Pressemitteilungen

Projekt „Grenzenlos“ mit dem Thema Frauengesundheit am Oberstufenzentrum II in Potsdam

Am 10. Mai 2017 fand anlässlich des Europatags am Oberstufenzentrum II in Potsdam eine Grenzenlos-Lehrkooperation statt. Fachlehrer Martin Pydde begleitete den Einsatz: Wie ist eigentlich die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern? Mit dieser Frage im Hinterkopf besuchten die Schülerinnen der Klasse 3261 an unserem Europatag das Seminar „Frauengesundheit“, welches ihnen durch Corine Ngahan aus Kamerun angeboten wurde. Die Referentin besuchte unsere Schule im Rahmen des Projekts „Grenzenlos - Globales Lernen in der beruflichen Bildung“, welches vom Verein World University Service ins Leben gerufen wurde. Ziel ihres Engagements ist es, besonders Auszubildenden an beruflichen Schulen, die globalisierte Welt und deren Chancen und Probleme näher zu bringen. Für Corine Ngahan war es eine Premiere, denn das Projekt befindet sich in Brandenburg gerade in der Anlaufphase. Mit Bestürzung, Ernüchterung, Mitgefühl, aber auch Bewunderung nahmen die Auszubildenden Notiz vom Schicksal vieler Frauen in Kamerun. Dabei wurden Themen wie die hohe Muttersterblichkeit, der Zugang zu medizinischer Versorgung, Frauen und Aids, Witwenversorgung, aber auch „Hot Stone-Massage“ angesprochen, unter der sich die Meisten anfangs noch eine angenehme Entspannungsübung vorgestellt hatten. Gerade für Kaufleute im Gesundheitswesen verband das Rollenspiel über die Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung in Kamerun mit Akteuren aus Politik und Medizin zwei Welten und sorgte für eine Horizonterweiterung.

World University Service (WUS)/OSZII, 7 Juni 2017
8. Round Table Entwicklungspolitik Brandenburg

Am 30. Juni 2017 findet der 8. Round Table Entwicklungspolitik Brandenburg in Potsdam statt. Unter Leitung des Ministeriums für Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg sowie dem Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburg e. V. (VENROB), versammeln sich hier entwicklungspolitische Akteure sowie Vertreter/-innen der Landesregierung. Das Gremium bietet ein Diskussionsforum für Maßnahmen der weiteren Umsetzung der entwicklungspolitischen Leitlinien Brandenburgs. Diese wurden 2012 unter Mitarbeit des Round Tables von der Landesregierung verabschiedet und werden bei den jährlichen Treffen einer Rekapitulation unterzogen. Im Besonderen wird die Vereinbarkeit der Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung mit den Leitlinien überprüft. Interessierte können sich bei Herrn Prüfer unter info@venrob.org anmelden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 15 Mai 2017
Aktualisierte Förderrichtlinien BNE

Das Land Brandenburg hat seine Förderrichtlinien „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aktualisiert. Nach diesen Richtlinien werden Bildungsprojekte gefördert, die gemeinnützigen Zwecken folgen oder gemeinnützige Projekte, die auf Vernetzung und Partizipation im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgerichtet sind. Die Förderung kann bis zu 90 Prozent der projektbezogenen Gesamtkosten abdecken. Das Projekt sollte zur Förderung der öffentlichen Wahrnehmung von BNE auf Veranstaltungen zu BNE-Themen vorgestellt werden. Des Weiteren werden vor allem Kooperationsprojekte zwischen schulischen und außerschulischen Akteuren für die Förderung berücksichtigt. Das Projekt sollte sich zudem entweder mit ökologischen, ökonomischen oder sozialen Dimensionen befassen. Zur erfolgreichen Antragsstellung muss das Projekt zur fachlichen Vorprüfung beim Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, Referat 41, eingereicht werden. Stichtage für die Einreichung sind der 31. Mai 2017, der 31. Oktober 2017 und der 30. April 2018. Nach der Bewilligung durch den/der Vorprüfer/-in muss ein förmlicher Antrag an das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz als Bewilligungsbehörde gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 13 April 2017
Projekttage zur EU Entwicklungspolitik 2017

Die Gesellschaft für Europa und Kommunalpolitik (GEKO) e. V. bietet seit Januar bis Juli 2017 sieben Projekttage zum Thema Entwicklungspolitik der EU für Brandenburger Schüler/-innen ab Klasse 8 an. In Arbeitsgruppen und Vorträgen sollen Schüler/-innen etwas über verschiedene Aspekte der Entwicklungspolitik lernen. Dabei werden Themen wie Klimapolitik, Flucht und Migration, Fairer Handel sowie die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) behandelt. Zum Abschluss der Projekttage werden die Themen mit Vertreter/-innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Politik diskutiert. Ein Projekttag findet in der Regel von 8 bis 15 Uhr statt und richtet sich an ca. 60 Teilnehmer/-innen. Interessierte Schulen können sich per E-Mail an gekopost@geko-bb.de anmelden. Nähere Informationen können Sie dem Informationsblatt entnehmen. Das Projekt findet bereits seit 2015 jährlich statt. Es wird gefördert durch das Ministerium der Justiz, für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV).

Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 13 April 2017
Broschüre zu den globalen Nachhaltigkeitszielen

Der Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs (VENROB) e. V. gibt in Kooperation mit WeltTrends e. V. jährlich eine Publikation der Schriftenreihe „Forum Entwicklungspolitik Brandenburg“ heraus. Die aktuelle Ausgabe „Entwicklungsland Brandenburg?“ nimmt die Agenda 2030 und ihre Bedeutung für nachhaltige Entwicklung in Brandenburg in den Blick. So ist ein Bericht zur aktuellen Arbeit des Round Table Entwicklungspolitik
Brandenburg Teil der Publikation, der einen Einblick darüber gibt, was sich hierzulande in puncto Umsetzung und Weiterführung der Entwicklungspolitischen Leitlinien und der Nachhaltigkeitsstrategie tut. Zudem gibt es einen Beitrag, der sich mit dem Bemühen um ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit für Unternehmen in Brandenburg beschäftigt. Die Broschüre kann auf der Webseite heruntergeladen werden.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 16 März 2017
Neue Förderperiode für das Programm „Jugend für Entwicklungszusammenarbeit“

Im Jahr 2017 ist es erneut möglich, Fördermittel über das Programm „Jugend für Entwicklungszusammenarbeit“ zu erhalten. Mit dem seit dem Jahr 2000 bestehenden Programm werden Aufenthalte in Entwicklungsländern gefördert, bei denen junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren in sozialen oder entwicklungsbezogenen Projekten mitarbeiten und in diesem Umfeld leben. Der Aufenthalt kann zwischen drei und zwölf Wochen dauern und muss von den Antragssteller/-innen selbst organisiert werden. Fördermittel dienen beispielsweise der Erstattung von Reisekosten sowie Impfungen oder Versicherungen. Auch Rückbesuche von jungen Menschen aus Projekten in Afrika, Asien oder Lateinamerika können gefördert werden. Mit dem Ziel, jungen Menschen einen Einblick in das Leben in sogenannten Entwicklungsländern zu geben sowie die Kontakte von Menschen aus Deutschland und dem Globalen Süden zu fördern, trägt die Landesregierung Brandenburg zu einer Vermittlung von entwicklungspolitischen Zusammenhängen und Weltoffenheit bei. Nach der Rückkehr sollen die Jugendlichen den Gedanken einer solidarischen Einen Welt weiter vermitteln.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 15 März 2017
Streiten für Humanität und Weitsicht

Europaminister Ludwig und Europastaatssekretärin Quart diskutierten mit Bürgerinnen und Bürgern Fragen von Flucht und Migration

„Es ist in Ordnung nicht immer einer Meinung zu sein“, fasste Europaminister Stefan Ludwig die Dialogreihe mit dem Titel „Geflüchtete und Fluchtursachen: was unternimmt die EU und was haben wir damit zu tun?“ zusammen. „Das heißt aber nicht, dass soziale Probleme, Kritik an der Politik oder wirtschaftliche Ängste auf dem Rücken von Geflüchteten ausgetragen werden dürfen. Mit unserer Gesprächsreihe haben wir es geschafft, diese Botschaft vielen brandenburgischen Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln und deutlich zu machen, dass es keine einfachen Antworten auf globale Fragen gibt. Deutlich wurde, dass der Gedanke der Abschottung keinen einzigen Beitrag zur Lösung möglicher Probleme liefert. Denn: Brandenburg ist keine einsame Insel, sondern eine Region im Herzen Europas. Ich bin sehr dafür, dass wir leidenschaftlich und offen um die besten Strategien zum Umgang mit Flucht und Migration streiten“, sagte Ludwig bei der Abschlussveranstaltung in Potsdam.

