderprogramms „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für 2016

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg hat eine weitere Förderrunde für das Programm „Förderung beispielhafter Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gestartet. Das Förderprogramm hat die Unterstützung von gemeinnützigen Initiativen zum Ziel, die einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten. Damit sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Entwicklung unter Berücksichtigung globaler Aspekte befähigt werden. Im Rahmen des Förderprogramms können einzelne Bildungsprojekte mit bis zu 20.000 Euro gefördert werden. Das Förderprogramm wird 2016 bereits zum siebten Mal ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 07. Oktober 2016. Alle weiteren Informationen finden Sie hier. Betreut wird das Programm durch das Nachhaltigkeitsbüro der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW).

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 15 Juli 2016
Niemand flieht ohne Grund - Entwicklungspolitisches Jugendforum der SEZ

Diskutiert wurden Ursachen globaler  Fluchtbewegungen und Anstöße für verantwortungsvolles Handeln gegeben

Die komplexen Hintergründe und Ursachen der aktuellen globalen Fluchtbewegungen waren ein zentrales Thema beim 6. Jugendforum zur Entwicklungspolitik der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) am Donnerstag, 7. Juli, im Europa-Park. Rund 160 Schülerinnen und Schüler aus ganz Baden-Württemberg beschäftigten sich außerdem intensiv mit unfairen Arbeitsbedingungen, Welternährung und Hunger, Freiwilligeneinsätzen im globalen Süden und der Frage, welche konkreten, global verantwortungsvollen Handlungsmöglichkeiten es im eigenen Alltag gibt.

"Die Flüchtlingskrise hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie real die Redewendung ‚Die Welt ist ein Dorf‘ geworden ist. Wir müssen erkennen, dass unsere Welt gerechter werden muss und wir globale Probleme nur gemeinsam lösen können“, betonte SEZ-Geschäftsführer Philipp Keil in seinem Grußwort. „Umso wichtiger ist es, Jugendliche, die Entscheidungsträger von morgen, zu sensibilisieren und für global verantwortliches Handeln zu begeistern“, so Keil. Der Beauftragte der Geschäftsführung des Europa-Park, Michael Kreft von Byern, begrüßte im Namen der Unternehmerfamilie Mack und unter strich nachdrücklich die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements für globale Nachhaltigkeit
gerade der jungen Generation. Der Europa-Park ist seit der Auftaktveranstaltung im Jahr 2011 Partner und Sponsor des Jugendforums.

Die Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren kamen von teilnehmenden Schulen aus Achern, Bad Friedrichshall, Denzlingen, Echterdingen, Emmendingen, Filderstadt, Gernsbach, Göppingen, Herbolzheim, Freiburg, Karlsbad, Karlsruhe, Lahr, Offenburg, Stuttgart, Überlingen und Weinheim. In fünf Workshops setzen sie sich mit aktuellen globalen Fragestellungen und Herausforderungen auseinander und diskutierten gemeinsam mit Experten Zukunftslösungen.
Das SEZ-Jugendforum ermöglicht entwicklungspolitisch interessierten Jugendlichen aus ganz Baden-Württemberg den Austausch mit Experten über globale Fragestellungen und Möglichkeiten zu global verantwortungsvollem Handeln sowie
eigenem Engagement. Unterstützt wurde es vom Sponsor Europa-Park sowie von den Kooperationspartnern Aktion Hoffnung, Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), fernsicht iz3w – Aktion Dritte Welt e. V., Jugendstiftung Baden-Württemberg, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und dem Weltladen Herbolzheim.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Stuttgart/Rust, Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 7 Juli 2016
Eine-Welt-Preis 2016 - Bewerbungsfrist verlängert

Im Herbst dieses Jahres verleiht die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) zum sechsten Mal den Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg für herausragendes entwicklungspolitisches Engagement. Gewürdigt wird mit dem Preis das Engagement von Bürger/-innen, Vereinen, kirchlichen Gruppen, Initiativen, Institutionen und Kommunen in Baden-Württemberg. Diese Akteure haben mit ihrem Einsatz einen Beitrag zu einem größeren Verständnis für die Eine Welt und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern geleistet. Die Bewerbungsfrist wurde verlängert: Bis zum 19. August 2016 können sich Interessierte mit ihrer Arbeit für die Kategorien „Kinder und Jugendliche“, „Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) und privates Engagement im Ausland“ sowie „Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg“ bewerben. Die Richtlinien und Unterlagen zur Bewerbung sind auf der Homepage der SEZ erhältlich.

Weitere Informationen:

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)
Werastr. 24
70182 Stuttgart
Ansprechpartnerin: Maria Gießmann
Tel.: 0711/2102920
giessmann@sez.de, www.sez.de

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 10 Juni 2016
Koalitionsvertrag „Baden-Württemberg gestalten: Verlässlich. Nachhaltig. Innovativ“

Am 09. Mai 2016 unterzeichneten in Baden-Württemberg die Parteien Bündnis 90/Die Grünen und die CDU für die Wahlperiode 2016 bis 2021 den Koalitionsvertrag mit dem Titel „Baden-Württemberg gestalten: Verlässlich. Nachhaltig. Innovativ“. Im Vertrag wird die Bedeutung von Nachhaltigkeit hervorgehoben und festgelegt, dass die von der UN verabschiedete „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Grundlage zur Fortführung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie im Lande dienen wird. Auch die Erarbeitung einer Gesamtstrategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ist im neuen Koalitionsvertrag festgehalten. Außerdem wird der Entwicklungspolitik des Landes im Vertrag viel Raum gewidmet: Auf fast zwei Seiten werden Schwerpunkte der Arbeit aufgelistet. Die entwicklungspolitischen Leitlinien dienen weiterhin als Grundlage zur Entwicklungszusammenarbeit des Landes.

Im Vertrag ist ebenfalls festgelegt, wie BNE und das Eine-Welt-Promotor/-innenprogramm gestärkt und weitergeführt werden können. Ebenfalls wird aufgezeigt, mit welchen Maßnahmen dass Baden-Württemberg Fluchtursachen stärker bekämpfen wird, beispielsweise durch die Partnerschaft mit der Provinz Dohuk im Nordirak. Auch die Graswurzelpartnerschaft mit Burundi soll laut Vertrag in der nächsten Wahlperiode vertieft werden.

Den Koalitionsvertrag finden Sie hier.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 19 Mai 2016
Baden-Württemberg und palästinensische Gebiete wollen enger zusammenarbeiten

Das Kultusministerium und die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Esslingen veranstaltete gemeinsam mit Bildungseinrichtungen aus den palästinensischen Gebieten am 6. und 7. Mai 2016 in Esslingen ein zweitägiges internationales Symposium „Palästina heute – Land und Leute – Bildungschancen und Herausforderungen in Palästina“. Bei der Konferenz diskutierten hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter aus der palästinensischen und baden-württembergischen Bildungslandschaft und der Wirtschaft Fragen der Bildung, des Friedens und der Wirtschaftsinvestitionen.

Zu den Ehrengästen gehörte die Grundschullehrerin Hanan al-Hroub, die von der internationalen Jury der Varkey Foundation unter 8.000 Kandidaten zur besten Lehrerin der Welt gewählt wurde. Erstmals seit ihrer Auszeichnung im März 2016 tritt al-Hroub in ihrer Rolle als Preisträgerin des Weltlehrerpreises im Ausland auf. Die Auszeichnung, die mit einer Million US-Dollar dotiert ist, erhielt al-Hroub für ihre Pädagogik der Gewaltlosigkeit in einer Schule bei Ramallah. Ein weiterer Höhepunkt was der Vortrag des Pastors und Leiters der Weihnachtskirche Bethlehem, Dr. Mitri Raheb. Er berichtete als Gründer des privaten evangelischen Dar al-Kalima University Colleges of Arts & Culture über Bildung und Christentum in Palästina. Über Palästina als Wirtschaftsstandort referierte Frank Müller, Vorstand des Stuttgarter IT-Unternehmens Axsos, das seit 2011 in Ramallah eine Niederlassung unterhält.

Während verschiedener Workshops in den Bereichen Film und Medien, Schmuck und Design, Photovoltaik und Esskultur begegneten sich Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Lehrkräfte aus Schulen und Hochschulen aus den palästinensischen Gebieten und aus Baden-Württemberg. So startete beispielsweise die Al-Quds University Jerusalem/Ramallah mit der Filmakademie Ludwigsburg ein kooperatives Filmprojekt.

Ferner unterzeichneten vier berufliche Schulen aus Baden-Württemberg gemeinsam mit beruflichen Schulen in den palästinensischen Gebieten eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit. Zielsetzung der Schulpartnerschaften ist es, Frieden zu vermitteln und das Demokratieverständnis zu fördern. Zu den teilnehmenden Schulen in Baden-Württemberg gehören die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule in Pforzheim, die Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe, die Paul-Kerschensteiner-Schule in Bad Überkingen und die it.schule Stuttgart.

Höhepunkt im kulturellen Rahmenprogramm was der Auftritt des palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad, der in den Kriegsgebieten Syriens „als Pianist in den Trümmern“ öffentlich auftrat, bis Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates im April 2015 sein Klavier in die Luft sprengten. Danach verließ er sein Heimatland. Im Jahr 2015 erhielt er in Bonn den erstmals verliehenen „Internationalen Beethoven-Preis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion“.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 10 Mai 2016
Nachhaltigkeitstage am 03. und 04. Juni 2016

Am 3. und 4. Juni 2016 lädt das Land Baden Württemberg zu den Nachhaltigkeitstagen ein. Während dieser Tage können Teilnehmende in vielfältigen Projekten über Umweltschutz, Recycling, Sport und nachhaltigen Konsum nachdenken. Für die verschiedensten Zielgruppen gibt es Informationsstände und an vielen Projekten können sie sich aktiv beteiligen. Ein Schwerpunktthema ist zwar, wie nachhaltig mit Lebensmitteln umgegangen wird, aber Mobilität und Sport kommen ebenfalls nicht zu kurz.

Teilnehmende haben die Möglichkeit, innovative Ideen zur Nachhaltigkeit und Mobilität einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie können auch bereits durchgeführte Projekte vorstellen. Akteur/-innen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, sind eingeladen, ihre eigenen Aktionen hier anzumelden und teilzunehmen. Anregungen zu Projektideen erhalten Sie ebenfalls auf dieser Seite.

Baden-Württemberg, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft , 13 April 2016
Global Eyes – Augen auf für eine zukunftsfähige Welt

Am 9. März 2016 fand der dritte Global Eyes-Schüler/-innenkongress in Freiburg statt. 480 Schüler/-innen unterschiedlicher Schularten ab der siebten Klasse erfuhren bei diesem Kongress, wie sich ihr Handeln vor Ort auf die Umwelt und die Lebensbedingungen der Menschen weltweit auswirkt. In fünfzig interaktiven Workshops beleuchtete der Kongress Aspekte der weltweiten Vernetzung.

Schüler/-innen diskutierten in einem Rollenspiel die Vor- und Nachteile die entstehen, wenn eine Goldmine gebaut wird, stellten aus vermeintlichem Abfall neue Gegenstände her oder entdeckten, inwiefern Palmöl in Seife oder Schokoriegeln mit Landkonflikten in Indonesien zusammenhängen.

Lehrer/-innen konnten sich über das Konzept des Globalen Lernens informieren und sich über Kooperationsmöglichkeiten mit außerschulischen Akteur/-innen austauschen. Die vollständige Pressemitteilung mit dem Nachbericht zum Kongress kann hier aufgerufen werden.

Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e. V. (DEAB), 11 April 2016
Fünfte Entwicklungspolitische Landeskonferenz

Über 200 engagierte Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Land diskutierten auf der fünften Entwicklungspolitischen Landeskonferenz in Stuttgart die gemeinsame entwicklungspolitische Agenda des nächsten Jahres.

„Der baden-württembergische Weg in der Entwicklungspolitik, der auf die Einbindung der engagierten Bürgerinnen und Bürger setzt, trägt Früchte. Gemeinsam haben wir die Entwicklungspolitik weiter in die Mitte der Gesellschaft gerückt, mit Innovationen bundesweite Akzente gesetzt und für mehr Engagement in der Entwicklungspolitik gesorgt“, machte Minister Peter Friedrich deutlich. Entwicklungspolitik sei mittlerweile eine Querschnittsaufgabe, die alle Ressortbereiche betreffe: Im Bereich der Wirtschaftspolitik vernetzte der entwicklungspolitische Unternehmensdialog Akteure aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft; die neue Beschaffungsanordnung für die Landesverwaltung ermögliche die Anwendung von nachhaltigen und fairen Kriterien beim Einkauf. In der Bildungspolitik werde die Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Leitprinzip der neuen Bildungspläne. Mit dem „campusWELTbewerb“ und dem Austauschprogramm „ASA-Nachhaltigkeit verbindet.“ gebe es neue Angebote für das Engagement an Hochschulen. Schließlich sei die Entwicklungspolitik als internationaler Baustein in die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes integriert.

Mit allen Akteuren abgestimmt und gemeinsam agieren

„Entscheidend bleibt weiterhin, dass wir mit allen Akteuren abgestimmt und gemeinsam agieren – gerade wenn neue Herausforderungen auf uns zukommen, wie etwa die Krise in unserem Partnerland Burundi oder die Problematik von Vertreibung und Flucht. Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist die Grundlage unseres entwicklungspolitischen Handelns. Auch für unsere Partnerschaft mit der Provinz Dohuk, die aktuell im Nordirak unzählige Flüchtlinge beheimatet. Gemeinsam wollen wir für die Menschen eine stabile und nachhaltige Zukunft schaffen“, betonte der Minister.

Breiter Konsens bestand darin, die in Bürgerbeteiligung entstandenen Entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg als gemeinsame Grundlage und Zielvorgabe weiterzuverfolgen. Peter Scherhans, der Beauftragte für den kirchlichen Entwicklungsdienst der evangelischen Landeskirche in Baden, dankte Minister Peter Friedrich im Namen des Rats für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg für sein herausragendes Engagement für die baden-württembergische Entwicklungspolitik: „Dass dieses Politikfeld in unserem Bundesland einen neuen Stellenwert bekommen hat und die Initiativen des Landes in diesem Bereich auch bundesweit Modellcharakter bekommen haben, verdanken wir in wesentlichen Teilen dem großen, persönlichen Einsatz von Minister Friedrich.“ Seine Einladung zur Mitwirkung hätten die zivilgesellschaftlichen Akteure, Kommunen und die Kirchen in Baden-Württemberg gerne aufgegriffen. So sei ein breites Bündnis entstanden, das sich mit den Entwicklungspolitischen Leitlinien eine klare gemeinsame Strategie gegeben habe, die auch durch die Landesregierung und fraktionsübergreifend den Landtag mitgetragen wurde.

„Minister Friedrich hat sich dafür eingesetzt, dass wir in den letzten zwei Jahren zügig in die Umsetzung dieser Strategie gestartet sind: Neben dem Staatsministerium haben Wissenschafts-, Kultus-, Wirtschafts- und Umweltministerium neue entwicklungspolitische Schwerpunkte gesetzt. Hochschulen und Kommunen, Unternehmen und Vereine engagieren sich in bundesweit einmaligen, innovativen Initiativen. Wir hoffen sehr, dass unsere gemeinsamen Leitlinien und unser Zusammenwirken bei deren Umsetzung auch weiterhin die Grundlage für die Entwicklungspolitik des Landes bilden“, so Scherhans.

„Welt:Bürger gefragt!“

Unter dem Motto „Welt:Bürger gefragt!“ hat die Landesregierung im Jahr 2012 einen Beteiligungsprozess angestoßen, in dem neue Entwicklungspolitische Leitlinien für Baden-Württemberg erarbeitet wurden. Auf der Grundlage dieser Leitlinien berät ein Bündnis entwicklungspolitischer Akteure im Land regelmäßig die gemeinsame Agenda für das kommende Jahr. Dieses Beteiligungsformat der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz ist bundesweit einmalig. Bis zur nächsten Konferenz 2017 begleitet der Rat für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg – ein unabhängiges Expertengremium – die Umsetzung der Agenda. Der Beteiligungsprozess beruht auf der Idee der Subsidiarität mit dem Ziel von mehr Effizienz und Kohärenz in der Entwicklungspolitik.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 8 April 2016
Entwicklungspolitik der Deutschen Länder bei FAIR HANDELN in Stuttgart am 30. März - 03. April 2016

Erneut steht die älteste Fach- und Verbrauchermesse für den Fairen Handeln und global und verantwortungsvolles Handeln an: Vom 31. März bis 03. April 2016 findet in Stuttgart die FAIR HANDELN Messe statt. Auch der World University Service (WUS) e. V. wird mit einem Stand zur Entwicklungspolitik der 16 Deutschen Länder und mit dem Gastland Niedersachsen auf der FAIR HANDELN Messe vertreten sein. Mit attraktiven Mitmachaktionen können Besucherinnen und Besucher am Stand Nr. E55 in der Halle 5 das entwicklungspolitische Engagement der Deutschen Länder kennenlernen und erfahren, wie sie sich selbst engagieren können.

Begleitet wird die Messe von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit Fachveranstaltungen und wichtigen Informationen für Verbraucher/-innen. Im Rahmen der Messe findet am 02. April 2016 die Entwicklungspolitische Landeskonferenz statt. Unter dem Motto „Welt:Bürger gefragt!“ organisiert die Landesregierung Baden-Württemberg seit 2012 einen Bürgerbeteiligungsprozess, in dem neue entwicklungspolitische Leitlinien für das Land Baden-Württemberg erarbeitet wurden. Einmal jährlich berät die Entwicklungspolitische Landeskonferenz über die Umsetzung dieser Leitlinien. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklungspolitik der Landesregierung ein.

Die Entwicklungspolitik des Gastlandes Niedersachsen konzentriert sich auf die Partnerschaft des Landes mit der südafrikanischen Provinz Eastern Cape und die Projektzusammenarbeit mit Tansania sowie die entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit in Niedersachsen. Felder der Zusammenarbeit mit dem Eastern Cape sind die qualifizierte berufliche Bildung, Hochschulkooperation, Jugendbegegnung, Kultur und der Sport sowie die Polizei. Als neue Handlungsfelder sind „wirtschaftliche Zusammenarbeit“ und „Erneuerbare Energien“ im Fokus.

Seit 2010 unterstützt Niedersachsen gezielt Projekte in Tansania, die an vorhandene Strukturen anknüpfen. Diese betreffen die Bereiche Nachwuchs- und Forschungsförderung, Aus- und Fortbildung von Fachkräften der Sonderpädagogik, Schulprojekte, Gesundheitsvorsorge/Aufklärung von Jugendlichen, landwirtschaftliche Zusammenarbeit und der Förderung  regenerativen Energien.

Die FAIR HANDELN ist Deutschlands älteste und bedeutendste Fach- und Verbrauchermesse, die Fair Trade sowie global verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln in Wirtschaft, Finanzwesen, Tourismus, Konsum und in der Entwicklungszusammenarbeit aufzeigen möchte. Die Messe ist die wichtigste Verkaufsplattform fairer und nachhaltiger Produkte für den Fach- und Einzelhandel. Darüber hinaus ist sie der Branchentreff für Produzenten, Importeure, Handel, entwicklungspolitische Akteure und Initiativen globaler Nachhaltigkeit. Weitere Informationen zur FAIR HANDELN 2016 finden Sie unter: www.messe-stuttgart.de/fairhandeln.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Länder im Bereich Entwicklungspolitik und der entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationsarbeit sowie zu deren gemeinsamen Auftritten bei bundesweiten Messen und Veranstaltungen finden Sie auf dem Portal Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik:  www.entwicklungspolitik-deutsche-laender.de.

Rückfragen an:
Iuliana Ionica - World University Service - Deutsches Komitee e. V. 
Portal Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik - Goebenstr. 35 - 65195 Wiesbaden 
Tel.: +49 (0) 611 9446170 - www.entwicklungspolitik-deutsche-laender.deportal@wusgermany.de

World University Service e.V., 29 März 2016
Baden-Württemberg: Eine-Welt-Preis 2016

Im Herbst dieses Jahres verleiht die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) zum sechsten Mal den Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg für herausragendes entwicklungspolitisches Engagement. Gewürdigt wird mit dem Preis das Engagement von Bürger/-innen, Vereinen, kirchlichen Gruppen, Initiativen, Institutionen und Kommunen in Baden-Württemberg. Diese Akteure haben mit ihrem Einsatz einen Beitrag zu einem größeren Verständnis für die Eine Welt und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern geleistet. Bis zum 22. Juli 2016 können sich Interessierte mit ihrer Arbeit für die Kategorien „Kinder und Jugendliche“, „Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) und privates Engagement im Ausland“ sowie „Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg“ bewerben. Die Richtlinien und Unterlagen zur Bewerbung sind demnächst bei der SEZ erhältlich.

Weitere Informationen:

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)
Werastr. 24
70182 Stuttgart
Ansprechpartnerin: Maria Gießmann
Tel.: 0711/2102920
giessmann@sez.de, www.sez.de

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 15 März 2016
Land unterstützt Therapeutenausbildung im Nordirak

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt die Ausbildung von Therapeutinnen und Therapeuten in der baden-württembergischen Partnerprovinz Dohuk im Nordirak. Wissenschaftliche Partner sind die Duale Hochschule Baden-Württemberg und die Universität Tübingen. An der Universität Dohuk soll hierzu ein leistungsfähiges Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie aufgebaut werden. Initiiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Villingen-Schwenningen. Ziel ist die Behandlung traumatisierter Flüchtlinge in Kliniken, Betreuungseinrichtungen und in den Flüchtlingscamps vor Ort. Es handelt sich hierbei um ein unmittelbares Folgeprojekt des baden-württembergischen Sonderkontingents der Landesregierung für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak.

Bekämpfung von Fluchtursachen erfordert psychologische Betreuung vor Ort
„Der sogenannte Islamische Staat hinterlässt eine Spur der Verwüstung“, erläutert Ministerin Theresia Bauer ihre Entscheidung. „Tausende Frauen wurden vergewaltigt, Kinder versklavt, Männer hingerichtet. Wenn wir über die die Bekämpfung von Fluchtursachen sprechen, dann gehört dazu eine psychologische Betreuung der zum Teil schwer traumatisierten Menschen vor Ort.“

Erfahrungen aus Flüchtlingscamps lassen dauerhaften Bedarf erwarten
Prof. Jan Ilhan Kizilhan berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen vor Ort: „Es gibt bislang keinerlei Strukturen, die eine dauerhafte Behandlung gewährleisten würden. Hier ist echte Aufbauarbeit gefragt.“  Prof. Kizilhan war im Auftrag der Landesregierung im Zusammenhang mit dem Sonderkontingent besonders schutzbedürftiger Frauen und Kinder aus dem Nordirak tätig. Er erhielt dafür im Rahmen des diesjährigen Geneva Summit for Human Rights and Democracy am 23. Februar 2016 den Geneva Summit 2016 Women’s Rights Award.

Vorgeschlagen wurde er für die Auszeichnung von US-Senatoren.
In Folge dieses Engagements entwickelte er gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Hautzinger von der Universität Tübingen ein Konzept zur Ausbildung von Therapeutinnen und Therapeuten an der Universität Dohuk, an dem sich auch das Kurdistan Regional Government Ministry of Health in Dohuk beteiligen möchte. 

Baden-Württemberg legt den Grundstein - Weitere Unterstützer gesucht
Das Wissenschaftsministerium finanziert den Grundbaustein von rund einer Million Euro. Damit kann die Gründung und der Aufbau eines Instituts an der Universität Dohuk sichergestellt werden. Regelmäßige Lehrveranstaltungen in Baden-Württemberg und Dohuk im Sinne eines wechselseitigen Austauschs sind elementarer Bestandteil der Konstruktion. Darüber hinaus soll ein E-Learning-Modul entwickelt werden. Die Praxisanteile sollen in Flüchtlingscamps, Kliniken und Betreuungseinrichtungen vor Ort absolviert werden.  Um Stipendien für zunächst 30 Auszubildende über einen Zeitraum von drei Jahren sicherzustellen, ist die Initiative auf weitere Mittelgeber angewiesen.  

„Mit der Unterstützung durch das Wissenschaftsministerium möchten wir ein Signal an weitere Mittelgeber senden, sich für das Projekt zu engagieren“, sagt Bauer. Ziel sei es, im Sommer dieses Jahres mit dem Projekt zu starten, um im Frühjahr 2017 mit der Ausbildung beginnen zu können. Ein Teil der angehenden Therapeutinnen und Therapeuten soll darüber hinaus eine Zusatzqualifikation erhalten, um dann im Sinne eines „Train-The-Trainer“-Konzepts künftig in der Lage zu sein, selbst auszubilden.

Baden-Württemberg, Landesregierung, 14 März 2016
Baden-Württemberg kooperiert mit der irakischen Provinz Dohuk

Am Dienstag, den 15.12.2015, unterzeichneten in Stuttgart der baden-württembergische Europaminister Peter Friedrich und der Gouverneur der irakischen Provinz Dohuk, Farhad Ameen Atrushi, eine gemeinsame Absichtserklärung zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Dohuk. Bereits im vergangenen Oktober kam es auf Initiative von Friedrich zu ersten Kontakten und Überlegungen, mit einer Partnerschaft die Ursachen für die aktuellen Flüchtlingsbewegungen in den Krisenregionen zu bekämpfen.

„Bei 5,5 Millionen Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak sind die Strukturen der Provinz Dohuk als Teil der kurdischen Autonomieregion im Nordirak an ihrer Belastungsgrenze. In den Flüchtlingscamps herrschen schwierige Lebensbedingungen, die größte Zahl der Flüchtlinge findet nicht einmal Platz in den Camps. Es gleicht einer humanitären Katastrophe“, so Peter Friedrich.

Absichtserklärung zur Stärkung der Zusammenarbeit unterzeichnet
Die Absichtserklärung wurde am Dienstag im Rahmen der Konferenz „Gemeinsam für Dohuk“ in Stuttgart vorgestellt. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Hochschulen, Stiftungen, Verbänden, Kirchen und Diözesen sowie Kommunen hatten sich an der Konferenz beteiligt. Die zukünftige Zusammenarbeit soll sich insbesondere auf die Gebiete Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Verwaltung, Ausbildung und Bildung konzentrieren. Während der Tagung konnte der Unterstützerkreis für Hilfs- und Ausbildungsleistungen als Teil der Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württembergs in Dohuk erweitert werden. Hiermit soll die Grundlage für ein funktionierendes Netzwerk gelegt werden, um die Kooperation und die kommenden Projekte gut abzustimmen und zu bündeln.

Das Ziel der Kooperation mit der Provinz Dohuk ist es, vor Ort die Situation der Flüchtlinge und auch der einheimischen Bevölkerung zu verbessern. „Wir wollen den Menschen helfen, die Flucht aufgrund von Perspektivlosigkeit nicht als einzige Lösung zu sehen“, sagte Minister Friedrich. „Diskutiert wurden ganz verschiedene Angebote zur Hilfe – von der Spende bis hin zur Universitätskooperation oder Ausbildungsmaßnahmen. Wenn wir jetzt gemeinsam handeln, kann eine nachhaltig wirksame Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Kurdistan-Irak entstehen“. Den Kampf gegen Flucht und Vertreibung müsse man in den Heimatregionen annehmen. „Ich hoffe, dass unsere Kooperation ein Beispiel für andere Bundesländer und europäische Regionen darstellt. Gerade im Kleinen lässt sich viel Großes bewirken“, so Friedrich.

Der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und Regierung Dohuks zur Versorgung der Flüchtlinge würde er großen Respekt aussprechen, sagte Minister Peter Friedrich. „Doch über die akute humanitäre Hilfe hinaus fehlt es in der Provinz auch an mittelfristigen Perspektiven für die Flüchtlinge und auch für die aufnehmende Bevölkerung.

Die Ergebnisse der Konferenz „Gemeinsam für Dohuk“
Die erste von weiteren Konferenzen zur Partnerschaft mit Dohuk hat ein Aktionsbündnis für die weitere Zusammenarbeit aufgestellt, das in den folgenden Monaten stabilisiert und erweitert werden wird. Während der Tagung konnten erste mögliche Kooperationspartner in Baden-Württemberg oder auch deren bereits bestehende Aktivitäten in der Provinz Dohuk ausgemacht werden. Die Mittel des Staatsministeriums werden eingesetzt, um den Partnern zu helfen, ihre Angebote passgenau umzusetzen.

Die Konferenz zeigte, dass eine Vielzahl von Organisationen in Baden-Württemberg schon jetzt dazu bereit ist, die Partnerschaft aktiv zu unterstützen. Die Angebote umfassten etwa die Organisation einer breit angelegten Spendenaktion in der Bevölkerung, die Ausweitung einer bereits bestehenden Universitätskooperation, die Nutzung von Unternehmens-Knowhow oder auch Aus- und Weiterbildungsprogrammen der Kammern. Der Gouverneur der Provinz Dohuk in der Kurdenregion des Nordirak Farhad Ameen Atrushi bedankte sich auf der Konferenz für das deutsche und baden-württembergische Engagement. Er wolle bestehende Hilfsprogramme auch mit eigenen Mitteln unterstützen. „Wir können von Deutschland – dem Land, in dem der Föderalismus am besten funktioniert – viel lernen. Diese Möglichkeit sollten wir wahrnehmen“, sagte der Generalkonsul des Iraks Ali Al-Bayati.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 17 Dezember 2015
Nachhaltigkeitsdialog in Stuttgart - Wir werden die Aufgaben nur gemeinsam lösen

Freiwilliges Handeln oder gesetzliche Regelungen? In Stuttgart fand die zweite Dialogkonferenz zur Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie statt. 170 Bürgerinnen und Bürger brachten ihre Ideen und Anregungen ein. Am 19. Januar 2016 wird die Reihe in Bonn fortgesetzt.

"Wir wollen mit Ihnen ins Gespräch kommen", begrüßte Andrea Thilo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie moderierte die Veranstaltung und ermunterte alle, sich rege zu beteiligen.

Nachhaltigkeit ist für Stuttgart wichtig

"Die Kommunen spielen bei der Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Sie setzen die Konzepte um“, war sich Peter Pätzold sicher. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt in Stuttgart gab in seinem Grußwort gab einen Überblick über die Anstrengungen der Landeshauptstadt.
Eine große Herausforderung stelle die Lage der Stadt dar. Stuttgart liegt in einem Talkessel. Dies präge das Stadtklima, so Pätzold. Wichtig seien daher ein nachhaltiges Flächenkonzept und mehr Bäume. Ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel sehe vor, Flachdächer zu begrünen. Auch bei der Energiewende sei Stuttgart auf einem guten Weg. So nutze die Stadt seit 2012 Ökostrom.

Klimaneutrale Landesverwaltung ist das Ziel

"Wir werden bei der Nachhaltigkeit nur vorankommen, wenn alle mitmachen", so Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg. Er wünscht sich ein starkes Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Daher sei es sei gut, dass die Dialogkonferenzen der Bundesregierung in den Regionen stattfinden.

"Wir machen die Nachhaltigkeit zu einem zentralen Punkt unseres Handels", betonte Untersteller und erläuterte die Ziele der Württembergischen Landesregierung. Bis 2040 soll die Landesverwaltung klimaneutral sein. Die für das Jahr 2020 gesetzten Zwischenziele seien schon jetzt erreicht, erklärte der Minister erfreut.