Zunächst diskutierten am Mittwoch mehr als 40 Expertinnen und Experten öffentlich Fragen von Waffenlieferungen und der Rolle der Wirtschaft bei der Integration. Auch die Frage, wie das Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher und  Medien Einfluss nehmen, spielten eine Rolle. Europastaatssekretärin Anne Quart stellte sich abends den Fragen der Bürgerinnen und Bürger in Potsdam. Sie sagte: „Mehr als 65 Millionen Menschen befanden sich im vergangenen Jahr auf der Flucht. Diese Zahl zeigt schon, dass kein einzelnes Land geflüchteten Menschen Zuflucht bieten kann. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Ich habe mich über das rege Interesse am Thema gefreut und glaube, dass wir als Gesellschaft eine Antwort entwickeln müssen. Eine Antwort, die unsere Werte verteidigt und nicht aus Angst vor Veränderung diese aufgibt. Es war gut die Diskussionen vor Ort zu suchen. Nicht nur am heutigen Tag wurde klar, dass wir gerade erst anfangen Strategien zu entwickeln, die uns auf europäischer und regionaler Ebene helfen werden die Herausforderungen besser bewältigen und vermitteln zu können. Brandenburg hat überhaupt keinen Grund Angst zu haben, sondern kann im Gegenteil mit dazu beitragen, dass wir Antworten auf offene Fragen zu Flucht und Migration finden.“

Hintergrund:

Die Veranstaltungsreihe wurde in Zusammenarbeit mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland Berlin durchgeführt. Mitveranstalter war außerdem das Bündnis für Brandenburg, außerdem waren zahlreiche Initiativen und Bündnisse bei den fünf Veranstaltungen vertreten: Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e. V., Industrie- und Handelskammer Potsdam, Evangelische Akademie zu Berlin, Kirchlicher Entwicklungsdienst Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz, Europe Direct Informationszentren im Land Brandenburg, World University Service Deutschland e. V., Stiftung Nord-Süd-Brücken, Stiftung Partnerschaft mit Afrika, Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg (Steuerungsgruppe), Europäische Bewegung Deutschland e. V., Deutsche Gesellschaft e. V., Landeshauptstadt Potsdam

Potsdam, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 23 November 2016
Dialogreihe zu Flucht und Migration wird fortgesetzt

Europaminister Ludwig und Europastaatssekretärin Quart diskutieren mit Bürgerinnen und Bürgern Fragen von Flucht und Migration

Diskussionen über Flucht und Migration begleiten uns täglich. Das liegt an den blanken Zahlen – so  mussten im vergangenen Jahr mehr als 65 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen – es liegt aber auch an den komplexen Zusammenhängen, die keine einfachen Antworten erlauben. In dieser Woche stellen sich Europaminister Ludwig und Europastaatssekretärin Quart in Frankfurt (Oder), Senftenberg und Neuruppin bei der Dialogreihe „Geflüchtete und Fluchtursachen: was unternimmt die EU und was haben wir damit zu tun?“ den Fragen der Menschen im Land.

Europaminister Stefan Ludwig betonte wie wichtig es sei die aktuellen Entwicklungen zu erklären: „Angesichts der komplexen Zusammenhänge fühlen sich viele Menschen überfordert. Das darf nicht dazu führen, dass man kapituliert und nach einfachen Antworten sucht. Ich sehe hier die Politik in der Pflicht auf die Menschen zuzugehen und zuzuhören. Wir müssen aber deutlich machen, wie wichtig es ist, dass wir als Gesellschafft offen und tolerant sind. Sorgen zu haben ist menschlich, sich von ihnen leiten zu lassen, kann kurzsichtig und gefährlich sein. Sich den Migrationsproblemen zu stellen, heißt nichts weniger als Menschenrechte und die europäische Idee zu verteidigen. Diese Botschaft möchte ich möglichst vielen brandenburgischen Bürgerinnen und Bürgern vermitteln“, sagte er.

Europastaatssekretärin Anne Quart freute sich über das rege Interesse an den Veranstaltungen und sagte: „Gerade im Zusammenhang mit Flucht und Migration kommt immer wieder der Vorwurf auf, man nehme die Menschen nicht ernst. Umso wichtiger ist es ins Gespräch zu kommen. Ich glaube, dass im engen Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft Integration gelingen kann. Die aktuelle Zahl der Geflüchteten zeigt aber auch, dass wir als gesamte Gesellschaft nicht so weiter machen können wie bisher. Die Dialogreihe gibt Gelegenheit über globale Zusammenhänge und die eigene Rolle darin nachzudenken. Aktuelles Beispiel ist der Weltklimagipfel in Marrakesch, der heute beginnt. Viele Veranstaltungen dort beschäftigen sich damit, dass zunehmend ganze Regionen ihren Bewohnerinnen und Bewohnern keine Lebensgrundlage mehr bieten. Auch das müssen wir im Kopf haben, wenn wir über die Ursachen von Flucht und Migration sprechen.“

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission in Deutschland, wird Staatssekretärin Anne Quart in Frankfurt (Oder) und Neuruppin, Minister Stefan Ludwig in Senftenberg vor Ort sein.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet nach den insgesamt fünf Bürgerdialogen eine Fachveranstaltung in Potsdam. Dort werden Expertinnen und Experten Strategien diskutieren, um sowohl auf europäischer als auch auf regionaler Ebene die Herausforderungen besser bewältigen und vermitteln zu können.

Termine und Hintergrund:

  • Frankfurt (Oder): Montag, 7. November 2016, Beginn: 18:00 Uhr. Ort: Bolfrashaus, Hansesaal (1.OG), Große Oderstraße 29, 15230 Frankfurt (Oder)
  • Senftenberg: Dienstag, 8. November 2016, Beginn 18:00 Uhr. Ort: Rathaus Senftenberg, Großer Ratssaal, Markt 1, 01968 Senftenberg
  • Stadt Neuruppin: Donnerstag, 10. November 2016, Beginn 18:00 Uhr. Ort:  Rathaus Neuruppin, Ratssaal, Karl-Liebknecht-Straße 33/34, 16816 Neuruppin
  • Potsdam: Mittwoch, 23.November, Beginn: 18:00 Uhr. Ort: Brandenburg-Saal der Staatskanzlei, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

Die Veranstaltungen sind alle öffentlich, der Eintritt ist frei. Die Veranstaltungen werden von der Deutschen Gesellschaft e. V. organisiert. Um eine Anmeldung wird per Email (sebastian.roesner@deutsche-gesellschaft-ev.de) oder Telefon (030/88412-202) gebeten.

Die Veranstaltungsreihe wird in Zusammenarbeit mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin durchgeführt. Außerdem beteiligen sich zahlreiche Initiativen an dem Projekt (Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e. V., Industrie- und Handelskammer Potsdam, Evangelische Akademie zu Berlin, Kirchlicher Entwicklungsdienst Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Europe Direct Informationszentren im Land Brandenburg, World University Service Deutschland e. V., Stiftung Nord-Süd-Brücken, Stiftung Partnerschaft mit Afrika, Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg (Steuerungsgruppe), Europäische Bewegung Deutschland e. V., Deutsche Gesellschaft e.V., Landeshauptstadt Potsdam).

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 7 November 2016
Fluchtursachen unter der Lupe

Fünf Bürgerdialoge im ganzen Land zum Thema Flucht und Migration laden zum Diskutieren und Nachdenken ein – Start am 04. Oktober in Eberswalde

Bis Ende 2015 mussten mehr als 65 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, erstmals wurde damit die 60-Millionen-Marke überschritten. Eine Million Geflüchtete kamen nach Deutschland, etwa 28.000 Menschen fanden in Brandenburg Zuflucht. Die Aufnahme von Flüchtlingen wirft bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Fragen auf. Warum kommen so viele Menschen? Was kann man tun, damit diese in ihrer Heimat bleiben können? Was tut die Politik dafür? All diesen Fragen widmet sich eine Dialogreihe mit dem Thema: „Geflüchtete und Fluchtursachen: was unternimmt die EU und was haben wir damit zu tun“

Den Auftakt macht am kommenden Dienstag Eberswalde, weitere Veranstaltungen folgen in Frankfurt (Oder), Senftenberg, Neuruppin und Potsdam. Europastaatssekretärin Anne Quart, die sich am Dienstag gemeinsam mit dem Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland den Fragen der Bürger stellen wird, sagte zum Start: „Viele Menschen wollen mehr über die Zusammenhänge beim Thema Flucht und Migration zu erfahren. Mit der Dialogreihe wollen wir Gelegenheit bieten, über globale Zusammenhänge und die eigene Rolle darin nachzudenken. Viele der geflüchteten Menschen bleiben in unserem Land, auch, weil Fluchtgründe nicht einfach verschwinden. Strategien zur Verminderung von Fluchtursachen greifen nur mittelfristig und langfristig. Das ist aber kein Schreckensszenario, sondern eine Chance. Wir alle profitieren von einer gelungenen Integration. Das erfordert aber mehr Wissen und ein größeres Verständnis für das komplexe Zusammenspiel globaler Strukturen. Ich wünsche mir, dass uns das gemeinsam mit der Europäischen Kommission und dem Bündnis für Brandenburg gelingt und wir möglichst viele Menschen erreichen.“

Neben den fünf Bürgerdialogen, bei denen sich auch Europaminister Stefan Ludwig den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen wird, diskutieren zum Abschluss Expertinnen und Experten auf einer Fachveranstaltung in Potsdam Strategien, um sowohl auf europäischer als auch auf regionaler Ebene die Herausforderungen besser zu bewältigen und vermitteln zu können.

Termine und Hintergrund:

Eberswalde – 04.10., 18 Uhr - Temporäre Kunsthalle, Brunnenstraße 26a
Frankfurt (Oder) – 07.11.
Senftenberg – 08.11.
Stadt Neuruppin – 10.11.
Potsdam – 23.11.

Die Veranstaltungsreihe wird in Zusammenarbeit mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin durchgeführt. Außerdem beteiligen sich zahlreiche Initiativen an dem Projekt (Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e. V., Industrie- und Handelskammer Potsdam, Evangelische Akademie zu Berlin, Kirchlicher Entwicklungsdienst Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Europe Direct Informationszentren im Land Brandenburg, World University Service Deutschland e. V., Stiftung Nord-Süd-Brücken, Stiftung Partnerschaft mit Afrika, Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg (Steuerungsgruppe), Europäische Bewegung Deutschland e. V., Deutsche Gesellschaft e.V., Landeshauptstadt Potsdam).

Der erste Dialog in Eberswalde findet dabei im Rahmen einer ausführlichen künstlerischen und inhaltlichen Beschäftigung der Stadt Eberswalde mit Europa zum Thema kulturelle Identität Europas vom 9.9.16 bis 5.11.16 statt. Im Veranstaltungszyklus: „Mythos Europa“ laden im oben genannten Zeitraum Workshops, Lesungen, Diskussionsrunden, Dokumentarfilmen zum Mitmachen und Nachdenken ein.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 2 Oktober 2016
Ohne Nachhaltigkeit keinen Frieden

Diesjähriger Weltfriedenstag der Vereinten Nationen beleuchtet Zusammenhang zwischen Nachhaltiger Entwicklung und Frieden

Zum Weltfriedenstag der Vereinten Nationen („International Day of Peace“) hat Europastaatssekretärin Anne Quart die Bedeutung der im vergangenen Jahr verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele betont und ihre Relevanz für Brandenburg unterstrichen. Sie sagte anlässlich des Gedenktages, der seit 2002 jedes Jahr am 21. September begangen wird: „Mit der Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele wurden im vergangenen Jahr sehr wichtige Weichenstellungen getroffen. Jedes einzelne der 17 Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung ist ein Baustein für eine friedliche Welt. Konflikte entstehen vor allem dort, wo Menschen nur mit Mühe überleben, wo die Ressourcen knapp oder ungerecht verteilt sind, oder der Zugang zu Bildung und rechtsstaatlichen Institutionen nur bestimmten Gruppen gewährt wird. Das heißt, wir haben einen direkten Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Frieden. Wie sehr dies uns ganz konkret betrifft, haben wir in den vergangenen Monaten vor Augen geführt bekommen. Leider fehlt die Verbindlichkeit bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Das macht es umso wichtiger sie zu diskutieren und sich zu fragen: ‘Was kann ich zu einer Nachhaltigen Entwicklung unserer Region beitragen?‘“.

Dabei gehe es laut Quart nicht nur um die finanziellen Ressourcen, sondern auch um neue echte Partnerschaften zwischen dem globalen Norden und Süden: „Auch wir in Brandenburg können mithelfen, dass wir unsere Ziele erreichen. Fair gehandelte Produkte, bewusster Fleischkonsum, ein sparsamer Umgang mit Energie, der Verzicht auf die Plastiktüte – es gibt hunderte Dinge in unserem Alltag, die direkt mit der Situation von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu tun haben. Bei unserem Ressourcenverbrauch und unseren Konsumgewohnheiten reicht diese eine Welt nicht aus. Wir brauchen dafür aber auch eine echte Kohärenz in und über die Politikfelder hinweg, insbesondere in der Außen-, Handels- und Agrarpolitik. Das geht nur mit einem nachhaltigen Gesellschaftsentwurf, der sich für die Lebenswirklichkeit anderer Menschen interessiert und diese ernst nimmt. Der heutige Tag ist also eine gute Gelegenheit über den Tellerrand zu schauen“, sagte Quart.

Hintergrund

Die Jahresversammlungen der UN-Generalversammlung beginnen traditionell am dritten Dienstag im September. Am 21. September 1981, dem Tag der damaligen Vollversammlung, verkündete die Generalversammlung, dass dieser Tag offiziell als Weltfriedenstag benannt und gefeiert werden soll. An dem Tag soll die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen öffentlichkeitswirksam thematisiert werden. Seit 2002 wird er jedes Jahr am 21. September begangen. Hier finden Sie mehr Informationen.

Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN), die der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen. Der Entwurf löst die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) ab und beinhal-tet 17 Ober- und 169 Unterziele. Im Unterschied zu den MDGs, die insbesondere für Entwicklungsländer galten, sind die SDGs viel umfassender und adressieren alle Staaten: Zahlreiche Aspekte globaler Krisen werden thematisiert, eine große Zahl von Zielgruppen wurden definiert und die Ziele wirken sich auf alle Bereiche des Lebens auf unserem Planeten in den nächsten 15 Jahren aus.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 21 September 2016
Ein Griff in die Schublade für mehr Nachhaltigkeit

Handysammelaktion abgeschlossen – Verbraucherschutzstaatssekretärin Quart freut sich über Spende und Ressourcenschonung

Etwa 250 Althandys sowie Akkus – das ist die Bilanz der Handysammelaktion an zwei Standorten des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz. Knapp zwei Monate konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Besucher der Ministerien, in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee und im Großen Waisenhaus ihre alten Handys unkompliziert in eine Sammelbox entsorgen. Ein Mobilfunkanbieter kümmerte sich um das fach- und umweltgerechte Recycling. Verbraucherschutzstaatssekretärin Anne Quart freute sich über die Resonanz und die daraus resultierende Spende: „Mit der Sammelaktion haben wir gleich zwei gute Ergebnisse erreicht. Zum einen werden die Erlöse an gemeinnützige Organisationen gespendet. Zum anderen sparen wir Rohstoffe ein, da sie wieder verwendet werden können. Bei modernen Smartphones ist das keine geringe Menge. Mindestens 250 Milligramm Silber, 24 Milligramm Gold und 9 Milligramm Palladium sowie weitere wertvolle Rohstoffe stecken in den Geräten. Der dafür notwendige Ressourcenabbau verursacht nicht nur Umweltschäden, sondern befördert auch oftmals äußerst bedenkliche Arbeitsverhältnisse vor Ort. Ich hoffe, dass unsere Aktion die Menschen dazu bringt ihre alten Telefone nicht irgendwo in der Schublade zu vergessen, sondern für eine Wiederverwertung zu sorgen. Das ist ein kleiner, aber nicht zu unterschätzender Beitrag für mehr Nachhaltigkeit“, sagte sie.

Hintergrund

Rechnet man die Inhaltsstoffe auf die gesammelten Geräte hoch, kommt beispielsweise ein kleiner Goldklumpen von etwa 6 Gramm bzw. 0,2 Feinunzen zustande, was bei dem derzeitigen Goldkurs immerhin knapp 230 Euro entspricht. Die Mobiltelefone, die nicht weiter benutzt werden können, werden fachgerecht zerlegt.
Handys gehören ohnehin nicht in den Hausmüll. Geraten schwer oder nicht abbaubare Stoffe durch eine unsachgemäße Entsorgung in die Umwelt, können sie zu einer Gefahr werden. Viele Hersteller, Mobilfunkanbieter und Initiativen sammeln aktiv. Handysfuerdieumwelt.de oder “Alte Handys für die Havel“ sind nur zwei von zahlreichen Aktionen bundesweit. Wer sich nicht die Mühe machen möchte, eine Sammelorganisation zu suchen oder keine Sammelstelle in der Nähe hat, kann sein Handy wie alle anderen Elektrogeräte auch am Recyclinghof abgeben. Auch die meisten Mobilfunkgeschäfte nehmen alte Handys entgegen.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 15 September 2016
Akzeptanz und innovative Lösungen

Kommunales Netzwerk bringt entwicklungspolitische Akteure und Verwaltungen bei Integrationsbemühungen zusammen

Etwa eine Millionen Menschen sind im Jahr 2015 nach Deutschland geflüchtet. Die Aufnahme von Flüchtlingen stellt insbesondere die Kommunen vor große Herausforderungen. Flucht und Migration bieten aber auch Chancen und Möglichkeiten sich stärker zu vernetzen und gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren, die bereits eine große Expertise haben, Lösungen zu entwickeln. Damit das keine graue Theorie bleibt und um die enge Verbindung von integrations- und entwicklungspolitischen Themen und den Anstrengungen bei Aufnahme und Integration deutlich zu machen, haben die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und VENROB e.V. das 1. Netzwerktreffen Migration und Entwicklung für Brandenburg nach Potsdam veranstaltet. Europastaatssekretärin Anne Quart machte bei ihrem Grußwort deutlich, wie wichtig es sei bestehende Strukturen zu nutzen: „Die gegenwärtige Flüchtlingspolitik ist oftmals durch eine Abwehrhaltung bestimmt. Viele Menschen glauben, dass Geflüchtete nur für eine begrenzte Zeit in Deutschland bleiben. Doch ein großer Teil der geflüchteten Menschen bleibt in unserem Land, auch, weil Fluchtgründe nicht einfach verschwinden. Strategien zur Verminderung von Fluchtursachen greifen nur mittelfristig und langfristig. Das ist aber kein Schreckensszenario, sondern eine Chance. Wir alle profitieren von einer gelungenen Integration. Die gelingt am besten, wenn wir bewährte und erfahrene Akteure dabei miteinbeziehen. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft erhöht nicht nur die Akzeptanz vor Ort, sondern verspricht auch gute und innovative Lösungen“, sagte Quart.