Noch mehr Menschen sollten einbezogen werden, forderte Untersteller. Es gehe darum, Nachhaltigkeit erlebbar zu machen. Besonders geeignet seien etwa Wettbewerbe oder die Woche der Nachhaltigkeit. In diesem Jahr beteiligte sich Baden-Württemberg mit über 800 Aktionen. Untersteller rief die Teilnehmer auf, ihre Impulse in die Diskussion einzubringen. Die Beiträge können so in die Fortschreibung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie einfließen.

Ein würdiges Leben für alle Menschen dieser Welt

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sei eine Antwort auf die Flüchtlingsproblematik, erläuterte Ingolf Dietrich. Als Beauftragter der Sondereinheit Nachhaltige Entwicklungsziele im Entwicklungsministerium sieht er die Agenda als ein Mittel zur Fluchtursachenbekämpfung. "Ein würdiges Leben für alle Menschen und Wohlstand für alle, aber nicht auf Kosten anderer", das sei die Grundidee der Agenda 2030.

Es sei wichtig, die Agenda im eigenen Land umzusetzen, aber auch gemeinsam mit anderen Ländern in der ganzen Welt. Man müsse sich immer bewusst sein, dass alle in einem Boot säßen: "Was wir in Deutschland tun, hat Auswirkungen auf die ganze Welt", so Dietrich.

Nachhaltigkeit muss Chefsache sein

An der Podiumsdiskussion nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft teil.

Nachhaltigkeitsziele müssten messbar werden. Dafür sprach sich Brigitte Dahlbender aus, Stadträtin und Landesvorsitzende des BUND. Wenn freiwilliges Handeln nicht ausreiche, seien gesetzliche Regelungen zu schaffen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Eventuell müsse es auch Verbote geben, so Dahlbender.

Es sollte es weniger Einschränkungen geben, fordert Wolfgang Schmalz, J. Schmalz GmbH, aus Sicht kleinerer und mittlererer Unternehmen. Wichtig seien mehr Möglichkeiten zu Handeln und weniger Hindernisse. Bei Mittelständlern sei Nachhaltigkeit bereits Chefsache, denn hier denke man schon nach Generationen und nicht nur in Quartalen. Regulierung solle es deshalb in differenzierter Form geben.

Professor Ortwin Renn, Uni Stuttgart und Mitglied der Ethikkommission für sichere Energienutzung der Bundesregierung, unterstrich, dass Nachhaltigkeit nicht verordnet werden könne. Dann bestünde die Gefahr, dass die Flexibilität verloren gehe. Nicht immer seien alle Ziele der Agenda in Übereinklang zu bringen. Die Minimierung einer Sache bedeute oft die Maximierung einer anderen. Wichtig sei es, Prioritäten zu setzen und sich darüber zu verständigen.

Wem nutzen die Agenda-Ziele?, fragte Claudia Duppel, Geschäftsführerin des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden Württemberg. Es dürfe keine neue Armut entstehen. Duppel betonte, mit Appellen an die Menschen allein sei es nicht getan. Doch man müsse klären, was mehr politische Regulierung hieße. Sie plädierte zum Beispiel dafür, mehr Rohstoffe zurückzugewinnen, als neue zu fördern.

Die einzelnen Themen wurden im Tagesverlauf in Workshops vertieft diskutiert.

Die nächsten Konferenzen in der bundesweiten Dialogreihe finden an folgenden Terminen statt: 19. Januar 2016 in Bonn und 11. Februar 2016 in Hamburg.

Bundesregierung, 16 Dezember 2015
Entwicklungspolitische Herbstkonferenz von DEAB

Entwicklungspolitik ist eine Aufgabe, die nur gemeinsam mit der Zivilgesellschaft bewältigt werden kann. Darin waren sich die Politiker/-innen und die Engagierten des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) auf der entwicklungspolitischen Herbstkonferenz „40 Jahre DEAB – und es geht weiter!“ am 23. November 2015 in Stuttgart einig.

Über 80 Gäste, darunter Peter Friedrich (Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten), Hans Joachim Fuchtel (Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Landtagsabgeordnete sowie Vertreter/-innen von Kirchen, Verbänden und Stiftungen, waren anwesend. Als ältestes Landesnetzwerk Deutschlands, das mehr als 150 Mitgliedsgruppen, darunter Weltläden, entwicklungspolitische Aktionsgruppen sowie lokale Netzwerke vertritt, wird der DEAB in den kommenden zwei Jahren Veranstaltungen in ganz Baden-Württemberg zu allen 17 Nachhaltigkeitszielen durchführen.

Unterstützt wird er dabei von den 19 Promotor/-innen des Promotor/- innenprogramms, das der DEAB koordiniert. Minister Peter Friedrich begrüßte das Engagement des DEAB. Baden-Württemberg verfüge über eine entwicklungspolitische Tradition mit umfassenden Strukturen der Selbstorganisation und sei eine Interessensvertretung mit politischer Schlagkraft der Akteure, so Friedrich. „Nachhaltigkeit muss das umfassende Thema sein, das wir immer, bei allem Handeln und Planen, berücksichtigen müssen, über Ressort- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg“, so Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vom Bundesministerium BMZ. Ein ausführlicher Bericht ist auf der Homepage von DEAB zu finden.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, World University Service e.V., 16 Dezember 2015
Bund und Länder beraten über Fluchtursachenbekämpfung und entwicklungspolitische Bildungsarbeit

Die für Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder haben in Berlin zusammen mit dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über Fluchtursachenbekämpfung und entwicklungspolitische Bildungsarbeit beraten.

„Als wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen ist die Entwicklungszusammenarbeit auf Bundesebene und in den Ländern stärker in den Fokus der politischen und allgemeinen Öffentlichkeit gerückt. Eine enge Abstimmung ist für alle politischen Akteure ein bedeutender Schritt“, sagte der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten in Baden-Württemberg, Peter Friedrich, nach einem Treffen mit seinen für die Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Kolleginnen und Kollegen der anderen Länder in Berlin, an dem auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, teilnahm. Auf Initiative von Baden-Württemberg, Bayern und Bremen war dieses Treffen nach mehreren Jahren Pause im vergangenen Jahr wieder zustande gekommen und eine Fortsetzung in diesem Jahr verabredet worden.

Enge Zusammenarbeit unabdingbar

Bei dem Treffen in der Bayerischen Vertretung in Berlin standen der Beitrag der Entwicklungszusammenarbeit zur Fluchtursachenbekämpfung in der Flüchtlingspolitik sowie die entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Mittelpunkt. „Zu beiden Punkten haben wir zwischen Bund und Ländern eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit vereinbart. Wichtig war allen Akteuren die Fortsetzung der im Rahmen von Zukunftscharta und Europäischem Jahr für Entwicklung begonnenen Bürgerdialoge in den Ländern“, sagte Minister Friedrich.

Dohuk-Initiative des Landes soll die Region stabilisieren

Beim wichtigen Thema der Fluchtursachenbekämpfung kündigte Friedrich an, dass Baden-Württemberg im Rahmen der Dohuk-Initiative – vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers – in den kommenden beiden Jahren insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Unterstützung von Flüchtlingen und der Bevölkerung im Nordirak bereitstellen werde. „Die Dohuk-Initiative des Landes soll dazu beitragen, einer drohenden humanitären Katastrophe vorzubeugen und den Menschen helfen, nicht aufgrund von Perspektivlosigkeit die Flucht als einzige Lösung zu sehen“, so der Minister. „Durch die Erweiterung bestehender Kapazitäten in der Region um Hilfsmaßnahmen und entwicklungspolitische Komponenten wollen wir in Zusammenarbeit mit der Provinz Dohuk mithelfen, die Region zu stabilisieren. Mit Hilfe der baden-württembergischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie der Kommunen können wir mittelfristig in Dohuk etwas zum Besseren bewegen.“

Für Bremen wies Staatsrätin Hiller auf die Bedeutung des Fairen Handels hin. Sie betonte, dass gerechte Handelsbeziehungen eine der zentralen Voraussetzungen für eine wirksame Bekämpfung von Armut und Fluchtursachen seien. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung bieten der Bevölkerung in Entwicklungsländern eine Perspektive, um sich im eigenen Land eine Zukunft aufzubauen. Bremen habe sich mit anderen Akteuren erfolgreich dafür eingesetzt, das Thema Fairer Handel in der Handelsstrategie der Europäischen Union zu verankern. Dies sei ein großer Erfolg. Auf Initiative Bremens und seiner Partner wurde mit der geplanten Einführung eines europäischen Wettbewerbs „Stadt für ethischen und fairen Handel“ zudem eine konkrete Maßnahme benannt, um europaweit das Engagement der Kommunen und der Bevölkerung für den Fairen Handel zu erhöhen.

Die Entwicklungszusammenarbeit ist in den Ländern in unterschiedlichen Ministerien angesiedelt. Sie hat keine eigene regelmäßig tagende Fachministerkonferenz.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 27 November 2015
Treffen der Eine-Welt-Promotor/-innen im Welthaus Stuttgart

Der Landesminister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich und Werner Wölfle, als Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser unter anderem zuständig für das Thema Fairer Handel, haben am 24. Juli 2015 die Stuttgarter „Eine Welt Promotor/-innen“ im Welthaus Stuttgart besucht.

Die Fachpromotor/-innen für Fairen Handel, Globales Lernen, Migration und Entwicklung und für Partnerschaftsarbeit mit dem Süden sowie der Regionalpromotor zeigten Highlights aus den ersten zwei Jahren des Programms. Dazu gehört auch die Unterstützung beim Aufbau des Welthauses Stuttgart, das im Oktober 2014 eröffnet wurde.

Minister Friedrich betonte: „Die Vernetzung der entwicklungspolitischen Akteure ist ein zentraler Teil der erfolgreichen Umsetzung der Entwicklungspolitischen Leitlinien der Landesregierung. Das Eine-Welt-Promotor/-innen-Programm trägt genau hierzu bei und durch es sind in Baden-Württemberg professionelle Kerne entstanden, die das bürgerschaftliche Engagement langfristig, strukturell und flexibel fördern und multiplizieren.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 19 August 2015
Ausschreibung "Initiative Meine Deine Eine Welt 2015"

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) in Kooperation mit Engagement Global gGmbH/Servicestelle Kommunen in der Einen Welt lädt zur Teilnahme an der Initiative „Meine. Deine. Eine Welt.“ ein. Ziel ist es, den Menschen im Land die Entwicklungszusammenarbeit näher zu bringen sowie globale Zusammenhänge ins Bewusstsein zu rücken. Jede/r kann sich zusammen mit seiner Gemeinde, Stadt oder Landkreis für die Teilnahme bewerben. Voraussetzung ist die Bildung eines lokalen Netzwerks und Ausarbeitung eines Programms zu Eine-Welt-Themen. Desweiteren sollen die Veranstaltungen, egal ob eintägig oder länger, zwischen 1. September und 31. Oktober stattfinden.

Anmeldungen werden bis zum 25. August entgegengenommen.

Die SEZ unterstützt die Projekte nicht nur mit einem Zuschuss von bis zu 1000 Euro, sondern auch in Form von individueller Beratung sowie Unterstützung bei Vorbereitung und Durchführung der Aktionen. Im Anschluss werden drei Kommunen mit einem jeweils in Höhe von 5000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. Weitere Informationen und einen Rückblick auf „Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt.“ in den Jahren 2006 bis 2013 können auf der Homepage der SEZ abgerufen werden.

Weitere Informationen:
Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)
Ansprechpartnerin: Astrid Saalbach
Tel: 0711/2102980
E-Mail: saalbach@sez.de
Webseite

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 17 Juni 2015
Landtagsanfrage „Entwicklungszusammenarbeit in Baden-Württemberg“ und Antwort der Landesregierung
Baden-Württemberg, Landtag, 16 Juni 2015
Vierte Entwicklungspolitische Landeskonferenz in Baden-Württemberg

„Bürgerinnen und Bürger sind die wichtigsten Träger des entwicklungspolitischen Engagements im Land. Durch deren intensive Einbeziehung in die Entwicklungspolitik des Landes sind sie in den letzten Jahren enger zusammengerückt und haben wichtige Impulse für die entwicklungspolitische Arbeit gesetzt. Es sind neue Aktionsbündnisse entstanden und innovative, bundesweit einmalige Projekte auf den Weg gebracht worden“, sagte der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, Peter Friedrich, bei der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz im Rahmen der Messe FAIR HANDELN in Stuttgart.

Bereits zum vierten Mal trafen sich mehrere Hundert engagierte Bürgerinnen und Bürger aus ganz Baden-Württemberg, um die Umsetzung der baden-württembergischen Entwicklungspolitischen Leitlinien mitzugestalten.

Entwicklungspolitik als Gemeinschaftsaufgabe aller gesellschaftlichen Kräfte
Baden-Württemberg habe die Entwicklungspolitik als Querschnittsaufgabe für die Landesregierung und als Gemeinschaftsaufgabe aller gesellschaftlichen Kräfte definiert. „Dementsprechend sind die Initiativen und Projekte, die wir angestoßen haben, auch äußerst vielfältig“, so der Minister. So werde auf der diesjährigen FAIR HANDELN beispielsweise die „Faire Kiste“ vorgestellt, die ein Konsortium von mehreren Stuttgarter Unternehmen und entwicklungspolitischen Initiativen ist. Ziel sei es, für Firmen, Kanzleien oder Verwaltungen ein flexibel im Internet buchbares Konferenzsortiment an Kaffee, Tee und Gebäck anzubieten.

Auch der „CampusWELTbewerb“ habe sich aus dem Entwicklungspolitischen Dialog ergeben. Dieser innovative Hochschulwettbewerb ziele darauf, Forschung und Lehre, aktive Hochschulgruppen und Uni-Verwaltungen besser zu vernetzen. Mit den kommunalen „Welt-Häusern“ entstehen in den Städten und Gemeinden Orte, an denen Willkommenskultur wachsen kann, globale Verantwortung sichtbar wird und die zum Mitmachen in konkreten Projekten einladen. „Durch unser Engagement ist es gelungen, Baden-Württemberg ein gutes Stück weltoffener zu machen“, so Peter Friedrich. „Wir möchten diesen Weg weiter gehen und noch mehr Menschen davon überzeugen, nach fairen und nachhaltigen Gesichtspunkten zu handeln.“

Die diesjährige Entwicklungspolitische Landeskonferenz lege den Fokus auf die Frage, wie sich Europäische Union, Bund und Länder in entwicklungspolitischen Fragen effizienter abstimmen und die Bürgerschaft dabei aktiv einbinden können. „Diese Fragen werden an Bedeutung gewinnen, da 2015 der Zielzeitraum der internationalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen endet. Denn wir erwarten, dass die Industrienationen - und so mittelbar auch das Land Baden-Württemberg - auf dem UN-Entwicklungsgipfel im September in New York für den Zeitraum von 2015 bis 2030 erstmals eigene entwicklungspolitische Verpflichtungen eingehen werden, um eine nachhaltige und gerechte Entwicklung auf unserem Planeten zu ermöglichen“, betonte Minister Friedrich.

Hintergrundinformationen
Unter dem Motto „Welt:Bürger gefragt!“ hat die neue Landesregierung im Jahr 2012 einen Beteiligungsprozess angestoßen, in dem neue Entwicklungspolitische Leitlinien für Baden-Württemberg erarbeitet wurden. Auf der Grundlage dieser Leitlinien berät das Bündnis der entwicklungspolitischen Akteure im Land die gemeinsame Agenda für das kommende Jahr; das Beteiligungsformat der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz ist bundesweit einmalig. Bis zur nächsten Konferenz 2016 begleitet der Rat für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg, ein unabhängiges Expertengremium, die Umsetzung der Agenda. Der Beteiligungsprozess beruht auf der Idee von entwicklungspolitischer Subsidiarität.