Jennifer Ichikawa, Projektleiterin im Handlungsfeld  „Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene“ bei der SKEW, sagte: „Viele Geflüchtete sind in großen und kleinen Kommunen Deutschlands angekommen.  Dies gibt uns Anlass und Gelegenheit, über globale Zusammenhänge und die eigene Rolle darin nachzudenken. Kommunen können hier eine Vorreiterrolle einnehmen, indem sie vor Ort einen Bürgerdialog anregen, Bildungsarbeit fördern, Partnerschaften mit Kommunen im globalen Süden eingehen oder indem sie fair beschaffen. Nachhaltig und besonders fruchtbar ist es, wenn sie dies gemeinsam mit migrantischen Organisationen vor Ort und weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft tun.“

Uwe Prüfer, Mitorganisator und  Vertreter des Landesnetzwerkes (VENROB), das als Arbeitsplattform für entwicklungspolitische Vereine, Gruppen, Initiativen und Eine-Welt-Läden im Land Brandenburg dient, sagte: „Die engagierten Menschen der Eine-Welt-Arbeit, so auch in den migrantischen Organisationen, haben z.T. langjährige Erfahrungen in der entwicklungspolitischen und interkulturellen Bildung. Die Akteure verfügen über eine fundierte Expertise, ein breites Angebot und erfolgreiche Konzepte, die sich auf die jetzigen Bedarfe in den Kommunen Brandenburgs anpassen lassen.“

Hintergrund:

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global ist das Kompetenzzentrum für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland. Seit 2001 steht sie den Kommunen als Service- und Beratungseinrichtung zur Verfügung. Die Schwerpunkte der Arbeit sind dabei die Themen kommunale Partnerschaften, Migration und Entwicklung, Global Nachhaltige Kommune sowie faire öffentliche Beschaffung. Kommunale Akteure werden bei ihrem entwicklungsbezogenem Engagement durch Qualifizierungs-, Informations- und Beratungsangebote unterstützt. Die Netzwerktreffen Migration und Entwicklung sollen bundesweit und auf regionaler Ebene dazu beitragen, die Akteure aus Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft miteinander ins Gespräch zu bringen. Den Akteuren wird hierdurch ein Forum für den kollegialen Austausch zu praxistauglichen Ideen, Handlungsansätzen und Projekten geboten.

Potsdam, Ministerium für Justiz und Europa und Verbraucherschutz, 7 Juli 2016
Ein Tisch – Eine Welt

7. Treffen des „Round Table Entwicklungspolitik Brandenburg“

Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft – sie alle tragen Verantwortung im Bereich der Entwicklungspolitik. Der seit 2010 aktive Round Table Brandenburg, der heute zum siebten Mal zusammenkommt, ist dabei ein wichtiges Instrument um diese Akteursgruppen zusammenzubringen und gemeinsam Strategien zu entwickeln. Gerade die im vergangenen Jahr durch die UN-Vollversammlung verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele würden Entscheidungen in den Städten und Kommunen stark beeinflussen, sagte die Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, Anne Quart. Deswegen müssten auch möglichst viele Menschen bei der Umsetzung beteiligt sein: „Der Round Table bringt Akteure aus dem ganzen Land zusammen. Menschen, die etwas verändern und deutlich machen wollen, dass die nun verabschiedeten Ziele eine Art Glaubwürdigkeitstest für die Industrie- und Schwellenländer sind. Wenn wir unsere Verantwortung ernstnehmen und eine echte globale Partnerschaft wollen, dann müssen wir damit anfangen, die vereinbarten Ziele bei uns umzusetzen. Hier sollte die Öffentlichkeit aufmerksam hinschauen. Der Round Table Entwicklungspolitik, der regelmäßig Menschen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft vernetzt, ist ein gutes Beispiel, wie die notwendige Kooperation aussehen kann“, sagte Quart.

Uwe Prüfer, der als Vertreter des Landesnetzwerkes (VENROB) als Arbeitsplattform für entwicklungspolitische Vereine, Gruppen, Initiativen und Eine-Welt-Läden im Land Brandenburg als Ko-Moderator mit am Tisch sitzt, unterstrich: „Auch Brandenburg steht vor der großen Herausforderung, seine Nachhaltigkeitsstrategie und die Entwicklungspolitischen Leitlinien der Landesregierung zukünftig zur Grundlage seiner gesamten Politik zu machen“.

Hintergrund:
Der Koalitionsvertrag der Regierung des Landes Brandenburg legt besonderen Wert auf das Prinzip der Nachhaltigkeit in allen Fachpolitiken und die Weiterentwicklung der „Entwicklungspolitischen Leitlinien der Landesregierung Brandenburg“. Die Diskussion soll kritisch und unter Einbeziehung möglichst vieler Akteure im Land Brandenburg durchgeführt werden. Grundlage ist dabei auch die 2030-Agenda. Mit der 2030-Agenda und ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) hat sich die internationale Staatengemeinschaft im September 2015 auf einen “Zukunftsvertrag” für unseren Planeten geeinigt. Der globale Norden verpflichtet sich darin ebenso wie der globale Süden zu einer umfassenden Transformation sämtlicher gesellschaftlicher Bereiche hin zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit. Alle Ebenen der Politik sind gefordert, zur Verwirklichung der Agenda und ihrer Ziele beizutragen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der regionalen und lokalen Ebene zu, da eine Vielzahl besonders relevanter Politikfelder hier verortet sind.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 10 Juni 2016
„Damit sind wir alle gemeint“

Stiftung Entwicklung und Frieden: Quart setzt sich für Agenda 2030 und deren Umsetzung auf regionaler und kommunaler Ebene ein

„Ziele alleine sorgen nicht für Gerechtigkeit.“ Mit diesem Satz machte Europastaatssekretärin Anne Quart bei der Veranstaltung „Globale 2030-Agenda lokal umsetzen: Wo steht Brandenburg?“ der Stiftung Entwicklung und Frieden in Potsdam die Verantwortung globaler, nationaler, aber eben auch regionaler Akteure deutlich. Sie zeigte sich hoffnungsvoll, dass die im vergangenen Jahr beschlossenen Nachhaltigkeitsziele dazu beitragen, globale Ungerechtigkeiten zu beseitigen und die soziale und wirtschaftliche Entwicklung überall auf der Welt zu begünstigen. Sie sagte: „Bei vielen Industrieländern muss die Erkenntnis erst noch reifen, dass auch sie gemeint sind, wenn es um die Agenda 2030 geht. Aber es ist offensichtlich, dass Entwicklung bei uns nur noch unter Achtung der Grenzen und Ressourcen unseres Planeten möglich ist. Andernfalls schaden wir uns selbst. Das setzt auch bei uns eine Änderung des heutigen Konsum- und Wohlstandsmodells voraus. Die heutige Veranstaltung zeigt, dass aber gerade auf kommunaler und regionaler Ebene das Bewusstsein für diese Tatsachen wächst.“

Was macht die Stiftung für Entwicklung und Frieden?

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) sieht ihre Kernaufgaben darin, Zukunftsthemen einer globalisierten Welt zu identifizieren und für deren Eingang in die politische und gesellschaftliche Agenda zu sensibilisieren. Sie bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über drängende Fragen von Frieden und Entwicklung. In ihren Dialogformaten erarbeitet die sef: Entscheidungshilfen für politische und gesellschaftliche Akteure. Die Stiftung Entwicklung und Frieden ist eine überparteiliche Einrichtung, getragen von den Stifterländern Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Mit ihren überwiegend internationalen Veranstaltungen schafft die sef: in einer von Handlungszwängen und schnellen Entscheidungen geprägten Zeit Raum für einen informellen und offenen, aber zugleich fokussierten Dialog. Zu ihren Kernaufgaben gehört es, dafür den inhaltlichen Rahmen zu setzen, Diskussionen zu strukturieren und disziplinenübergreifend relevante Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu identifizieren und zusammenzuführen. So finden seit mehr als zehn Jahren die Potsdamer Frühjahrsgespräche jedes Jahr und haben sich inzwischen als „Afrika-Forum zu Regionalisierung“ etabliert. Des Weiteren gibt es den alljährlichen Berliner Sommerdialog, der sich bei den kommenden Veranstaltungen mit dem Programmbereich „Internationale Verantwortung in Krisen und Konflikten“ beschäftigen wird. In kurzen Politikpapieren und ausführlicheren Hintergrundpublikationen stellt die SEF ihre Arbeitsergebnisse einer breiteren interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Nachhaltigkeitsziele:

Mit der 2030-Agenda und ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) hat sich die internationale Staatengemeinschaft im September 2015 auf einen “Zukunftsvertrag” für unseren Planeten geeinigt. Der globale Norden verpflichtet sich darin ebenso wie der globale Süden zu einer umfassenden Transformation sämtlicher Politikbereiche hin zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit. Alle Ebenen der Politik sind gefordert, zur Verwirklichung der Agenda und ihrer Ziele beizutragen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der regionalen und lokalen Ebene zu, da eine Vielzahl besonders relevanter Politikfelder hier verortet sind.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 9 Juni 2016
Antragstellung für Fördermittel „Jugend für Entwicklungszusammenarbeit

Das Programm „Jugend für Entwicklungszusammenarbeit“ des Landes Brandenburgs unterstützt Einzelpersonen, Gruppen oder gemeinnützige Vereine dabei, entwicklungspolitische Jugendaustausche im Ausland zu finanzieren. Die Stiftung Nord-Süd-Brücken, die das Programm betreut, hat für das Jahr 2016 Fördermittel zur Durchführung erhalten und Anträge können ab sofort gestellt werden.

Das Programm ermöglicht es jungen Menschen, Erfahrungen in der Entwicklungsarbeit im Ausland zu sammeln. Zu beachten ist, dass die antragsstellende Personen und Vereine ihren Sitz in Brandenburg haben müssen. Reisekosten sowie Impfungen und Versicherungen können über die Fördermittel abgedeckt werden. Die Voraussetzungen dafür sind, dass die Teilnehmenden zwischen 18 und 27 Jahren sind und der Aufenthalt zwischen 3 und 12 Wochen beträgt. Die Gruppen sollten nicht größer als maximal 5 Personen sein. Ein Gremium entscheidet im Einzelfall über die Fördermöglichkeiten.

Die Anträge können hier heruntergeladen werden und weitere Fragen zu den Rahmenbedingungen der Förderung werden hier beantwortet. 

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 19 Mai 2016
Echte Partner statt Erfüllungsgehilfen - Potsdamer Frühjahrsgespräche 2016 fragten nach Möglichkeiten für eine koordinierte afrikanische Migrationspolitik

Zum Auftakt der Potsdamer Frühjahrsgespräche am 7. April 2016 hat Europastaatssekretärin Anne Quart mehr Aufrichtigkeit und Interesse in den Beziehungen zwischen Industriestaaten und Ländern des afrikanischen Kontinents gefordert. In ihrer Begrüßungsrede betonte sie die Bedeutung der jährlichen Potsdamer Fachkonferenz: „Die Frühjahrsgespräche haben sich als ein wichtiges Afrika-Forum etabliert. Der Austausch trägt dazu bei, dass afrikanische Staaten nicht nur als Krisenherde oder bloßes Mittel mit dem eigene Probleme gelöst werden sollen, betrachtet werden. Während wir hier über die Auswirkungen der aktuellen Flüchtlingsbewegungen diskutieren und Afrika dabei vor allem mit Blick auf die Abschottung Europas Aufmerksamkeit erfährt, müssen sich viele Länder des Kontinents seit vielen Jahren mit Millionen Menschen, die vor Konflikten oder Nahrungskrisen fliehen, auseinandersetzen. Sie leisten dort Bemerkenswertes, ohne dass dies von uns wahrgenommen wird. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns an dieser Stelle austauschen und miteinander diskutieren. Wir als Land beteiligen uns bereits seit 1993 im Rahmen der Arbeit der Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) an diesem Prozess und suchen gemeinsam nach Antworten auf die komplexen Herausforderungen einer globalisierten Welt. Dabei können wir in Europa in der Debatte um ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen durchaus viel von den Staaten Afrikas lernen und so echte Partner bei Fragen von Flucht und Migration werden“, sagte Quart, die im Namen von Ministerpräsident Dietmar Woidke alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen hieß.

Hintergrund
Die Potsdamer Frühjahrsgespräche finden seit rund 15 Jahren einmal jährlich als traditionelles zweitägiges Diskussionsforum von internationalen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Diplomatie in Potsdam statt. Seit 2008 haben sie sich als „Afrika-Forum zu Regionalisierung“ etabliert. Der regionale Schwerpunkt soll auch künftig bestehen bleiben, denn eine Vielzahl zentraler SEF-Fragestellungen lassen sich an dieser Region exemplarisch bearbeiten.

Die Potsdamer Frühjahrgespräche führt die SEF traditioneller Weise in Kooperation mit mehreren Partnern durch. Im Jahr 2016 zählen dazu die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Zeitschrift WeltTrends, Potsdam. Mithilfe der Netzwerke der Kooperationspartner konnte in den vergangenen Jahren eine starke und hochrangige Beteiligung von Süd-Vertretern erreicht werden, die den besonderen Reiz – gerade auch für deutsche und europäische Experten – der Frühjahrgespräche ausmachen (es soll ein Austausch mit und nicht nur über Afrika sein).

Das gesamte Programm lässt sich hier abrufen.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 12 April 2016
Regional handeln – global denken: Kommunen diskutieren in Eberswalde zum Thema Entwicklungspolitik

Wie vielfältig Entwicklungspolitik ist und wie wichtig die Kommunen in diesem Politikfeld sind, wird am 06. April 2016 eine Fachveranstaltung in Eberswalde zeigen. Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren zu Fragen Nachhaltiger Entwicklung, zu den Gefahren des Klimawandels, aber auch über moderne Stadtplanung und Fragen multiethnischen Zusammenlebens.

„Die Welt kommt nach Brandenburg. Was braucht Brandenburg, um die Welt zu einem Teil von sich zu machen und vor ihren Herausforderungen zu bestehen?“ Dieser Frage werden die Stadt Eberswalde, die Evangelische Akademie zu Berlin sowie das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz als Veranstalter nachgehen.

Europastaatssekretärin Anne Quart sagte: „Obwohl für Länder und Kommunen das Prinzip der Globalisierung keine neue Erfahrung ist, ist die morgige Veranstaltung wichtiger denn je. Die überregionale und internationale Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Regionen ist essentiell, um zukünftige Herausforderungen meistern zu können. Entwicklungspolitik ist dabei mehr als Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Sie beginnt in der Region, in unseren “Alltagsköpfen“. Hier werden die entscheidenden Fragen gestellt: Was ist unsere Verantwortung? Was ist unser Beitrag? Was sind die direkten Auswirkungen unseres Handelns?“ Nach den UN-Beschlüssen zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen sei es wichtig, diese nun auch mit konkreten Umsetzungsstrategien zu versehen, so Quart weiter.

Eine Pressemappe mit Hintergrundinformationen zum Thema und das Programm finden Sie hier.
Anmeldungen online.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 5 April 2016
Europastaatssekretärin warnt vor weiterer Vermischung von Ausgaben für Sicherheit und Flüchtlinge mit Mitteln der Entwicklungs-zusammenarbeit

Angesichts aktueller Diskussionen zur veränderten Bilanzierung von Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit hat Europastaatssekretärin Anne Quart davor gewarnt, die absoluten Ausgaben zu senken: „Seit mehr als 40 Jahren bekennen sich die Industrieländer jedes Jahr aufs Neue zum 0,7 Prozent-Ziel. Doch anstatt tatsächlich diesen Anteil der Bruttonationaleinkommen dafür aufzuwenden und damit die Lage der Menschen in den weniger entwickelten Ländern zu verbessern, soll nun versucht werden diesen Anteil noch klein zu rechnen. Bereits jetzt ist es möglich Ausgaben im Zusammenhang mit der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen für bis zu zwölf Monate in den Entwicklungsbudgets einzurechnen und die meisten Staaten machen hiervon auch Gebrauch. Wenn wir das noch ausweiten und Ausgaben für Sicherheitsbemühungen oder sogar Mittel aus privaten Quellen in die Bilanz miteinfließen lassen würden, dann steht am Ende schlicht weniger Geld für konkrete Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Das ist aber gerade mit Blick auf die Flüchtlingszahlen der falsche Weg. Um Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen, brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz und ein langfristiges verbindliches Engagement, das auch finanziell ausreichend unterlegt ist. Ich finde es kurzsichtig, wenn in haushaltsbezogener Hinsicht die Aufnahme von geflüchteten Menschen generelle Fragen der Entwicklung und Migration in den Hintergrund rücken lässt. Damit gefährden wir nur unsere langfristigen Ziele“, sagte Quart.

Heute und morgen wollen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter des OECD-Ausschusses für Entwicklungshilfe (DAC) in Paris über Finanzierungsfragen beraten. Quart appellierte an die Mitglieder, die Ziele der Nachhaltigen Entwicklung keinen kurzfristigen finanziellen Interessen zu opfern: „Der richtigen Einsicht in die besondere globale Verantwortung der reichen Länder sind bisher noch kaum Taten gefolgt. Hier müssten wir konsequent sein und die Mittel tatsächlich erhöhen, anstatt Bilanztricks anzuwenden. Gerade nachdem wir auch die UN-Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung im vergangenen Herbst beschlossen haben. Sie sind eine gute Anleitung, um Projekte erfolgreich zu gestalten. Außerdem werden unsere Erfolge bei der Entwicklungszusammenarbeit weiterhin durch Entscheidungen in anderen Politikfeldern, wie der Handels-, Finanz-, Umwelt-, oder Sicherheitspolitik zunichte gemacht. Hier bräuchte es die Einsicht, dass wir uns mehr und nicht weniger um Entwicklungsziele kümmern müssen. Entwicklungszusammenarbeit ist eine zentrale Zukunftsausgabe und die Bereitstellung der Mittel sollte nicht als lästige Pflicht, sondern als absolut notwendiges Instrument zur Herstellung globaler Gerechtigkeit begriffen werden“, so Quart weiter.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 18 Februar 2016
Entwicklungspolitik bleibt auch 2016 wichtig: Europastaatssekretärin zieht positive Bilanz des Europäischen Jahres für Entwicklung und wirbt für weitere Beteiligung im neuen Jahr

Zum Jahreswechsel ist das Europäische Jahr für Entwicklung offiziell Geschichte. 365 Tage an denen tausende Menschen in ganz Brandenburg sich mit der Frage Nachhaltiger Entwicklung und Entwicklungspolitik auseinandergesetzt, gemeinsam diskutiert und an Lösungen gearbeitet haben. Was sind die Ursachen für Flucht und Migration? Was ist und liegt in unserer eigenen Verantwortung? Welche Möglichkeiten gibt es fairen und umweltfreundlichen Handel zu fördern?