Die Entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg und weitere Informationen zu dem entwicklungspolitischen Dialog der Landesregierung finden sich unter www.baden-wurttemberg.de/weltbuerger-gefragt.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 15 April 2015
Ausschreibung: Förderung von entwicklungspolitischer Inlandsarbeit durch Mittel des Landes Baden-Württemberg 2015

Auf Grundlage und zur Förderung der Umsetzung der Ziele der Entwicklungspolitischen Leitlinien stellt das Land Baden-Württemberg auch in diesem Jahr Fördermittel zur Unterstüzung von baden-württembergischen Organisationen in ihrer entwicklungspolitischen Projektarbeit zur Verfügung. In diesem Sinne werden landesweit Initiativen aufgerufen die Fördermittel des Landes für breitenwirksame Aktivitäten und Maßnahmen in folgenden Feldern zu beantragen:

  •     Informations- und Bildungsarbeit zur entwicklungspolitischen Bewusstseinsbildung
  •     Vernetzung entwicklungspolitischer Akteure: insbesondere zur Einbindung des Engagements von Migranten und Diasporagemeinschaften
  •     Globales Lernen und Studieren
  •     Nachhaltiger Konsum, verantwortliche Beschaffung, Fairer Handel und die entwicklungspolitische Verantwortung von Unternehmen
  •     Partnerschaftliche Beziehungen mit Menschen in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas

Grundsätzlich nicht gefördert werden können Inlandsprojekte mit folgendem Inhalt:

  •     Reine Besucherprogramme
  •     Erwerb einzelner Investitionsgüter
  •     Eigenwerbung und Einwerbung von Spendengeldern
  •     Profitorientierte Zwecke
  •     Projekte, welche bereits begonnen wurden
  •     Projekte, die der Form und dem Zweck nach einer institutionellen Förderung entsprechen würden

Die Einreichungsfrist endet am 15. Mai 2015. Unvollständige oder später eingereichte Anträge können nicht berücksichtigt werden. Über die Projektzusagen entscheidet ein unabhängiges Gutachtergremium.

Informationen und Beratung zu Antragstellung sowie die Antragsbearbeitung erfolgen über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ). Gerne kann im Rahmen der Antragstellung ein persönliches Beratungsgespräch vereinbart werden.

Information und Beratung:
SEZ - Tobias Schill
Tel.: 0711 / 2 10 29-60
E-Mail: schill@sez.de

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 2 April 2015
Minister Friedrich zu Gesprächen mit neuer Regierung nach Tunesien gereist

Eine baden-württembergische Delegation aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft um den Minister für Bundesrat, Europa und Internationale Angelegenheiten Peter Friedrich ist am Mittwoch (18. März 2015) in Tunis eingetroffen.

Nach Ankunft äußerte sich der Minister bestürzt über den heutigen Anschlag in der tunesischen Hauptstadt. „Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und ihren Angehörigen“, sagte Friedrich. „Wir stehen an der Seite Tunesiens und bestärken die Regierung, sich nicht durch Terror von ihrem demokratischen Reformkurs abbringen zu lassen.“ Noch sei die Lage vor Ort unklar. Die Delegationsreise finde aus gegenwärtiger Sicht weiter wie geplant statt, so Friedrich.

„Tunesien hat nicht nur wichtige Reformen eingeleitet, das Land bildet auch aus europäischer Sicht das Tor zum afrikanischen Markt. Tunesien ist von großer Bedeutung für unsere Wirtschaft“, sagte Friedrich. Der Minister reist nach Tunesien, um im Rahmen einer dreitägigen Reise den Gesprächsfaden mit der erst vor wenigen Wochen ins Amt gekommenen neuen Regierung des Landes aufzunehmen. Baden-Württemberg und Tunesien sind in den zurückliegenden Jahrzehnten durch viele Projekte und Kooperationen verbunden, vor allem im Bereich der Wissenschaft, der Bildung, des Sports und zahlreicher Partnerschaften auf schulischer Ebene und zwischen Vereinen.

„Die Veränderungen während des Arabischen Frühlings haben die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern in den vergangenen Jahren erschwert, doch die Vorzeichen haben sich nun verändert“, so Friedrich. Der Minister wird in Tunesien die Gelegenheit haben, mit mehreren Regierungsmitgliedern zusammenzutreffen. Neben Gesprächen mit dem Kooperationsminister Yassine Brahim und dem Industrieminister Zakaria Hamad sind Treffen mit dem Außenstaatssekretär Mohamed Zine Chleyfa, dem Minister für Umwelt und nachhaltige Entwicklung Néjib Darouiche sowie dem Minister für Hochschulen und Forschung Chiheb Bouden geplant. Teilnehmer der Delegation sind neben den Landtagsabgeordneten Winfried Mack (CDU) und Thomas Funk (SPD) auch der Präsident der Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammer Dr. Peter Kulitz, der Direktor des deutsch-französischen Institutes Prof. Dr. Frank Baasner sowie der Generalsekretär der Führungsakademie Baden-Württemberg Thomas Berg.

Am Mittwoch trifft sich die Delegation zu einem Austausch mit Vertretern der Außenhandelskammer (AHK) sowie deutschen und tunesischen Unternehmern aus exportstarken Branchen wie Textil, Nahrung und Gesundheit. Am Donnerstag (19. März) besucht die Delegation die Firma Marquardt aus Rietheim-Weilheim, die 2014 eine hoch moderne neue Betriebsstätte in einem Vorort von Tunis eingeweiht hat, an der 1500 Menschen hochwertige elektromechanische und elektronische Schalter und Schaltsysteme fertigen. Bei Marquardt informieren sich die baden-württembergischen Gäste auch über das Berufsbildungsprojekt „Bridge“, in dem sich das Unternehmen gemeinsam mit dem Bildungswerk der baden-württembergischen Wirtschaft für den Export deutscher Aus- und Weiterbildungsleistungen engagiert.

Geplant ist am Donnerstag auch die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Führungsakademie Baden-Württemberg, der Académie Tuniso Allemande pour la Bonne Gouvernance und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Beisein des zuständigen Generalsekretärs der Regierung Ahmed Zarrouk.

Bei einem Besuch der privaten Université International de Tunis werden am Donnerstag die Kooperationsprojekte der Hochschule unter anderem mit der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim und der Universität Mannheim im Mittelpunkt stehen.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 19 März 2015
Internationale Messe FAIR HANDELN 2015

Vom 9. bis 12. April 2015 findet die siebte FAIR HANDELN Internationale Messe für Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln statt. Als Deutschlands älteste Fach- und Verbrauchermesse der Branche ist sie Verkaufsplattform sowie Informations- und Kontaktbörse für Importeur/-innen, Händler/-innen, kirchliche und staatliche Institutionen, Unternehmen und Verbände, Medien, Entscheidungsträger/-innen aus Politik und Gesellschaft, NGOs und Akteur/-innen sowie interessierte Verbraucher/-innen.

Die Ausstellungsbereiche der Messe umfassen neben dem Fairen Handel u.a. die Themen Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit in Finanzwesen und Tourismus. Die FAIR HANDELN steht unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Fachlicher und ideeller Träger ist die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ). Die SEZ ist außerdem für das attraktive wie informative Rahmenprogramm der Messetage verantwortlich. Auf dem Programm stehen Fachveranstaltungen, Kongresse und Workshops, insbesondere für die Branche, Kommunen, für Entscheider/-innen und Beschaffer/-innen in Firmen und Verwaltung sowie Kinder und Jugendliche. Zudem werden multimediale und interaktive Ausstellungen, Modenschauen, Workshops, Vorträge und Podiumsrunden zu den Messethemen geboten.

2014 boten die Deutschen Länder zum ersten Mal mit einem gemeinsamen Messeauftritt bei der FAIR HANDELN Einblicke in ihre vielfältige Entwicklungspolitik und entwicklungspolitische Bildungsarbeit. 2015 wird dies forgesetzt. Hierbei werden die Länder seitens des World University Service (WUS) unterstützt. Stand 2014 die lebendige Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda im Vordergrund, so wird 2015 der Freistaat Bayern, dessen Entwicklungspolitik auf Grundlage der Leitsätze der Bayerischen Staatsregierung zur entwicklungspolitischen Zusammenarbeit erfolgt, seinen weltweiten Beitrag zur Bekämpfung der Armut, zu einer nachhaltigen und friedlichen Entwicklung sowie zur Völkerverständigung auf der Messe vorstellen (Bericht zum Messeauftritt der Deutschen Länder bei FAIR HANDELN 2014). 

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und World University Service e.V., 4 März 2015
Baden-Württemberg startet neue Partnerschaft mit dem indischen Bundesstaat Maharashtra

„Baden-Württemberg und der Bundesstaat Maharashtra passen wunderbar zusammen, schließlich gehören sie zu den wissenschaftlich und wirtschaftlich stärksten Bundesländer ihres Landes“, so der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich in Mumbai bei der Unterzeichnung zur Begründung einer Länderpartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra.

„Baden-Württemberg verbindet sich mit dieser Partnerschaft noch enger mit einem zukünftigen Schlüsselspieler auf dem Weltmarkt. Beide Seiten sind davon überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit und ein intensiver Austausch dazu beitragen werden, das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft zu stärken und den allgemeinen Wohlstand auf beiden Seiten auszubauen.“

Neben Minister Friedrich wurde die Partnerschaft von Maharashtras Industrieminister Subhash Desai unterzeichnet. Im Mittelpunkt der Absprache, die im Vorfeld der Delegationsreise des Ministers Friedrich nach Indien ausgehandelt wurde, steht eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Informationstechnologie in Forschung und Entwicklung, Bildung und Kultur, urbane Infrastruktur, Weinbau und Tourismus.

Als sogenannter BRICS-Staat ist Indien derzeit Teil der Gruppierung der aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Die Größe der indischen Volkswirtschaft, Demographie und anhaltend hohes Wachstum machen den Subkontinent zu dem nach China wichtigsten Markt der Zukunft. Maharashtra im Westen Indiens trug im Finanzjahr 2012/13 mit 252, 7 Milliarden US-Dollar – beziehungsweise knapp 15 Prozent – den größten Anteil zum Bruttoinlandsprodukts Indiens bei. Der Anteil des Industrie- und Dienstleistungssektor liegt in Maharashtra aktuell bei 87 Prozent, der Landwirtschaftssektor trug knapp 13 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Bundesstaates bei.

Maharashtra ist der industrialisierteste Bundesstaat Indiens und hält mit einem Viertel aller Industrieproduktionen den größten Anteil in diesem Bereich in Indien. Der Bundesstaat ist führend in verschieden Schlüsselbranchen, wie der Automobilindustrie und IT-Industrie oder der Chemie- und Textilbranche.

Mumbai, die Hauptstadt Maharashtras, ist die bevölkerungsreichste Stadt Indiens und die achtgrößte Stadt weltweit. In den vergangenen Jahren hat sich Mumbai zu Indiens wichtigstem Handelsplatz und zu einem der bedeutendsten internationalen Finanzmärkte entwickelt, mit dem Sitz der wichtigsten Aktien- und Rohstoffbörsen Indiens.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 26 Januar 2015
Minister Friedrich auf Delegationsreise in Indien

Der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich reist für fünf Tage nach Indien. Ziel der Reise ist der Bundesstaat Maharashtra mit den Städten Pune, Nashik und Mumbai. Neben politischen Gesprächen steht die Gründung einer Länderpartnerschaft zwischen dem indischen Bundesstaat Maharashtra und Baden-Württemberg im Vordergrund. Diese soll die wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit fördern.

„Maharashtra und Baden-Württemberg verbindet viel. Beide Regionen sind in ihren Ländern Wirtschaftslokomotiven und maßgebliche Wissenschaftsstandorte. Maharashtra ist in verschiedenen Wirtschaftsbereichen in Indien führend – etwa in der Auto- und IT-Industrie sowie der chemischen und Textilindustrie“, so Minister Friedrich. „Auf den Gebieten der Kompetenzentwicklung – wie beispielsweise der Dualen Ausbildung – sowie bei Weinbau und Tourismus, urbaner Infrastruktur, Bildung und Kultur möchten wir unsere bestehenden Kontakte und Kooperationen weiter ausbauen.“

Minister Friedrich wird sich am Mittwoch mit dem Industrieminister Maharashtras Subhash Desai zum Gespräch treffen und dort die Partnerschaft begründen. Auf dem Programm steht außerdem ein Austausch mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Mumbai Snehal Ambekar am Samstag. Friedrich wird auch auf Delegationen der Städte Stuttgart unter Leitung von Oberbürgermeister Fritz Kuhn sowie Karlsruhe unter Leitung von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup stoßen.

Zusammen mit der von Minister Friedrich geleiteten Wirtschaftsdelegation von Baden-Württemberg International (bw-i) findet auf der Reise eine Markterkundungsmaßnahme statt. Hierzu werden verschiedene Termine in Mumbai und ein Wirtschaftsprogramm in Nashik wahrgenommen. Nashik ist ein 150 Kilometer nördlich von Mumbai gelegener, aufstrebender Wirtschaftsstandort, der als Teil des Mumbai-Delhi-Wirtschafts-Korridors langfristig gute Geschäftschancen erwarten lässt.

Etwa 38 Prozent aller indischen Automobilexporte kommen aus Maharashtra. „Es gibt dort ein großes Potenzial für weiteres Wachstum. Deshalb ist es kein Zufall, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra bereits jetzt sehr gut sind. Maharashtra liegt unter den Top drei der Regionen in Indien für Investitionen deutscher Unternehmen, von denen allein in Pune etwa 300 angesiedelt sind“, so Friedrich.

Auch im Hochschulbereich gibt es bereits vielfältige Verbindungen. Bundesweit existieren zwischen Hochschulen in Deutschland und Indien rund 350 Kooperationen. Allein in Baden-Württemberg gibt es über 50 Hochschulkooperationen. Friedrich: „Ziel der Reise ist es daher, neben den wirtschaftlichen auch die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra weiter auszubauen.“

In Pune wird Minister Friedrich am Abendempfang „Smarter Cities – Karlsruhe meets Pune“ der Stadt Karlsruhe und der Handelskammer Mahratta Chamber of Commerce, Industries and Agriculture (MCCIA) teilnehmen. „Mit der Projektpartnerschaft zwischen der Stadt Karlsruhe und dem MCCIA in Pune hat Karlsruhe inzwischen einen wichtigen Baustein auch für die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra etabliert“, so der Minister. Indien ist seit Jahren der Hauptzielmarkt für Karlsruher Auslandsinvestitionen, um Firmen aus der Region den dortigen Markteintritt zu erleichtern. 2013 wurde ein Memorandum of Understanding mit der Handelskammer in Pune geschlossen, seit 2014 unterhält Karlsruhe ein eigenes Marketing- und Kooperationsbüro in der High-Tech-Stadt Pune.

Im Rahmen der seit 1968 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und Mumbai engagiert sich der indische Honorarkonsul Andreas Lapp dieses Jahr zum elften Mal mit seiner in Mumbai stattfindenden Veranstaltung „Stuttgart meets Mumbai“, die sich zu einer zentralen Plattform im Austausch zwischen Deutschland und Indien etabliert hat. Diese wird Minister Friedrich an zwei Tagen besuchen.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 21 Januar 2015
Umweltministerium veröffentlicht Themenheft „Mode und Textil“

Das Umweltministerium hat im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie ein Themenheft zu „Mode und Textil“ veröffentlicht und zum Herunterladen sowie zur Bestellung ins Internet gestellt. Das Themenheft beleuchtet den Lebenszyklus von Textilien von der Herstellung, über den Vertrieb bis zur Altkleidersammlung oder der Restmülltonne. Es beschäftigt sich mit den Herstellungsbedingungen ebenso, wie mit Qualitätskriterien für gesunde und nachhaltige Textilien sowie mit den Themen Kauf, Gebrauch und Pflege von Textilien.