Europastaatssekretärin Anne Quart zog zwischen den Feiertagen eine positive Bilanz zum Abschluss des Themenjahres: „Mehr als 220 Veranstaltungen gab es in ganz Deutschland, davon 32 in Brandenburg und eine ganz besondere in Potsdam. Bei der ZukunftsTour im September kamen mehr als 1.000 Menschen, damit hatten wir bundesweit eine der erfolgreichsten Veranstaltungen in diesem Jahr. Die Brandenburger Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstage und die große Beteiligung am Bürgerfest rundeten das noch ab. Doch neben diesen ganz großen Events gab es auch überall im Land viele Aktionen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die unter dem Motto "Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft" für nachhaltige, gerechte und soziale Beziehungen auf globaler Ebene warben. All jenen möchte ich herzlich danken. Bei uns im Land geht es ja auch noch weiter und wir werden Anfang nächsten Jahres noch weitere spannende Veranstaltungen im Land haben“, sagte sie.

Sie zeigte sich zufrieden, dass die Akzeptanz der Finanzierung von Entwicklungspolitik auf Landesebene weiter gestiegen sei. Quart sagte: „Auf insgesamt 160.000 Euro haben wir die direkten Ausgaben für Entwicklungspolitik seit der vergangenen Legislatur erhöht. Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr deutlich machen konnten, warum das eine gute Investition ist. Im Verlauf diesen Jahres konnten wir in Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem BMZ, VENROB e.V. und der evangelischen Kirche außerdem zwei entwicklungspolitische PromotorenInnenprogramme mit insgesamt acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern starten, die unsere Arbeit in diesem Bereich weiter stärken werden. Das Jahr hat gezeigt, dass verschiedenste Akteure sehr erfolgreich miteinander zusammen arbeiten und wir darauf aufbauen können.“

Es sei bei den Veranstaltungen deutlich geworden, dass es richtig sei, Entwicklungspolitik auch und vor allem als kommunale Aufgabe zu begreifen, da eine Veränderung bei den Bürgerinnen und Bürgern vor der eigenen Haustür beginne. Denn hier könne oft mehr erreicht werden, als auf internationaler Ebene: „2015 war nicht nur das Europäische Jahr für Entwicklung, wir haben auch den 45. Jahrestag der Nichterfüllung des Ziels der Industrieländer, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit bereit zu stellen, begangen. Mit der Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele und dem Beschluss des Klimagipfels wurden zwar sehr wichtige Weichenstellungen getroffen, allerdings fehlt wie so oft die Verbindlichkeit bei der Umsetzung. Im globalen Rahmen fällt die Bilanz also eher zwiespältig aus. Hier vor Ort kann jede und jeder mithelfen, dass wir unsere Ziele auch erreichen. Fair gehandelte Produkte, bewusster Fleischkonsum, ein sparsamer Umgang mit Energie, der Verzicht auf die Plastiktüte – es gibt hunderte Dinge in unserem Alltag, die direkt mit der Situation von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu tun haben. Bei unserem Ressourcenverbrauch und unseren Konsumgewohnheiten reicht diese eine Welt nicht aus. An vielen Orten haben wir dies im Rahmen des Aktionsjahres deutlich machen können. Ich würde mir hier wünschen, dass die Kommunen auch nach dem Aktionsjahr so engagierte Partner bleiben“, sagte Quart.

Ihr sei bewusst, dass es noch an vielen Stellen erhebliches Potential für Verbesserungen gebe: „Ich sage zum Abschluss diesen Jahres trotz aller Erfolge auch ganz klar, dass wir mit unseren Bemühungen an Grenzen stoßen und es durchaus nachvollziehbare Kritik an der Wirksamkeit von Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit gibt. Wir müssen aber über die tatsächlichen Zusammenhänge sprechen. Allzu oft werden Erfolge bei der Zusammenarbeit durch Entscheidungen in anderen Politikfeldern, wie der Handels-, Finanz-, Umwelt-, oder Sicherheitspolitik zunichte gemacht. Vor allem in der Handels- und Finanzpolitik kann nicht alles bleiben wie es ist. Nur ein Beispiel: Seit 2009 haben sich die Hähnchen-Exporte aus Europa in Richtung Afrika verdreifacht. Wir fördern also wirtschaftliche Aufbauprojekte und zerstören an anderer Stelle ganze Wirtschaftszweige. Das ist völlig kontraproduktiv. Durch die aktuelle Debatte über Flucht und Migration wird das sicherlich auch außerhalb der Fachöffentlichkeit erkannt. Mit den im September verabschiedeten Nachhaltigkeitszielen können wir dem wirksam begegnen, wir müssen aber auch dementsprechend handeln. In diesem Zusammenhang können wir alle gute Vorsätze für das kommende Jahr 2016 fassen und damit die Entwicklungspolitik auf allen Ebenen voranbringen – auch ohne Aktionsjahr.“

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 6 Januar 2016
Europastaatssekretärin Anne Quart mahnt bei Gespräch zur neuen EU-Handelsstrategie bewussteren Umgang mit Ressourcen an und wirbt für gerechte Ausgestaltung der Weltwirtschaft

„Weiter so“ ist keine Option

Die neue EU-Handelsstrategie wurde am Dienstag in der Brandenburger Landesvertretung in Brüssel ganz genau unter die Lupe genommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachkonferenz diskutierten die Frage: „Bremsklotz oder Meilenstein für Nachhaltige Entwicklung und Entwicklungspolitik?“. Europastaatssekretärin Anne Quart warb um eine aktive Beteiligung zur Bewertung der neuen Strategie und stellte klar, dass es kein „Weiter so“ geben dürfe: „In der Handels- und Finanzpolitik kann nicht alles bleiben wie es ist. Mit unserem Ressourcenverbrauch und unseren Konsumgewohnheiten reicht diese eine Welt nicht aus. Vor allem stehen sie in krassem Widerspruch zu unseren Bemühungen die Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. Durch die aktuelle Debatte über Flucht und Migration wurde das hoffentlich auch außerhalb der Fachöffentlichkeit erkannt. Ungleichgewichte im internationalen Handel, Finanzspekulationen, soziale Spannungen, der Klimawandel mit direkten Auswirkungen auf Ernährungslagen, all das trägt zur Entstehung oder Verfestigung von Konflikten bei. Sie stellen damit direkte Fluchtursachen dar. Mit den im September verabschiedeten Nachhaltigkeitszielen haben wir ein Instrument, um diesen Herausforderungen begegnen zu können. Damit das gelingt, müssen wir diese 17 Ziele aber auch ernsthaft und konsequent umsetzen. Nicht nur auf der Südhalbkugel, sondern direkt bei uns in den Ländern und Kommunen. Wenn die Globalisierung eines gezeigt hat, dann die Tatsache, dass wir alle miteinander verbunden und eine gemeinsame Verantwortungsgemeinschaft sind. Dementsprechend müssen wir aber auch handeln“, sagte Quart.

Gemeinsam diskutierten in Brüssel unter anderem die Europaabgeordnete Ska Keller, Vertreter aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und der Kirchen, darunter Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Die Veranstaltung wurde durch den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Berliner Missionswerk und das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz Rahmen des Europäischen Jahres für Entwicklung initiiert und durchgeführt.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 19 Dezember 2015
Europäisches Jahr für Entwicklung 2015: Klarer Auftrag für nachhaltige und gerechte Welt

Europastaatssekretärin lobt Europäisches Entwicklungsjahr als wichtige Weichenstellung für regionale entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Während sich das Europäische Jahr für Entwicklung offiziell dem Ende zuneigt, hat Europastaatssekretärin Anne Quart zur Eröffnung der Fachtagung „Die Europäische Entwicklungszusammenarbeit im Jahre 2015“ das bisher Erreichte gelobt, dabei aber auch den weiter notwendigen Handlungsbedarf bekräftigt. In Ihrem Grußwort bedankte sie sich ausdrücklich bei allen Engagierten, insbesondere den zivilgesellschaftlichen Akteuren: „Im Rahmen der Agenda 2030 haben wir den klaren Auftrag bekommen, die Nachhaltige Entwicklung im globalen Maßstab und auf allen Ebenen, also auch auf der des Bundes, der Länder und der Kommunen, voranzubringen. Gerade die regionalen Akteure vor Ort nehmen bei der Umsetzung von Aktivitäten eine entscheidende Rolle ein. Dafür brauchen wir den regelmäßigen Austausch zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Die Aktivitäten im Rahmen des Europäischen Jahres für Entwicklung gehen in die Schlussphase, wobei in den vergangenen Monaten Vieles erreicht wurde. Ich denke da zum Beispiel an das große Interesse bei der ZukunftsTour in Potsdam, die Vielfalt der Aktivitäten im Rahmen der Brandenburger Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstage, aber auch an die große Beteiligung am Bürgerfest. Verschiedenste Akteure haben dabei sehr erfolgreich miteinander zusammengearbeitet. Darauf können und müssen wir aufbauen“, sagte Quart.

Mehr als 200 Veranstaltungen zu Themen der Entwicklungspolitik habe es bisher bundesweit gegeben. Sie hätten gezeigt, dass Entwicklungspolitik mehr als Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit sei, sagte Quart: „Entwicklungspolitik beginnt in der Region, in unseren Köpfen und vor unserer Haustür. Beim täglichen Einkauf oder bei der Planung des Urlaubs geht es darum zu fragen, was unsere eigene Verantwortung ist und welche Auswirkungen unser Handeln hat. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch die Handels-, Wirtschafts- und Außenpolitik deutlich verändern müssen, damit die Bemühungen in der Entwicklungszusammenarbeit auch Früchte tragen können".

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 18 Dezember 2015
Neue Publikation „Globales Lernen lebenslang!“

Das entwicklungspolitische Landesnetzwerk in Brandenburg VENROB e. V. veröffentlicht in Kooperation mit seinem Mitgliedsverein WeltTrends e. V. jährlich eine Publikation aus der Schriftenreihe „Forum Entwicklungspolitik Brandenburg“ (FEB). In der diesjährigen Ausgabe „Globales Lernen lebenslang!“ liegt das Augenmerk insbesondere auf dem Thema des Globales Lernens/Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Dieses Thema ist ein wesentlicher Faktor und wichtiger Bereich um Menschen zu sensibilisieren und dazu zu motivieren, Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu formulieren. Globale Zusammenhänge sollen erläutert und erfasst werden und das eigene Konsumverhalten und die daraus resultierenden globalen Auswirkungen kritisch betrachtet werden.

Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung versetzt Menschen in die Lage, über friedliche Koexistenz auf Augenhöhe mit anderen Kulturen zu reflektieren, was angesichts der momentanen Flüchtlingssituation besonders wichtig ist. Die ist nur eine Auswahl der Themen die in dieser Veröffentlichung aufgegriffen werden. Darüber hinaus informiert das Heft über das Weltaktionsprogramm (WAP) BNE.

Ein Großteil der Broschüre widmet sich der Dokumentation der Bildungstagung „Bildung. Gerechtigkeit. Zukunft“. Das aktuelle Heft kann kostenfrei in der Geschäftsstelle von VENROB angefordert werden und steht als PDF-Datei zum Download bereit.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, World University Service e.V., 16 Dezember 2015
Offene Arbeitsplattform Entwicklungspolitik-Fluchtarbeit-Migration gegründet

Auf Einladung von VENROB fand am 7. November 2015 im Potsdamer „Freiland" ein Arbeitstreffen migrantischer und entwicklungspolitischer Akteure Brandenburgs statt. Dabei ist von den Anwesenden eine offene Arbeitsplattform Entwicklungspolitik-Fluchtarbeit-Migration im Land Brandenburg zu diesem breiten und akutem Themenfeld gegründet worden, an der sich weitere Interessenten beteiligen können. Zunächst werden als Aufgaben ein verbesserter Informations- und Erfahrungsaustausch gesehen. Vereinbart wurden weitere gemeinsame Treffen, bei
denen sich u.a. jeweils zwei der beteiligten Vereine näher vorstellen können.

Angestrebt für 2016 wird zum Beispiel das Angebot eines Qualifizierungsvorhabens für Akteure auf kommunaler Ebene, die sich längerfristig mit Fluchtursachen, Interkultureller Kompetenz, Globalem Lernen und ähnlichem befassen möchten. VENROB übernimmt zunächst mittels einer Promotorenstelle die Koordination der Plattform.

Info/Kontakt: Abdou Rahime Diallo, diallo@venrob.org

VENROB e.V., 10 Dezember 2015
PromotorInnen-Programm gestärkt

Das Land Brandenburg und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) haben eine gemeinsame Erklärung zu den neuen nachhaltigen Zielen der Vereinten Nationen veröffentlicht. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht das Programm „Eine-Welt-PromotorInnen“. Zu den sechs PromotorInnen aus der Finanzierung über das BMZ und das Land kommen drei weitere Referentenstellen hinzu, die zu einem erheblichen Teil von der Kirche finanziert werden.

Im Fall der drei zusätzlichen Brandenburger PromotorInnen erfolgt die Auswahl und Programmsteuerung durch den Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKBO zusammen mit der Stiftung Nord-Süd-Brücken, die die BMZ-Mittel verwaltet. Beratend beteiligt sind Brot für die Welt, das die Kirchensteuermittel für Bildungsarbeit bereitstellt und das Landesnetzwerk „Verbund entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V.“ (VENROB).

VENROB e.V., 11 November 2015
Neue Ziele zur nachhaltigen Entwicklung: Evangelische Kirche und Land Brandenburg stärken Zusammenarbeit

Anfang September 2015 haben sich die Vereinten Nationen auf neue Ziele nachhaltiger Entwicklung verständigt. Das Land Brandenburg und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) stellen sich nun ihrer Mitverantwortung für die Umsetzung, indem sie ihre Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklungspolitik auf eine neue Grundlage stellen.

Dazu haben das Land Brandenburg und die EKBO eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht (s. Anhang). Im Zentrum der Zusammenarbeit steht das Programm „Eine-Welt-PromotorInnen“, das vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert wurde, um die entwicklungsbezogene Inlandsarbeit und das „globale Lernen“ zu stärken.

Aufgrund der Vereinbarung zur engeren Zusammenarbeit zwischen Land und Landeskirche gibt es in Brandenburg die Besonderheit, dass zusätzlich zu den fünf PromotorInnen aus rein staatlicher Finanzierung drei weitere Eine-Welt-ReferentInnen an der Entwicklungsarbeit beteiligt sind, bei denen ein Teil der Kosten aus kirchlichen Mitteln gedeckt wird.

„Eine starke und lebendige Zivilgesellschaft ist das Herz unserer Demokratie. Mit vielfältigen Ideen und kreativen Lösungen arbeiten engagierte Menschen aktiv für nachhaltige Entwicklung weltweit. Deshalb unterstützt das BMZ mit dem Promotorenprogramm diese wichtige Arbeit“, erklärt Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

Die brandenburgische Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, Anne Quart, lobt die Ausrichtung des Programms: „Entwicklungspolitik ist mehr als das Verteilen von Hilfsgütern. Es geht darum ein Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen. Wer sich für mehr Nachhaltigkeit und mehr Gerechtigkeit auf globaler Ebene einsetzen will, der muss bei sich selbst anfangen. Das Promotorenprogramm trägt dazu bei, hier in Brandenburg direkt in den Kommunen über die Hintergründe und Missstände von Handelsbeziehungen und Wirtschaftsformen aufzuklären und ist so ein erster und wichtiger Schritt hin zu eine fair und nachhaltig gestalteten Welt.“

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer Aktivitäten: „Ziel beider Programme ist es, die Vernetzung der zivilgesellschaftlichen Angebote des globalen Lernens „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ voranzutreiben, sowie gemeinsam mit Vereinen, Kommunen und der Wirtschaft für mehr entwicklungspolitisches Bewusstsein und Verantwortungsübernahme einzutreten. Dies drückt sich etwa in der Stärkung des Fairen Handels und der Schaffung von Bildungsangeboten aus.

Angestrebt wird außerdem ein möglichst breites Netz an Kooperationspartnern. Die verschiedenen Aktivitäten zum Europäischen Jahr für Entwicklung sind dafür gute Beispiele. Gemeinsam ist es am 16. September gelungen, über 1000 Menschen zur Teilnahme am „Zukunftstag“ des BMZ in Potsdam zu motivieren. Auch beim Bürgerfest „25 Jahre Brandenburg“ am 26. September waren Zivilgesellschaft und Landeskirche an den Präsentationen im Neuen Lustgarten beteiligt.“

Hintergrund: Das „Eine-Welt-PromotorInnen-Programm“
In diesem Programm übernimmt das Bundesministerium 60% der Personalkosten für die „PromotorInnen“ genannten Bildungsreferenten, wenn ein Bundesland bereit ist, für die übrigen 40% aufzukommen. Bundesweit wurden so schon über 80 PromotorInnen-Stellen ins Leben gerufen.
Die Promotorinnen und Promotoren sind jeweils bei freien Bildungsträgern angestellt. Die Auswahl und Koordinierung liegt bei den so genannten entwicklungspolitischen Landesnetzwerken, also den Verbänden zivilgesellschaftlicher Organisationen, die entwicklungsbezogen arbeiten.
Im Fall der drei zusätzlichen Brandenburger PromotorInnen erfolgt die Auswahl und Programmsteuerung durch den Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKBO zusammen mit der Stiftung Nord-Süd-Brücken, die die BMZ-Mittel verwaltet. Beratend beteiligt sind Brot für die Welt, das die Kirchensteuermittel für Bildungsarbeit bereitstellt und das Landesnetzwerk „Verbund entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V.“ (VENROB).

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 27 Oktober 2015
Entwicklungsziele: Widerspruch zwischen Nachhaltigkeit und Wachstum auflösen – Fluchtursachen beseitigen. Vor dem UN-Gipfel fordert Europastaatssekretärin verbindliche Finanzierungszusagen und Umdenken bei Wirtschaft und Konsumenten

Am Wochenende wollen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verbindliche „nachhaltige Entwicklungsziele“ beschließen. Bis 2030 sollen diese umgesetzt werden. Europastaatssekretärin Anne Quart äußerte sich im Vorfeld zu den offenen Fragen und Chancen des Gipfels: „In diese 17 Ziele setzen wir alle große Hoffnungen für eine nachhaltigere und sozial gerechtere Zukunft für alle Menschen. Wir müssen uns mit der Verabschiedung dieser Ziele aber auch dazu verpflichten, die notwendigen Mittel zu ihrer Umsetzung bereitzustellen. Endlich haben wir eine echte Strategie, die sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländer dazu auffordert, die Armut zu bekämpfen, unseren Planeten für unsere Kinder und Enkelkinder zu erhalten und darüber hinaus einen nachhaltigen Gesellschaftsentwurf zu wagen. Wir dürfen aber nicht darauf setzen, dass unsere Ziele mit bloßem Wirtschaftswachstum finanziert werden können. Nachhaltigkeit oder Klimaschutz stehen im krassen Widerspruch zu diesem Wachstumsgedanken, das dürfen wir nicht vergessen“, sagte sie angesichts der Vorschläge, die notwendigen Mittel vor allem über die wirtschaftliche Entwicklung bereit stellen zu wollen.