Umweltminister Franz Untersteller hob die Bedeutung von Mode und Textil gerade für jüngere Menschen hervor, deren Lebenswirklichkeit in Deutschland sich sehr viel um diese Begriffe drehe: „Mode und Klamotten sind einfach attraktive Themen. Aber ein T-Shirt oder eine Hose sind eben nicht nur ein T-Shirt oder eine Hose, sondern es sind Produkte, die eine Geschichte haben und die in der Umwelt und bei Menschen Spuren hinterlassen. Es ist wichtig, davon zu wissen.“

Das Themenheft „Mode und Textil“ solle ökologische Zusammenhänge aufzeigen, Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung beleuchten und Denkanstöße geben, sagte Untersteller.

Baden-Württemberg, Umweltministerium, 16 Dezember 2014
Positionspapier „Lokales für Globales“ des 4. Stuttgarter Forums für Entwicklung

Das 4. Stuttgarter Forum für Entwicklung beschäftigte sich am 17. Oktober 2014 unter dem Motto „2015 – und danach? Lokales Handeln für globale Ziele“ vor allem mit der Frage nach der Zukunft der globalen Entwicklungsagenda. Das Ergebnis des Kongresses ist ein Positionspapier, das Forderungen und Handlungsempfehlungen der rund 600 Teilnehmer/-innen zusammenfasst. Besonders herausgestellt werden die große Bedeutung und die Einbindung von Kommunen und zivilgesellschaftlichen Gruppierungen der Entwicklungszusammenarbeit in die internationalen Vereinbarungen zur Post-2015-Agenda. Viele Kommunen seien Pioniere des Wandels und könnten für eine nachhaltige Entwicklung wirksam sein. Als konkreter Handlungsansatz wird in dem Papier vor allem ein zielgerichtetes Zusammenwirken aller Akteure genannt.

Auch die Stärkung und der Aufbau von Wertschöpfungsketten, Arbeitsplätzen, Bildungs- und Ausbildungssystemen und kleinbäuerlicher Landwirtschaft zur Ernährungssicherung sind zentrale Ansätze des Papiers. Das Forum wurde von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH unter Einbindung von 30 verschiedenen Partnern veranstaltet.

Das Positionspapier finden Sie hier.

Baden-Württemberg, Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 15 Dezember 2014
Burundi vor den Wahlen: Minister Peter Friedrich diskutiert vor den Wahlen in Burundi in Stuttgart über Herausforderungen im Partnerland Baden-Württembergs

Besonders die Menschenrechtssituation, die freie Berichterstattung der Medien und die Frage eines fairen Wahlkampfes stehen vor den Wahlen besonders im Fokus der Aufmerksamkeit.

„Die Menschen in Burundi und ihre überaus schwere Lebenssituation haben es verdient, dass wir einen besonderen Blick eines der ärmsten Länder Afrikas werfen. Die Menschenrechtssituation, die freie Berichterstattung der Medien und die Frage eines fairen Wahlkampfes stehen vor den Wahlen besonders im Fokus der Aufmerksamkeit – auch der unseren“, sagte der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich vor der Podiumsdiskussion „Burundi vor den Wahlen – Herausforderungen an den jüngsten Friedensprozess“ beim Ökumenischen Netz Zentralafrika und der SEZ in Stuttgart.

Mit Minister Friedrich diskutieren Pacifique Nininahazwe, Forum pour la Conscience et le Développement (FO.CO.DE) und Forum pour le Renforcement de la Société Civile (FORSC), Rechtsanwalt Hartmut Hamann und Pater Déogratias Maruhukiro. „Baden-Württemberg macht immer wieder gegenüber der Regierung deutlich, dass wir freie und transparente Wahlen und einen fairen Wahlkampf fordern“, sagte Friedrich.

Friedrich hatte sich bei einer Delegationsreise im Mai von der Lage vor Ort ein Bild gemacht. „Wir haben dort bei allen politischen Gesprächen mit Vertretern der Regierung, der inner- und außerparlamentarischen Opposition und der Zivilgesellschaft darauf gedrängt, dass es im Wahlkampf und bei den Wahlen mit rechten Dingen zugeht“, sagte Friedrich. Er habe von der burundischen Regierung ein großes Interesse wahrgenommen und auch der Wunsch nach Wahlbeobachtung sei immer wieder laut geworden. Allerdings, so schränkte Friedrich ein, sei Wahlbeobachtung ein dehnbarer Begriff. „Wenn es nur darum geht, dass alle Stimmberechtigten ihren Zettel in die Urne werfen können, ist das nicht das, was wir uns unter Wahlbeobachtung vorstellen. Wahlbeobachtung beginnt bereits, wenn es um die Vorbereitung der Wahlen und den Wahlkampf der Parteien geht.“

Alle EU-Botschafter hätten sich für die Beobachtung bei der Wählerregistrierung akkreditieren lassen, so Friedrich. „Das Problem ist aber, dass sie nicht überall sein können und Missstände nicht sofort unterbinden können, sondern nur ihre Beobachtungen an die Wahlkommission weitergeben können.“

Ein wichtiges Ziel habe Baden-Württemberg aber bereits erreicht. Im Anschluss an seine Reise hatte Friedrich zusammen mit den politischen Mitgliedern der Delegation, Staatssekretärin Dr. Gisela Splett und den EZ-Sprechern Petra Häffner und Andreas Glück, die Bundesregierung aufgefordert, die Weiterführung des UN-Menschenrechtsbüros in Burundi im Jahr 2015 finanziell zu unterstützen. Nach längerem Hin und Her wurde Ende November ein entsprechendes Dokument zwischen der Bundesregierung und den Vereinten Nationen unterzeichnet. „Darüber sind wir sehr glücklich“, so Friedrich.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 10 Dezember 2014
Erster fair gehandelter Kaffee aus Burundi im Land erhältlich

Wer in dieser Woche zu Gast in einem Ministerium sein wird, könnte in den Genuss des ersten fair gehandelten Kaffees aus Burundi in Baden-Württemberg kommen. „Viele Ministerien werden sich an dieser Aktionswoche beteiligen und ihren Gästen unseren Partnerschaftskaffee aus Burundi servieren“, sagte der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich.

Die Idee des Partnerschaftskaffees sei im Vorfeld seiner Delegationsreise nach Burundi im Mai dieses Jahres entstanden, so Friedrich. „Am Ende der Reise, an der auch der Geschäftsführer eines renommierten Ravensburger Importeurs und Großhändlers für fair gehandelte Produkte teilnahm, hatte diese Firma den ersten Container fair gehandelte Kaffeebohnen bestellt. Dieser wurde kurze Zeit später mit dem Schiff auf seine lange Reise nach Baden-Württemberg geschickt“, so Minister Friedrich.

„Bei der Aktion steht für uns klar der Nutzen für die Menschen in Burundi im Vordergrund“, so Friedrich. „Mit dem Kauf des fair gehandelten Kaffees können die Verbraucherinnen und Verbraucher in Baden-Württemberg dazu beitragen, die Lebensbedingungen der ostafrikanischen Kleinbauern vor Ort zu verbessern.“

Der Kaffee stammt von der Kleinbauerngenossenschaft Mboneramiryango nahe der Stadt Gitega. Diese Genossenschaft umfasst etwa 700 Kleinbauern, die sich erst vor wenigen Jahren zusammengeschlossen haben, um eine Verarbeitungsanlage für Kaffee zu errichten. Diese technischen Voraussetzungen sowie eine unabhängige Fair Trade Zertifizierung waren wichtige Bausteine für die Verarbeitung und Vermarktung des Kaffees.

Wer sich von der besonderen Qualität des Partnerschaftskaffees selbst überzeugen möchte, kann diesen hierzulande ab sofort vorwiegend in Weltläden sowie demnächst in einer Vielzahl von Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäften käuflich erwerben.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 9 Dezember 2014
Stipendienprogramm für Flüchtlinge aus Syrien in Baden-Württemberg

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat sich zufrieden gezeigt, dass der Finanzausschuss des Landtags der Empfehlung der Regierungsfraktionen gefolgt ist, für den neuen Doppelhaushalt im Einzelplan des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst jährlich zusätzlich 1,65 Millionen Euro für ein Stipendienprogramm zugunsten von Flüchtlingen, die vom Bürgerkrieg in Syrien betroffen sind, bereitzustellen. Abschließend entscheiden muss hierüber der Landtag.

„Diese Entscheidung ist ein Signal der Menschlichkeit. Die Lebenswege und -planungen der vom syrischen Bürgerkrieg betroffenen Menschen sind durch die Kriegsereignisse jäh unterbrochen worden. In dem Drama, das diese Menschen persönlich erleben, möchten wir ihnen mit dem bundesweit einmaligen Stipendienprogramm Perspektiven geben“, sagte Ministerin Bauer. Das vom Wissenschaftsministerium entworfene Stipendienprogramm solle dafür sorgen, dass die Potenziale von studienbefähigten Flüchtlingen in Baden-Württemberg nicht brach lägen, sondern diese nach Möglichkeit ihren Bildungsweg hier im Land fortsetzen könnten, so die Ministerin. Theresia Bauer: „Damit setzen wir ein klares Zeichen - auch für schnellstmögliche Integration. Diese gelingt je eher, desto besser. Viele dieser Flüchtlinge werden hier im Land bleiben. Es ist in ihrem und unser aller Interesse, dass ihre vielfach vorhandenen hohen Potenziale schnell gefördert  und von unserer Gesellschaft auch genutzt werden.“

Das Konzept für das Stipendienprogramm sieht die Beratung und Orientierung zu Bildungsangeboten in Baden-Württemberg vor. Weitere Programmelemente können der Besuch eines Studienkollegs und/oder sprachliche Fortbildungen sein. Die fachliche Begleitung der Flüchtlinge während des Studiums spielt ebenfalls eine große Rolle in dem Programm. Zudem sollen sonstige Kosten, zum Beispiel für Lernmittel oder Übersetzungen und gegebenenfalls Beiträge zur Deckung der Lebenshaltungskosten übernommen werden.
Die Unterstützung soll rasch wirksam werden und auf die spezifischen Bedarfe und Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg ausgerichtet werden. Das Wissenschaftsministerium plant, das Programm in Zusammenarbeit mit Partnern im Land und in enger Abstimmung mit dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) umzusetzen.

Die Unterstützung durch das Stipendienprogramm, das so schnell wie möglich im Jahr 2015 starten soll, ist für zunächst 50 vom syrischen Bürgerkrieg betroffene Personen in Baden-Württemberg vorgesehen, die eine höhere Schulbildung durchlaufen haben und ein Studium aufnehmen oder weiterführen wollen.

Bereits das im April 2014 novellierte Landeshochschulgesetz ermöglicht Flüchtlingen, die die nötigen Bildungsvoraussetzungen aufweisen, den Hochschulzugang in Baden-Württemberg, unabhängig von ihrem Aufenthaltstitel.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 1 Dezember 2014
Positionspapier des 4. Stuttgarter Forums für Entwicklung am 17. Oktober 2014 2015 – und danach? Lokales Handeln für globale Ziele

Das 4. Stuttgarter Forum für Entwicklung setzt ein deutliches Zeichen für die Zukunft. Mit dem Titel „2015 – und danach? Lokales Handeln für globale Ziele“ stellte der Kongress die Bedeutung lokaler Akteure angesichts globaler Herausforderungen besonders heraus. Das nun aktuell veröffentlichte Positionspapier unter dem Motto „Stuttgarter Impuls für die Post-2015-Agenda“ fasst Forderungen und Handlungsempfehlungen der rund 600 Teilnehmer zusammen: Ein Weiter-So wie bisher hinsichtlich des industriell geprägten Wirtschafts- und Lebensstils, auch in den Wachstumsmärkten in Entwicklungs- und Schwellenländern, trägt unsere Erde nicht mehr! Vor allem den lokalen Akteuren kommt bei der Gestaltung und Umsetzung einer neuen weltweiten Entwicklungsagenda jetzt eine maßgebliche Rolle zu. Die Ergebnisse des Kongresses fließen nun als zentraler Beitrag mit konkreten Handlungsmöglichkeiten auf nationaler Ebene in die Zukunftscharta des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und international in die lokalen Konsultationen der UNDP zur Beratung einer weltweiten Entwicklungsagenda ein. Das Forum wurde von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH unter Einbindung von 30 verschiedensten Partnern veranstaltet.

„Wenn ein Entwicklungsprogramm die lokale Ebene nicht berücksichtigt, ist es zum Scheitern verurteilt.“, ist eine der zentralen Aussagen des Positionspapiers. Die Einbindung von Kommunen und zivilgesellschaftlichen Gruppierungen der Entwicklungszusammenarbeit in die internationalen Vereinbarungen zur Post-2015-Agenda ist essenziell. Viele Kommunen sind Pioniere des Wandels und können als Innovatoren für eine nachhaltige Entwicklung wirksam sein. Als konkrete Handlungsansätze werden in dem Papier ein zielgerichtetes Zusammenwirken aller Akteure von der kommunalen bis hin zur internationalen Ebene, die Stärkung und Aufbau von Wertschöpfungsketten in den Ländern des Südens zum Aufbau von Arbeitsplätzen sowie Bildungs- und Ausbildungssystemen, die Stärkung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zur Ernährungssicherung und dem Erhalt des vielfältigen und traditionellen Saatguts genannt. Mit Blick auf die lokale Ebene hierzulande wird ein stärkeres faires und ökologisches Beschaffungswesen von Kommunen und Unternehmen gefordert.

Der Vertreter der Vereinten Nationen, Johannes Krassnitzer, betonte im Rahmen des Stuttgarter Forums die Bedeutung der lokalen Ebene: „Wir haben sehr viel erreicht. Die Millennium Development Goals (MDGs) sind am runden Tisch entstanden. Heute diskutieren wir weltweit auf allen Ebenen über die Fortführung. Die Ziele werden von der Basis formuliert, aber von den Nationalregierungen beschlossen.“

Im Sinne der Forderung nach einem zielgerichteten Zusammenwirken aller Akteure ging EU-Kommissar Günther H. Oettinger in der Abschlussdiskussion mit gutem Beispiel voran: Zur Initiierung von Energiepartnerschaften entlang der Partnerschaft Baden-Württemberg Burundi sagte er den Vertretern Burundis seine konkrete Unterstützung zu. Darüber hinaus bet.onte er die Stärke deutscher Kommunen. „Global agieren und lokal aktivieren wird hierzulande zu Recht in den Vordergrund gerückt“, betonte Oettinger. Zudem müsse es gelingen, auf allen Ebenen Menschen auch in Zukunft für Entwicklungsprojekte zu begeistern, sei es auf Zeit oder dauerhaft, sei es im Ehrenamt oder hauptberuflich.

Das 4. Stuttgarter Forum für Entwicklung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stieß bundesweit auf große Resonanz. Rund 30 Organisationen, darunter Ministerien, Städte, wissenschaftliche Einrichtungen und NGOs beteiligten inhaltlich sich zu den Feldern Ernährungssicherung und Landwirtschaft, Umwelt, Wirtschaft, Migration, Gesundheit oder kommunale Entwicklungszusammenarbeit. Zahlreiche Experten nutzten den Kongress für fachlichen Austausch und Begegnung. Unter den Teilnehmern waren auch Experten aus dem baden-württembergischen Partnerland Burundi, der Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo, den Philippinen sowie aus Ghana und Südafrika.

Das Positionspapier sowie Fotomaterial und weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter: www.sez.de, www.engagement-global.de und www.service-eine-welt.de.

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), 30 Oktober 2014
Landesregierung berät Situation der Flüchtlinge im Land

„Wir tun im Land alles uns Mögliche, damit die hier ankommenden Flüchtlinge ein sicheres Dach über dem Kopf haben“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, nachdem im Rahmen der Kabinettssitzung über den aktuellen Stand der von der Landesregierung ergriffenen asylpolitischen Maßnahmen beraten worden war.

„Wenn über Nacht mehrere Hundert Menschen eine Unterkunft und Versorgung brauchen, dann braucht man schnelle und unbürokratische humanitäre Hilfe.“ In der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal sei deshalb eine kurzfristige Unterbringung eingerichtet worden. Außerdem habe die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Teile des ehemaligen Kasernengeländes in Heidelberg für eine kurzfristige Notunterbringung zur Verfügung gestellt. „Das ist ein Kraftakt vieler Beteiligter. Hier verlangen wir wirklich übergroße Anstrengungen von den Kommunen, Landkreisen und Hilfsorganisationen – ihnen allen gilt mein herzlicher Dank“, so Kretschmann.

Erweiterung der Erstaufnahmekapazitäten

Die Landesregierung habe zudem in den letzten drei Jahren die Erstaufnahmekapazitäten verdreifacht und werde in absehbarer Zeit nochmals auf dann insgesamt 4.000 Plätze erhöhen. „Nach dem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss in Meßstetten beginnen wir mit den Vorbereitungen in der Kaserne, damit sie uns noch im Oktober zur Verfügung stehen kann“, sagte Integrationsministerin Bilkay Öney. „Für die Zusammenarbeit mit den Kommunen ist und wird Meßstetten ein gutes Vorbild sein.“ Die Landesregierung sei auch in konstruktiven Gesprächen mit Mannheim, Freiburg und anderen potenziellen Standorten, um weitere drei dauerhafte Landeserstaufnahmeeinrichtungen zu eröffnen. „Solange diese Plätze noch nicht verfügbar sind, werden bei hohen unvorhersehbaren Zugangszahlen befristete Notunterkünfte nicht zu vermeiden sein“, sagte Integrationsministerin Öney.

Flüchtlingsgipfel im Oktober

„Auf dem bereits angekündigten Flüchtlingsgipfel werde ich die Kommunalen Landesverbände, die Kirchen, die Wohlfahrtsverbände und die Interessenvertreter der Flüchtlinge gemeinsam mit den betroffenen Ministerien an einen Tisch holen“, sagte der Ministerpräsident. „Wir müssen gemeinsam nach raschen Lösungen für den akuten Unterbringungsbedarf suchen. Und ich möchte nachhaltige Maßnahmen für einen humanen Umgang mit Flüchtlingen und die Verbesserung ihrer Lebenssituation diskutieren.“

Notwendige Änderungen im Bundesrecht

Im Moment sei die Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge in Gewerbegebieten aufgrund der aktuellen Rechtsprechung kaum möglich. Natürlich sei es nicht Ziel, Flüchtlinge in Gewerbegebieten unterzubringen. Aber zumindest in besonderen Zugangssituation sollte es vorübergehend möglich sein, so Öney. Eine Bundesratsinitiative, die auf die hierfür erforderlichen Änderungen der Baunutzungsverordnung des Baugesetzbuchs hinwirkt, stimmt die Landesregierung derzeit mit Hamburg und anderen Ländern im Bundesrat ab.

Hinsichtlich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, betonte Öney weiter, solle durch eine Änderung der Durchführungsverordnung zum Flüchtlingsaufnahmegesetz sichergestellt werden, dass nicht nur die grenznahen Kreise mit deren Betreuung konfrontiert werden. „Landesseitig können wir aber nur für asylsuchende Jugendliche eine solche Verteilung organisieren“, ergänzte Ministerin Öney.

Neues Flüchtlingsaufnahmegesetz

Die Landesregierung habe bereits in den letzten Monaten umfassende Verbesserungen für die Aufnahme- und Unterbringungssituation der Flüchtlinge auf den Weg gebracht. „Das neue Flüchtlingsaufnahmegesetz hat wesentliche Verbesserungen für die Unterbringung der Flüchtlinge gebracht, zum Beispiel mehr Wohnraum, die Unterbringung in Wohnungen, Sprachangebote, Geld- statt Sachleistungen oder eine unabhängige Flüchtlingssozialarbeit“, betonte die Integrationsministerin. „Auch für die Kostenerstattung der Stadt- und Landkreise hat die Landesregierung viel Geld in die Hand genommen.“ So wird die Einmalpauschale nochmals um ca. 1.400 Euro auf fast 14.000 Euro pro Person bis 2016 erhöht. Aktuell sind im Haushalt 2014 für die Pauschale 230 Millionen Euro vorgesehen. Derzeit sei man gemeinsam mit den Kommunalen Landesverbänden zudem dabei, diese Pauschale unter Berücksichtigung aller Kostenanteile auf ihre Auskömmlichkeit zu überprüfen.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 22 September 2014
Noch bis zum 30. September: Förderanträge „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“

2014 gibt es eine weitere Förderrunde des Programms „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Mit bis zu 20.000 Euro können Bildungsprojekte, die sich im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für eine aktive Gestaltung der ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten globalen Entwicklung einsetzen.

In den vergangen Förderrunden von 2011 bis 2013 konnten von 162 Anträgen 39 Projekte gefördert werden. Betreut wird das Förderprogramm durch das Nachhaltigkeitsbüro der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe.

Bis zum 30. September 2014 können die Förderungsanträge postalisch an die LUBW gesendet werden. Das Antragsformular ist auf der Homepage der LUBW zu finden.

Baden-Württemberg, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW), 16 September 2014
Vom Projekt zur Struktur – Neues BNE-Multiplikatorennetzwerk

Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport hat in einer Qualifizierungsmaßnahme 60 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bereich der Schulverwaltung und der Seminare für Didaktik und Lehrkräftebildung für die Etablierung der Bildung für nachhaltige Entwicklung im baden-württembergischen Bildungssystem qualifiziert.

Die Qualifizierung fand im Rahmen der Bildungsinitiative „Lernen über den Tag hinaus – Bildung für eine zukunftsfähige Welt“ statt, die zwischenzeitlich als offizielle Maßnahme der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet wurde. Ziel der Bildungsinitiative ist die strukturelle Etablierung der Bildung für nachhaltige Entwicklung am Lernort Schule.

Dabei sollen – in einem weiten Verständnis – „alle“  im Schulsystem eingebunden Akteure erreicht werden. Erarbeitet wurde die Initiative in einem partizipativen Prozess im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes.

Baden-Württemberg, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, 20 August 2014
Gemeinschaftsprojekt von Bund, Land und Städtetag zu Entwicklungshilfe

Lokale Maßnahmen für globale Entwicklungszusammenarbeit sind notwendig. Davon sind Peter Friedrich, der für internationale Angelegenheiten zuständige Landesminister, und OB a. D. Gudrun Heute-Bluhm, das neue Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, überzeugt. In dem vom Land Baden-Württemberg geförderten und der Landeshauptstadt Stuttgart unterstützten Kooperationsprojekt ENGAGEMENT KOMMUNAL. VERANTWORTUNG GLOBAL. des Städtetags mit dem Bund (Engagement Global) sollen daher Kommunen für lokale Entwicklungshilfemaßnahmen gewonnen werden.

Die Städtetagschefin und der Minister informierten sich über den aktuellen Stand des im Frühjahr 2014 gestarteten Projekts. „Mit diesem Projekt erhalten Kommunen als maßgebliche Akteure der Entwicklungszusammenarbeit Hilfe bei ihrem wertvollen Engagement für unterstützungsbedürftige Menschen in anderen Regionen der Welt“, freut sich Minister Friedrich. Er hofft, „dass sich durch dieses Projekt noch mehr Kommunen für die vielfältigen Herausforderungen kommunaler Entwicklungspolitik begeistern und wir so für unser wichtiges gemeinsames Anliegen neue Mitstreiter gewinnen können“.

OB a. D. Heute-Bluhm ist von der guten Resonanz bei Kommunen auf erste Angebote angetan: „Unser Projekt zeigt, dass sich viele Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg bereits engagieren oder engagieren wollen. Da kommunale Entwicklungspolitik sehr vielschichtig ist, sind sie dankbar für die Koordination und Unterstützung durch unsere Projektstelle. In die kommunale Entwicklungspolitik sind viele Bereiche einer Kommunalverwaltung involviert, von fairem Handel über die Integration von Menschen aus aller Welt bis zum gemeinsamen Engagement von Städten für hilfsbedürftige Partnerkommunen.“

Das Projekt ENGAGEMENT KOMMUNAL. VERANTWORTUNG GLOBAL. ist bundesweit einzigartig.

Im ersten Projektjahr geht es insbesondere um die Sensibilisierung der Entscheidungsträger in den Kommunen. Eine Publikation, die zur Städtetagshauptversammlung am 23. Oktober 2014 in Reutlingen erscheint, wird über vielfältige entwicklungspolitische Ansätze und Erfolge von Kommunen aller Größenordnungen informieren.

ENGAGEMENT KOMMUNAL. VERANTWORTUNG GLOBAL. beruht auf den Entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg vom Februar 2013. Das entwicklungspolitische Engagement der Kommunen wird darin als „unverzichtbar“ bezeichnet.

Baden-Württemberg, Staatsministerium / Städtetag Baden-Württemberg, 18 August 2014
Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg am 11. und 12. Juli 2014

Unter dem Motto „Wir setzen ZeicheN!“ finden am 11. und 12. Juli 2014 zum zweiten Mal die landesweiten Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg statt. Aktionsschwerpunkte sind dieses Jahr die Themen „Sport und Nachhaltigkeit“ sowie „Nachhaltige Ernährung“.

„Bei einer der über 400 Aktionen im ganzen Land kann jeder Einzelne ein Stück Nachhaltigkeit persönlich erleben“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller im Vorfeld der Nachhaltigkeitstage heute (10. Juli). Ob kostenlose Energieberatung, Spaziergänge und Radtouren zu Nachhaltigkeitszielen oder Aktionen zur Müllvermeidung und zum Recycling, bei den Nachhaltigkeitstagen sei für jeden etwas dabei. „Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, das abwechslungsreiche Programm zu nutzen und sich über die vielfältigen Möglichkeiten zu informieren, im Alltag einen eigenen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unseres Landes zu leisten.“

Der Umweltminister selbst nimmt während den Nachhaltigkeitstagen an insgesamt sieben Veranstaltungen teil: Am 11. Juli um 15 Uhr besucht Franz Untersteller die Aktion „Hier wächst was! Mein „Kinder-Garten“ in der Stadt Stuttgart“ am Verkehrskreisel zwischen Neuem und Altem Schloss in Stuttgart. Danach besichtigt er um 16 Uhr bei der „Urban Gardening Exkursion Stuttgart“ den Stadtacker Wagenhallen. Bei der Abendveranstaltung „Spotlight N!“ in Fellbach diskutieren Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltminister Franz Untersteller mit Mitwirkenden der Nachhaltigkeitstage über so unterschiedliche Themen wie den Zusammenhang zwischen Mode und Energieverbrauch, regionale und faire Lebensmittel oder Sport und Nachhaltigkeit.

Am 12. Juli besucht der Minister um 10 Uhr den Aktionstag in der Spielberger Mühle in Brackenheim und nimmt um 11 Uhr an der „Zucker und Brot – Erlebnistour vom Boden bis zum Teller“ in Heilbronn/Frankenbach teil. Um 12:45 Uhr besucht er die Klima- und Energiewerkstatt des Aktionsbündnisses Energiewende in Heilbronn, bevor er um circa 14:30 Uhr in Obersulm ein Baumhaus im Naturerlebnisraum Sulmaue einweihen wird.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 11 Juli 2014
Minister Friedrich trifft Burundis Staatspräsidenten Nkurunziza

Peter Friedrich, Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, hat Burundis Staatspräsidenten Pierre Nkurunziza in Burundis Hauptstadt Bujumbura zu einem Gespräch getroffen.

„Wir haben ein sehr offenes Gespräch geführt, in dem es nicht nur über Kooperationen zwischen Baden-Württemberg und Burundi ging, sondern auch über die angespannte Situation vor den Präsidentschaftswahlen in im kommenden Jahr“, sagte Minister Friedrich nach dem Treffen.

„In diesem Rahmen habe ich dem Staatspräsidenten auch angeboten, dass Baden-Württemberg die Vorbereitung der kommenden Wahlen unterstützen könnte“, so Minister Friedrich. „Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, den Aussöhnungsprozess der burundischen Gesellschaft zu unterstützen, der das friedliche Zusammenleben der Menschen dort voranbringen soll.“

Im Rahmen der Delegationsreise des Ministers nach Burundi (26. bis 31. Mai 2014) haben die Ravensburger FairTrade-Organisation dwp und eine burundische Kaffee-Kooperative auch einen Vertrag über den Kaffeevertrieb unterzeichnet. Ab September werde die Kooperative demnach Kaffee an dwp liefern. „Ich freue mich, dass wir mit diesem Kaffee bald das erste fair gehandelte Produkt aus Burundi hierzulande im Handel haben werden“, sagte Friedrich.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 10 Juni 2014
Minister Friedrich zu Gast im Partnerland Burundi

„Eine Partnerschaft zweier Länder basiert darauf, dass man sich ein Bild macht vom jeweiligen Partnerland und vor Ort Projekte und Initiativen identifiziert, die gemeinsam gefördert und vorangetrieben werden können. Erst dann wird die Partnerschaft mit Leben gefüllt“, sagte der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, Peter Friedrich, zu Beginn seiner Reise ins afrikanische Burundi vom 26. bis 31. Mai 2014.

Zum Auftakt kam Minister Friedrich mit dem ersten und zweiten Vizepräsidenten sowie dem Wissenschaftsminister und dem Senatspräsidenten zusammen. Am Freitag fand ein Treffen mit dem Staatspräsident Burundi Pierre Nkurunziza statt. „Ich habe im Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern der burundischen Regierung nochmals betont, wie wichtig die kürzlich unterzeichnete Partnerschaftsvereinbarung für Baden-Württemberg und Burundi ist. Wir waren uns einig, dass die wertvollen Projekte, die auch über die schweren Jahre des Bürgerkriegs hinweg getragen haben, wichtiger Bestandteil unserer lebendigen Partnerschaftsarbeit sind“, so Friedrich. Am Nachmittag traf Minister Friedrich die Botschafter der Europäischen Union, Frankreich, Niederlande, USA und der Schweiz sowie Vertreter diverser Banken zu Gesprächen. Hierbei wurden wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten Burundis diskutiert. Der Minister wolle aber nicht nur die Regierungsseite Burundis treffen. „Zu einer lebendigen Demokratie gehört auch eine Opposition, die sich aktiv einbringt. Deshalb werde ich in den nächsten Tagen auch Gespräche mit Vertretern der Oppositionsparteien führen“, betonte er.

Für die weiteren Tage seiner Reise wurden Besuche an Schulen und Gesundheitseinrichtungen durchgeführt. Der Minister besuchte beispielsweise ein Gesundheits-zentrum und eine Schule für mehr als 800 Kinder und Jugendliche, die von der Fondation Stamm getragen werden. „In der Schule werden unter anderem pharmazeutisch-technische Angestellte ausgebildet. Das sichert dem Gesundheitssektor qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in Burundi bislang einmalig“, so Friedrich. Zudem besichtigte der Minister ein Krankenhaus, an dem sich die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und der Rotary-Club Horb/Oberer Neckar finanziell und mit Sachspenden sowohl am Auf- und Ausbau als auch an der medizinischen Ausstattung beteiligen. Beim Besuch des Zachäus-Hauses in Gitega - einem Behinderten- und Waisenzentrum, das vom Hechinger Missionsausschuss unterstützt wird - informierte sich der Minister über die Situation von Menschen mit Behinderung und elternlosen Kindern.

Am Mittwochnachmittag (28. Mai 2014) findet das Pendant zur Burundi Akteurskonferenz statt. „Wir haben auf der Burundi Akteurskonferenz im Februar in Deutschland erste Ideen zur weiteren Ausgestaltung der Partnerschaft mit Burundi entwickelt. Wir wollen dies nun auch in Burundi tun“, kündigte Friedrich an. „Ziel der Konferenz ist es, eine weitere Verstetigung der Arbeit und eine bessere Vernetzung der Akteure zu erzielen.“

Staatsministerium, Baden-Württemberg, 28 Mai 2014
Land unterzeichnet Partnerschaftsvereinbarung mit Republik Burundi

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Minister für Auswärtige Beziehungen und internationale Zusammenarbeit der Republik Burundi, Laurent Kavakure, haben in Stuttgart eine förmliche Partnerschaftsvereinbarung zwischen Baden-Württemberg und Burundi unterzeichnet.
„Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit Burundi in gegenseitigem Respekt und in partnerschaftlichem Miteinander weiter vertiefen. Unser klares Ziel ist es, eine nachhaltige globale Entwicklung, Frieden und weltweite Gerechtigkeit sowie Demokratie und Menschenrechte zu fördern“, sagte Ministerpräsident Kretschmann.

Dabei sollen nicht die Regierungen und Parlamente beider Seiten im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen, sondern vor allem Kommunen, Kirchen sowie die Zivilgesellschaft mit ihren Stiftungen, Unternehmen und Vereinen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen ebenfalls an der Partnerschaftsarbeit beteiligt werden. „Viele kleine wertvolle Graswurzelprojekte haben die Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Burundi auch über die schweren Jahre des Bürgerkriegs hinweg getragen. Dieses wertvolle Engagement wollen wir nicht vergessen,“ betonte Kretschmann.

Mit der Vereinbarung sollen die erstmals im Oktober 1985 durch den Präsidenten des Landtags von Baden-Württemberg begründeten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und der Republik Burundi auf eine neue und breitere Basis gestellt werden. Der für Entwicklungszusammenarbeit zuständige Minister Peter Friedrich wird dazu auch im Mai mit einer Delegation aus Baden-Württemberg nach Burundi reisen. Mit der heutigen Unterzeichnung und der Wiederbelebung der Partnerschaft sieht er einen wichtigen Auftrag erfüllt, den die Initiative „Welt: Bürger gefragt!“ der Landesregierung gegeben hat. „Im Rahmen unseres Entwicklungspolitischen Dialoges im Jahr 2012, an dem über 1500 Bürgerinnen und Bürgern und mehr als 120 Organisationen teilnahmen, spielten die Beziehungen zu Burundi eine zentrale Rolle. Diese Partnerschaft wird in Baden-Württemberg von einer breiten bürgerschaftlichen Basis getragen“, so Minister Friedrich. Eine vergleichbare Beteiligung der Bürgerschaft habe der Botschafter der Republik Burundi bei der Burundi Akteurskonferenz im Februar diesen Jahres auch für seine Seite zugesagt. „Nun gilt es, die neu belebte Partnerschaft mit Aktivitäten zu füllen“, so Friedrich.

Das Land Baden-Württemberg hat die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) mit der Bündelung und Koordinierung der Aktivitäten mit Burundi, der Betreuung von mit Landesmitteln geförderten Projekte sowie dem Ausbau der Partnerschaftlichen Beziehungen beauftragt. Zur Umsetzung dieser Aufgaben sowie als Schnitt- und Servicestelle dient das neue Partnerschaftszentrum der Stiftung.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 20 Mai 2014
Entwicklungspolitische Landeskonferenz setzt den Dialogprozess „Welt:Bürger gefragt!“ fort

„Traditionell prägen effiziente und nachhaltige Projekte aus der Zivilgesellschaft die Entwicklungspolitik Baden-Württembergs. Deshalb ist es nur konsequent, wenn wir die Menschen fragen, bevor wir die Agenda unserer Entwicklungspolitik fürs nächste Jahr festlegen“, so der Minister für Europa, Bundesrat und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich auf der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz. Die Konferenz im Rahmen der Messe „Fair Handeln“ setzt die Initiative „Welt:Bürger gefragt!“ fort.

„Schon zum dritten Mal bringen mehrere Hundert engagierte Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen und Ideen in unsere Entwicklungspolitik ein. Das zeigt, dass wir mit diesem bundesweit einmaligen Format auf einem guten Weg zu einer wirksameren Entwicklungspolitik sind“, so Minister Friedrich. Gäste auf der Konferenz waren unter anderem die Bischöfe Dr. Frank Otfried July und Dr. Gebhard Fürst sowie der der stellvertretende Generaldirektor von EuropeAid Klaus Rudischhauser. Gemeinsam mit Minister Friedrich stellten sie sich den Fragen, Ideen und Wünschen der Bürgerinnen und Bürger.

In zehn Workshops wurden die Eckpunkte der Entwicklungspolitik Baden-Württembergs thematisiert. Eine besondere Rolle kam dabei den 20 neuen Eine-Welt-Promotoren zu. Finanziert durch Land und Bund arbeiten sie seit 2013 für zivilgesellschaftliche Träger in ganz Baden-Württemberg. Ziel der Promotoren ist es, das Engagement der über 1.500 Initiativen im Land zu unterstützen, zu bündeln und zu professionalisieren.

Seit Beginn des entwicklungspolitischen Dialogprozesses „Welt:Bürger gefragt!“ sind im Land zahlreiche innovative Initiativen entstanden. Auf der Messe „Fair Handeln“ wurden viele Projekte erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt: Koordiniert über den Städtetag Baden-Württemberg beraten und vernetzen sich in dem Projekt „Engagement Kommunal – Verantwortung Global“ etwa erstmals Kommunen gegenseitig in Sachen Entwicklungspolitik. Ebenfalls bundesweit einmalig ist die Einbettung der „Fair-Trade-School-Kampagne“ in die entwicklungspolitische Landschaft von Baden-Württemberg. Staats- und Kultusministerium, die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit und die Eine-Welt-Promotoren beraten in diesem Rahmen viele an Entwicklungspolitik interessierte Schulen in Baden-Württemberg. Ein besonderes Anliegen der an der Konferenz beteiligten Bürgerinnen und Bürger bildete auch die mittlerweile über 30 Jahre alte Partnerschaft Baden-Württembergs mit dem zentralafrikanischen Burundi. Im Mai 2014 soll Minister Friedrich eine neue, von zahlreichen Bürgerinitiativen getragene Partnerschaftserklärung unterzeichnen.

„Die wichtigen Erfahrungen und die große Expertise aller Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer tragen dazu bei, vielen Menschen in unseren Entwicklungspartnerländern neue Perspektiven zu geben. Ihr Engagement bringt uns aber auch dazu, unsere eigenen Verhaltensweisen – unser Konsumverhalten oder die Art unseres Wirtschaftens – zu überdenken. Nur wenn wir uns in Nord und Süd gleichermaßen entwickeln, kommen wir einer gerechteren und nachhaltigeren Welt näher“, so Minister Friedrich.

Der Beteiligungsprozess „Welt:Bürger gefragt!“

Unter dem Motto „Welt:Bürger gefragt!“ hat die Landesregierung im Jahr 2012 einen Beteiligungsprozess angestoßen, in dem neue Entwicklungspolitische Leitlinien für Baden-Württemberg erarbeitet wurden. Auf der Grundlage dieser Leitlinien berät ein Bündnis entwicklungspolitischer Akteure im Land regelmäßig die gemeinsame Agenda für das kommende Jahr. Dieses Beteiligungsformat der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz ist bundesweit einmalig. Bis zur nächsten Konferenz 2015 begleiten der Rat für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg – ein unabhängiges Expertengremium, ergänzt um auf der Landeskonferenz gewählte Delegierte – die Umsetzung der Agenda.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 22 April 2014
Erste Burundi-Akteurskonferenz in Baden-Württemberg am 19.02.2014

Minister Peter Friedrich wird als Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) offiziell das Partnerschaftszentrum der Stiftung eröffnen. Unter diesem Dach sind sowohl die allgemeine Partnerschaftsarbeit im Land als die besonderen Beziehungen zu Burundi vereint.

Schon lange ist die SEZ ein bewährter Ansprechpartner für Menschen, Organisationen und Kommunen, die Beziehungen zu Partnern in Ländern des globalen Südens pflegen. So begleitet und unterstützt sie seit vielen Jahren unter anderem die partnerschaftlichen Verbindungen von Initiativen und Gruppen zwischen Baden-Württemberg und Burundi.

Diese Partnerschaftsarbeit kann jetzt durch das von Bund und Land getragene Promotoren-Programm konsolidiert und weiter ausgebaut werden. Dies ist wichtiger denn je. Im Mai soll eine offizielle Partnerschaftsvereinbarung zwischen Burundi und Baden-Württemberg unterzeichnet werden, die den bisherigen Kooperationen weitere Dynamik verleihen und viele weitere Aktivitäten ermöglichen soll.

Dies geht nicht ohne Menschen in Unternehmen, Verbänden, Vereinen, Kirchengemeinden, Kommunen, Stiftungen, die zu diesem Engagement bereit sind. Für sie soll die Eröffnung des Partnerschaftszentrums ein erster Termin sein, um sich noch mehr als bisher zu vernetzen und gemeinsam weitere Ideen auszutüfteln, um die Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Burundi zu stärken.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 4 Februar 2014
Nachhaltiges Handeln ist Leitgedanke verantwortungsvoller Politik

Unter Leitung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann fand die dritte Sitzung des Beirats der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung statt. Dabei unterstützte der Beirat mit seinen Beschlüssen verschiedene Aktionsprogramme zu Energieeffizienz und Integration, die jetzt von den zuständigen Landesministerien umgesetzt werden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßte die Beiratsbeschlüsse als positives Signal und als Bestätigung des Regierungskurses der Nachhaltigkeit in allen Politik- und Lebensbereichen: „Nachhaltigkeit ist der Leitgedanke unserer Politik. Ihm gerecht zu werden, ist eine große Herausforderung, die wir gemeinsam mit den Mitgliedern des Beirats meistern wollen.“

Entwickelt wurden drei Aktionsprogramme zum Thema Energieeffizienz mit den Überschriften „Energieeffizienz am Arbeitsplatz“, „Leitstern Energieeffizienz“ und „Aktionsplan Energieeffizienz für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb“.

Als Auftakt des Programms zur Energieeffizienz am Arbeitsplatz, dessen Mentor Jörg Hofmann von der IG-Metall ist, sollen Auszubildende im Rahmen eines Wettbewerbs an das Thema herangeführt werden. Dem Wettbewerb unter Federführung des Verbands der Chemischen Industrie e.V. (VCI) vorausgehen soll ein Schulungstag für interessierte Auszubildende.

Umweltminister Franz Untersteller: „Wir müssen lernen, unsere Energie effizienter zu nutzen. Und wir wollen dies gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erreichen. Junge Auszubildende an das Thema Energieeffizienz heranzuführen, ist eine sichere Investition in die Zukunft Baden-Württembergs und seine Betriebe. Der VCI wird den Wettbewerb engagiert umsetzen.“

Dem Aktionsprogramm „Leitstern Energieeffizienz“ wird Prof. Frithjof Staiß vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) als Mentor vorstehen. Auch hier soll ein Wettbewerb im Zentrum stehen, in dem besonders energieeffiziente Gebiete ausgezeichnet werden. Untersucht und bewertet werden könnten zum Beispiel Energie- und Klimaschutzkonzepte, die Arbeit der Energieagenturen vor Ort, der Stromverbrauch im verarbeitenden Gewerbe oder der Wärmebedarf öffentlicher Liegenschaften. Gesucht werden „best-practice“-Regionen, deren Auszeichnung andere anregen soll, ihr eigenes Engagement im Sinne eines effizienten Energieeinsatzes zu erhöhen. Der Wettbewerb soll möglichst in enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Landesverbänden entwickelt und erstmals 2014 ausgerichtet werden.

Beim Aktionsplan „Energieeffizienz für die Klimaschutzregion Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ unter der Federführung von Dr. Brigitte Dahlbender vom BUND soll erprobt und aufgezeigt werden, wie eine gesamte Region sich in Sachen Energieeffizienz auf den Weg macht. Die Steigerung der Energieeffizienz soll zu einem Schwerpunkt im Biosphärengebiet werden, wobei auch die Bereiche Mobilität und Bildung für nachhaltige Entwicklung einbezogen werden sollen. Das Konzept dieses Aktionsplans sieht unter anderem vor, über gezielte Energieberatung etwa durch „Hausbesuche“ von Energielotsen das Effizienzpotenzial sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich besser zu nutzen. Teil des Konzepts ist außerdem ein Kommunikationsplan, um die Bürgerinnen und Bürger der Region insgesamt anzusprechen und mitzunehmen. Ziel ist es, alle Gebäudearten, alle Energieformen und alle Akteure einzubeziehen.

Der Beirat der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung sprach sich zudem für die Umsetzung eines Aktionsprogrammes zur nachhaltigen Integrationspolitik aus. Neben der Unterstützung von ausgewählten Pilotprojekten in der Integrationsarbeit in den Kommunen ist ein weiteres zentrales Element die islamische Krankenhausseelsorge, die flächendeckend in ganz Baden-Württemberg eingeführt werden soll. In Seminaren lernen ehrenamtliche islamische Seelsorgerinnen und Seelsorger die Begleitung von kranken und sterbenden Muslimen. Ein drittes Element ist der systematische Aufbau eines Antidiskriminierungsnetzwerks im Südwesten. Ziel ist es, bestehende Beratungsangebote zu vernetzen und neue Initiativen vor Ort zu unterstützen. So will die Landesregierung die Beratungsstruktur qualitativ und quantitativ stärken.

Integrationsministerin Bilkay Öney: „Sozialer Zusammenhalt, wirtschaftliche Entwicklung und ein besseres Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft gelingen dann dauerhaft, wenn wir für alle Menschen, die in unserem Land leben, Chancengerechtigkeit und Teilhabe ermöglichen. Teilhabe erfordert auch den Aufbau wirksamer Strukturen zur Bekämpfung von Diskriminierung.“

Abschließend stimmte der Beirat einem Vorschlag des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur zu, eine Arbeitsgruppe zum Thema nachhaltige Mobilität einzurichten. Erste Arbeitsergebnisse sollen in der nächsten Beiratssitzung am 29. März 2014 besprochen werden. 

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 17 Oktober 2013
Baden-Württemberg fördert Klimaschutzprojekt im Partnerland Burundi

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) 24.000 Euro aus dem Fonds „Klimaneutrales Fliegen der Landesregierung“ zur Verfügung gestellt.

Hiermit wird im Partnerland Burundi ein Klimaschutzprojekt unterstützt, bei dem in vier Dörfern insgesamt rund 60.000 Bäume angepflanzt und circa 1.000 Kochstellen verbessert werden sollen. „Der Schutz des Klimas stellt eine globale Herausforderung dar“, betonte Umweltminister Franz Untersteller heute (25.09.) in Stuttgart. Zwar könne die Landesregierung die mit den Dienstflügen ihrer Mitglieder und den Bediensteten der Ministerien einhergehende CO2-Belastung des Klimas leider nicht vermeiden. „Mit einem vergleichsweise überschaubaren finanziellen Aufwand können wir auch dank des Engagements der Menschen in Burundi gemeinsam dazu beitragen, einen gewissen Ausgleich für den mit den Dienstflügen verbundenen Ausstoß von CO2 in unsere Atmosphäre zu schaffen“, so der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft weiter.

„Burundi ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt und mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze“, sagte der Minister für internationale Angelegenheiten, Peter Friedrich. Das hohe Bevölkerungswachstum habe zu Entwaldung, Bodenerosion und den Verlust von Lebensräumen geführt, so Minister Friedrich weiter. Auch kochen noch viele Familien auf offenen Feuerstellen, wodurch circa 85 Prozent der Energie verloren gehen. Mit den verbesserten, geschlossenen Kochstellen aus Lehm und Metall wird künftig die gesamte Energie auf die Kochtöpfe zentriert und eine große Menge an Brennholz eingespart. „Die Landesregierung leistet mit der Unterstützung des Projekts einen Beitrag zum globalen Klimaschutz und kommt damit ihrer Mitverantwortung für eine umweltfreundliche Mobilität nach, zugleich stärkt sie die langjährige Partnerschaft mit Burundi und ermöglicht es den Menschen dort, klimabewusst zu handeln“, betonten die Minister Untersteller und Friedrich abschließend.
Fonds „Klimaneutrales Fliegen der Landesregierung“.

Der vom Umweltministerium verwaltete Fonds „Klimaneutrales Fliegen der Landesregierung“ speist sich aus einem finanziellen Ausgleich, der sich aus den mit den Dienstflügen der Mitglieder der Landesregierung und der Bediensteten der Landesministerien verbundenen CO2-Emissionen berechnet.

Baden-Württemberg, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, 25 September 2013
20. Newsletter der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg - Sonderausgabe zu den Nachhaltigkeitstagen 2014
Newsletter der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg, 27 August 2013
Staatssekretärin Splett verleiht Ewald Blümmel das Bundesverdienstkreuz

Herausragende Partnerschaftsarbeit mit Burkina Faso im Bildungsbereich

Staatssekretärin Gisela Splett MdL sagte anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am 22. Juni 2013 an Ewald Blümmel: „Wir ehren einen Menschen, der im Ehrenamt Herausragendes geleistet und mit seinem Einsatz und Engagement Spuren hinterlassen hat. Nicht nur in Deutschland sind Sie mit Ihrem Wirken für viele Menschen zum Vorbild geworden sondern besonders in Burkina Faso.“ Splett überreichte dem Geehrten im Namen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Verdienstkreuz.
 
Seit 1983 besteht eine kommunale Partnerschaft zwischen Ladenburg und der Präfektur Garango in Burkina Faso. Im selben Jahr gründete sich der Partnerschaftsverein Garango-Ladenburg e.V. mit Ewald Blümmel als Vorstand. Bilanz von dreißig Jahren Partnerschaftsarbeit sind unter anderem achtzehn voll ausgebaute Grundschulen in Burkina Faso und die Unterstützung zahlreicher Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Patenschaften. Da Wasser eines der größten Probleme in der Partnerschaftsregion ist, initiierte der Partnerschaftsverein auch die Errichtung von Regenrückhaltbecken und Dämmen und engagierte sich im Brunnenbau. Weitere Aktivitäten betreffen die Bereiche Handwerk, Gesundheitswesen und die Unterstützung von Fraueninitiativen.
 
Für die Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg sind das bürgerschaftliche Engagement und das Engagement der Kommunen unverzichtbar. „Die neuen entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes heben die Bedeutung von Partnerschaftsbeziehungen hervor. Partnerschaften haben doppelte Wirkung: Sowohl die Menschen im Partnerland als auch die Menschen in Baden-Württemberg profitieren vom Austausch und den Begegnungen, der gegenseitigen Verantwortung und der Motivation, die sich in jeder Partnerschaft ergeben“, so Splett.

Baden-Württemberg, Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, 22 Juni 2013
Erste Entwicklungspolitische Landeskonferenz setzt Initiative „Welt:Bürger gefragt!“ fort

Rund zweihundert engagierte Bürgerinnen und Bürger haben heute auf der ersten Entwicklungspolitischen Landeskonferenz die Schwerpunkte der Landesentwicklungspolitik des kommenden Jahres erarbeitet. Die Konferenz im Rahmen der Messe „Fair Handeln“ setzt die Initiative „Welt:Bürger gefragt!“ fort. In diesem von der Landesregierung organisierten und von der Evangelischen Akademie Bad Boll moderierten Bürgerbeteiligungsprozess waren die neuen Entwicklungspolitischen Leitlinien Baden-Württembergs erarbeitet worden.

„In Zeiten einer rasanten Globalisierung ist Entwicklungspolitik keine Einbahnstraße mehr. Sie kann nur gelingen, wenn auch wir uns bewegen und entwickeln“, so der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich. „Dies gilt besonders für Baden-Württemberg, das wie kaum ein anderes Land international verflochten ist – durch seine Wirtschaftsbeziehungen ebenso wie durch die kulturelle Vielfalt der Baden-Württemberginnen und Baden-Württemberger.“

In sieben Workshops konkretisierten die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer die entwicklungspolitischen Vorhaben in Baden-Württemberg für die nächsten 12 Monate. Auf der Konferenz wurden zu allen Handlungsfeldern Delegierte gewählt. Sie sollen die gemeinsamen Anliegen begleiten und bis zur nächsten Entwicklungspolitischen Landeskonferenz im April 2014 gegenüber der Landesregierung vertreten.

Insbesondere stand das Eine-Welt-Promotoren-Programm, das im Land zum 1. April 2013 gestartet ist, im Zentrum des Interesses der Konferenzteilnehmer. Dieser neue Ansatz unterstützt das effiziente Engagement der vielen Vereine und Initiativen in Baden-Württemberg. Zukünftig werden insgesamt elf Personalstellen bei vielen zivilgesellschaftlichen Trägern entstehen. Bund, Land und Kommunen, Kirchen und Zivilgesellschaft haben diesen neuen Promotoren bereits ihre Unterstützung und Zusammenarbeit zugesagt. „Durch dieses von Bund und Land finanzierte Programm erhoffen wir uns einen weiteren Schub. Das neue Personal soll beraten und vernetzen und so möglichst allen 1.500 Initiativen im Land zugutekommen“, erläuterte Minister Friedrich.

Im Bereich Wirtschaftspolitik wurden Fragen zur gesamtgesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen sowie der nachhaltigen Einkaufspolitik der öffentlichen Hand gestellt. Im Bereich Bildungspolitik ging es um globales Lernen an Schulen und Universitäten und um die Situation der mehreren zehntausend Menschen aus Entwicklungsländern, die in Baden-Württemberg studieren. Die Themen Ressourceneffizienz und Klimapolitik prägten den Bereich Umweltpolitik. Außerdem wurde eine Vertiefung der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi thematisiert.

„Moderne Entwicklungspolitik stellt nicht nur den Staat vor Herausforderungen. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe. Umso wichtiger ist es, dass die kommunalen Spitzenverbände, die Kirchen, die meisten der 1.500 zivilgesellschaftlichen Initiativen im Land sowie die entwicklungspolitischen Organisationen des Bundes hinter den neuen Leitlinien stehen“, so Minister Friedrich. „Wichtig ist, dass wir uns von der Frage leiten lassen: Was können wir gemeinsam tun? Deshalb ist die heutige Konferenz so bedeutend: Gemeinsam wollen wir die Agenda und die Prioritäten des nächsten Jahres festlegen, uns gegenseitig beraten und abstimmen und, wann immer möglich, gemeinsam agieren.“

„Welt:Bürger gefragt!“

Über 1.800 Bürgerinnen und Bürger sowie etwa 120 Organisationen hatten sich im vergangenen Jahr am Dialogprozess „Welt:Bürger gefragt!“ beteiligt. Die Landesregierung hatte diesen Entwurf aufgegriffen und ihn am 5. Februar 2013 als neue Entwicklungspolitische Leitlinien für Baden-Württemberg im Kabinett verabschiedet. Einmal jährlich soll nun eine Entwicklungspolitische Landeskonferenz über die bisherige Umsetzung der Entwicklungspolitischen Leitlinien beraten und die Handlungsvorschläge überarbeiten.
Mehr Informationen zum entwicklungspolitischen Dialog der Landesregierung finden Sie hier.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 13 April 2013
Neues Internetportal zur Entwicklungspolitik der deutschen Länder freigeschaltet

"Baden-Württemberg ist treibende Kraft einer von den Bürgerinnen und Bürgern getragenen Entwicklungszusammenarbeit. Auch die anderen Länder beteiligen sich seit langem mit eigenständigen Beiträgen an der Ausgestaltung der deutschen Entwicklungspolitik. Die vielfältigen Programme und inhaltlichen Schwerpunkte der deutschen Länder sollen nun gemeinsam sichtbar werden“, sagte Minister Friedrich zum Start des neuen gemeinsamen Internetportals aller 16 Länder „Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik“ (www.entwicklungspolitik-deutsche-laender.de).

Auf den Seiten des neuen Internetportals werden nun erstmals die entwicklungspolitischen Ziele und Projekte aller deutschen Länder gemeinsam dargestellt. „Die Internetplattform öffnet den Blick auf das vielfältige Engagement der Länder und ihre Bereitschaft, einen Beitrag zur weltweiten nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Das Portal bietet Informationen für alle, die sich mit ihrem Know-how und Engagement bereits der „Einen Welt“ verpflichtet fühlen und auch für alle, die noch Wege suchen, um sich zu engagieren“, hob Minister Friedrich hervor.

Entwicklungspolitik wird, entsprechend der neuen entwicklungspolitischen Leitlinien, die am 5. Februar 2013 vom Ministerrat verabschiedet wurden, in Baden-Württemberg vor allem auch als eine Herausforderung für die klassischen Kernbereiche der Landespolitik gesehen. Das entwicklungspolitische Engagement konzentriert sich daher vor allem auf Bildung, Wissenschaft und Hochschule, Kultur, Wirtschaft, Migration, gute Regierungsführung und Klimaschutz.

Bei allen entwicklungspolitischen Maßnahmen des Landes steht immer auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, sei es mit den Partnern im globalen Süden oder mit der entwicklungspolitisch äußerst engagierten baden-württembergischen Zivilgesellschaft im Vordergrund. So ging beispielsweise dem Erlass der neuen Entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg mit der Initiative „Welt:Bürger gefragt!“ eine bundesweit einmalige Bürgerbeteiligung, in die sich im ganzen Land über 1.500 engagierte Bürgerinnen und Bürger über Workshops und 120 Organisationen und Verbände über Stellungnahmen eingebracht haben, voraus.

Minister Friedrich unterstrich, dass die Pflege der internationalen Beziehungen in erster Linie Sache des Bundes sei. Doch werde die Qualität der Kontakte ins Ausland von vielen Repräsentanten aus Landespolitik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie dem Wirken der unzähligen, vielfach auch ehrenamtlichen Initiativen bestimmt. Die praktische Zusammenarbeit in der Entwicklungspolitik zeige, dass Partnerschaft erfolgreich sei, wenn ein gegenseitiges Interesse an Kooperation bestehe. Das erfordere Mut und Ausdauer von allen Beteiligten sowie einen nüchternen Blick auf das gemeinsame Wohl in einer vernetzten Welt. Zu oft würden Vorurteile die Sicht auf die eigentlich gegenseitige Abhängigkeit versperren.

Der Minister unterstrich: „Die heutige Praxis internationaler Wirtschafts- und Finanzbeziehungen droht gute Ansätze zunichte zu machen. Das darf die Politik nicht zulassen. Wir tragen dafür eine gemeinsame Verantwortung in Deutschland. Dazu können die Länder aufgrund ihrer Kompetenz im Regionalen wie Internationalen einen Beitrag leisten. Ich lade alle ein, sich aktiv an der Entwicklungspolitik zu beteiligen und hierzu bietet unsere gemeinsame Internetseite eine gute Informationsplattform.“

Baden-Württemberg, Staatsministerium, 9 Februar 2013
Entwicklungspolitische Leitlinien für Baden-Württemberg verabschiedet

Ministerpräsident Kretschmann und Minister Friedrich: Neue entwicklungspolitische Leitlinien sind in bundesweit einmaligen Projekt entstanden und werden von breitem gesellschaftlichem Bündnis getragen

„Auf der Suche nach einer modernen entwicklungspolitischen Agenda für Baden-Württemberg haben wir, in einem bundesweit einmaligen Projekt, die Initiativen im Land mitreden lassen“, sagten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich am Dienstag (5. Februar 2013). Und weiter: „Über 1.500 engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich über Workshops und 120 Organisationen und Verbände über Stellungnahmen eingebracht. Herausgekommen ist eine schlüssige entwicklungspolitische Strategie, die von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis mitgestaltet und getragen ist.“ Neben vielen anderen hätten sich vor allem die Kirchen, die kommunalen Spitzenverbände, der Dachverband der entwicklungspolitischen Initiativen (DEAB), die entwicklungspolitischen Organisationen von Bund (GIZ und Engagement Global) und Land (Stiftung Entwicklungszusammenarbeit) und mit dem Stuttgarter Forum der Kulturen auch erstmals ein migrantisches Netzwerk eingebracht, erklärte Friedrich. Auf der Grundlage von insgesamt über 2.500 Vorschlägen habe das Bündnis entwicklungspolitische Leitlinien für das Land Baden-Württemberg entwickelt.

Die Globalisierung führe zu einem Paradigmenwechsel in der Landesentwicklungspolitik und rücke die globalen Auswirkungen regionalen Handelns in den Vordergrund. „In der Entwicklungspolitik geht es nicht mehr allein um die Hilfe vom reichen Norden in den armen Süden. Auch wir im Norden müssen uns weiterentwickeln“, so Friedrich. Fragen der internationalen Verantwortung beträfen heute alle Felder der Landespolitik: über Globales Lernen und Forschen die Schul- und Wissenschaftspolitik, über Klimaschutz und Ressourcenschonung die Umweltpolitik, über Fairen Handeln, Konsum und öffentliche Beschaffung die Wirtschaftspolitik. „Der spezifische Beitrag von Regierung und Verwaltung ist damit nicht mehr eine sogenannte freiwillige Aufgabe der Länder, die sich in der Vergangenheit in punktuellen Projekten in Entwicklungsländern erschöpfte. Entwicklungszusammenarbeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, betonte Minister Friedrich.

Das afrikanische Burundi beispielsweise ist seit den 80er Jahren Partner des Landes. „Diese Freundschaft soll zu einer von vielen Initiativen getragenen Graswurzelpartnerschaft von Menschen zu Menschen werden“, unterstrich Friedrich. Die Impulse der Bürgerinnen und Bürger hätten auch in den Ministerien ihre Wirkung nicht verfehlt: Bei den Initiativen „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ des Wissenschaftsministeriums, „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Kultusministerium und auch bei der der „Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg“ komme es jetzt auch auf globale Verantwortung an. Das entwicklungspolitische Bündnis habe die Leitlinien in Handlungsvorschlägen konkretisiert, die sich an der Leitfrage orientieren: „Was können wir gemeinsam tun?“

„Durch die Bürgerbeteiligung ist eine gemeinsame Verantwortung und eine neue Dynamik entstanden“, sagte der Minister. „Alle Akteure verstehen die Politik als ihre Sache: Dazu haben die Kirchen beispielsweise eine konfessionsübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet. Die Bundesunternehmen „Engagement Global und Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ sowie die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit orientieren sich mit konkreten Projekten an den neuen Leitlinien“, erklärte Friedrich. Davon profitiere wiederum die Entwicklungszusammenarbeit der Kirchen und Kommunen. Über den Dachverband der entwicklungspolitischen Initiativen und das Stuttgarter Forum der Kulturen sei es gelungen, viele kleine Initiativen zu gewinnen.

Zur Umsetzung der neuen Leitlinien habe das Staatsministerium bereits Ende 2012 390.000 € als Anschubfinanzierung für effiziente Klein-Projekte vergeben. Etwa zur Trinkwassergewinnung mit Nebelnetzen, zur Bekämpfung der Armutsprostitution im Partnerland Burundi, zum Einsatz erneuerbarer Energien für indische Kleinbauern oder für Austauschprojekte von Theatern in Konstanz und Stuttgart. Projekte im Inland waren ebenso erfolgreich: zur frühkindlichen Bildung, zur Werbung für faire Mode oder auch für das Engagement von Migrantinnen und Migranten aus Entwicklungsländern. „Das Land fördert finanziell, beratend und gibt den Initiativen erstmals die Möglichkeit zur kontinuierlichen, politischen Mitsprache“, so Ministerpräsident Kretschmann.

Baden-Württemberg, Staatsministerium, Pressestelle der Landesregierung, 5 Februar 2013