Sie sei froh, dass zahlreiche zivilgesellschaftliche Akteure an der Agenda mitgewirkt hätten. Doch es müsse eine echte Veränderung innerhalb des globalen Wirtschaftssystems und beim individuellen Konsumverhalten geben: „Am Wochenende sind nun die nationalen Vertreter gefragt, um verantwortungsvolles Handeln zu fördern und zu stärken. Wir brauchen Kohärenz in und über die Politikfelder hinweg, insbesondere in der Außen-, Handels- und Agrarpolitik. Wir haben im Europäischen Jahr für Entwicklung immer wieder die Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger hervorgehoben und viele Menschen in Brandenburg sind diesem Aufruf bereits gefolgt, so zum Beispiel in der vergangenen Woche bei der ZukunftsTour. Bei unseren Bemühungen für eine nachhaltigere und gerechtere Welt brauchen wir jetzt aber dringend einen globalen Konsens und die Unterstützung der nationalen und internationalen Ebene. Wenn wir allen Menschen eine soziale und wirtschaftliche Perspektive bieten können, ist das auch die effektivste Politik, um Fluchtursachen zu beseitigen“, sagte Quart.

Auch beim Bürgerfest am Samstag gebe es an den Ständen des Ministeriums des Justiz und für Europa und Verbraucherschutz die Möglichkeit, mit Experten und Engagierten zu diskutieren und sich über die großen Zusammenhänge von Nachhaltiger Entwicklung, aber auch über den möglichen eigenen Beitrag an einer gerechteren Welt zu informieren. 

Hintergrund
Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN), die der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen. Der Entwurf löst die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) ab und beinhaltet 17 Ober- und 169 Unterziele. Im Unterschied zu den MDGs, die insbesondere für Entwicklungsländer galten, sind die SDGs viel umfassender und adressieren alle Staaten: Zahlreiche Aspekte globaler Krisen werden thematisiert, eine große Zahl von Zielgruppen wurden definiert und die Ziele wirken sich auf alle Bereiche des Lebens auf unserem Planeten in den nächsten 15 Jahren aus. Mehr Informationen zu den einzelnen Punkten gibt es auf den Seiten des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und der Vereinten Nationen (Englisch).

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz , 24 September 2015
Bürgerfest 2015: Alles, was Recht ist - Mit einer breiten Themenpalette präsentieren sich Justiz, Verbraucherschutz und das Europaressort bei der Feier des Landesjubiläums

Was kann ich tun, wenn meine Partnerin oder mein Partner zum Pflegefall wird? Wer hilft mir, wenn die Nachbarn ihren Kompost direkt neben meiner Terrasse aufstellen? Wie kann ich mich im Netz gegen fremde Blicke und vor allzu gierigen Datenkraken schützen? Warum liegt es in meiner Hand, die Welt ein bisschen gerechter zu machen? Fragen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Antworten darauf gibt es am Samstag, den 26.09.2015, auf dem Bürgerfest zum 25. Landesgeburtstag rund um die Zelte des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbrauchschutz.

Ab 11 Uhr präsentieren sich die Abteilungen des Ministeriums mit abwechslungsreichen Aktionen, Informationen und der Möglichkeit des persönlichen Gesprächs im Lustgarten. Der Justizbereich informiert zu Fragen des Nachbarschaftsrechts und gibt hilfreiche Tipps mit einer speziellen Broschüre zum Thema Vorsorge und Pflegevollmacht. Im Europäischen Jahr für Entwicklung präsentieren sich auf dem Gelände zahlreiche Organisationen zum Thema Nachhaltigkeit, Entwicklungspolitik und fairer Handel, auch die Arbeit der EU-Kommission wird anschaulich vorgestellt. Nicht nur Brandenburg, auch der Strukturfonds INTERREG feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und wird beweisen, dass „Struktur- und Investitionspolitik“ alle angeht und dabei auch noch spannend sein kann. Die Verbraucherzentrale hilft an ihrem Stand dabei, die eigenen Daten beim Surfen im Internet besser zu schützen und klärt über die notwendigen Maßnahmen der digitalen Sammelwut zu entgehen, auf.

Neben all den ernsten Themen rund ums Recht, soll auch der Spaß für Groß und Klein nicht zu kurz kommen. In der EU-Fotobox können sich alle Besucherinnen und Besucher eine bleibende Erinnerung vom Landesjubiläum gleich mitnehmen. Besonders die kleinen Brandenburgerinnen und Brandenburger werden sich über die Kreationen der Luftballonkünstlerin freuen, die zwischen 11.00 und 17.00 Uhr Kinderwünsche erfüllen wird.

Weitere Informationen zu Ablauf und Programm finden Sie hier.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 24 September 2015
Entwicklungspolitik der Deutschen Länder beim Bürgerfest zum Gründungstag des Landes Brandenburg

Was haben Nordrhein-Westfalen mit Ghana oder Mpumalanga in Südafrika, Hamburg mit Leon in Nicaragua oder Hessen mit Vietnam zu tun? Wie gestaltet sich die Entwicklungspolitik der Deutschen Länder mit ihren Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika und was leisten die Deutschen Länder im Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 konkret?

Spannende Fragen, die auf dem Bürgerfest „Brandenburger Tag“ am 26. September 2015 rund um das Potsdamer Parlament beim Stand der Deutschen Länder in der Entwicklungspolitik beantwortet werden können. Mit attraktiven Mitmachaktionen können die interessierte Bürgerinnen und Bürger sich über die Entwicklungspolitik der Länder informieren und über Mitmachmöglichkeiten austauschen. Hierbei werden die Länder seitens des World University Service (WUS) unterstützt.

Der „Brandenburger Tag“ wird zur Feier des 25. Jahrestages der Neugründung des Landes Brandenburg in der Potsdamer Innenstadt durchgeführt und wird von der Landesregierung in Zusammenarbeit mit dem Landtag organisiert. Das Angebot umfasst auch ausgewählte Aspekte der entwicklungspolitischen und europapolitischen Kommunikationsarbeit. Zahlreiche Vereine und Organisationen werden sich ebenfalls beteiligen, ihre Arbeit vorstellen und zur Diskussion mit Politik und interessierter Öffentlichkeit bereitstehen.

Rückfragen an:
Detlev Groß
Land Brandenburg - Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz
Abteilung Europa und Internationale Beziehungen
Heinrich-Mann-Allee 107 - 14473 Potsdam - Tel. 0331 866 3411
detlev.gross@mdjev.brandenburg.de

World University Service e.V., 21 September 2015
Entwicklungspolitik beginnt vor der eigenen Haustür - “ZukunftsTour“ in Potsdam weckt großes Interesse

Mehr als 1.000 Menschen, vor allem Schülerinnen und Schüler, haben am Mittwoch, den 16. September 2015, im Rahmen der “ZukunftsTour“ über Fragen der nachhaltigen Entwicklung und globaler Gerechtigkeit diskutiert. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren auch hier aktuelle Fragen zu Flucht und Migration.

Europaminister Helmuth Markov begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Entwicklungsminister Gerd Müller und freute sich über das große Interesse: „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für eine Veranstaltung zum Thema EineWelt. Denn die Probleme aus anderen Teilen der Welt sind längst zu unseren eigenen geworden. Und die sichtbarste Folge dessen sind die tausenden Flüchtlinge und Asylsuchenden, die täglich in unser Land kommen.“, sagte er. „Dass an dieser Veranstaltung so viele Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben, zeigt ganz klar: Brandenburgs Jugend ist weltoffen, engagiert und interessiert an globalen Zusammenhängen. Und das finde ich großartig!“ 

Neben einer Zukunftswerkstatt, zahlreichen Workshops, Ausstellungen und Projekten stellten sich Europaminister Helmuth Markov und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller am Nachmittag den Fragen des Publikums. Markov hob dabei die Bedeutung der Länder bei der Entwicklungspolitik hervor: „Unser heutiges Handeln hier vor Ort bestimmt unsere globale Zukunft. Ich hoffe, dieser Tag macht deutlich, dass Entwicklungspolitik vor der eigenen Haustür beginnt. Mit unserem Konsumverhalten und unserem Ressourcenverbrauch beeinflussen wir das Schicksal von Millionen Menschen. Das sollte man auch bei der aktuellen Diskussion zu Flüchtlings- und Migrationsbewegungen nicht vergessen.“

Europastaatssekretärin Anne Quart hatte zuvor am Morgen die Zukunftswerkstatt eröffnet, bei der sich Schülerinnen und Schüler mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft austauschen konnten. Quart würdigte dabei das große Engagement der vielen ehrenamtlichen Akteure: „Globale Probleme erfordern konkrete lokale Lösungen. Wir in den Ländern sind durch die Kommunen besonders nah an den Problemen und können als Warnsystem fungieren, wenn Dinge schief laufen. Viele Menschen engagieren sich hier im Land  schon seit Jahrzehnten für mehr Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Ein Beispiel bei uns ist der Verein Venrob, der sich zum Ziel gesetzt hat, interessierte Akteure der Entwicklungszusammenarbeit zusammenzubringen. Er feiert dieses Jahr bereits seinen 20. Geburtstag, dafür meinen herzlichen Glückwunsch und meinen Dank an alle Beteiligten.“

Hintergrund:
Im Rahmen der “ZukunftsTour“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurden Initiativen, Start-ups und Unternehmen aufgefordert, Ideen und Projekte für eine nachhaltige Entwicklung zu präsentieren. In Workshops und interaktiven Lernstationen werden in zahlreichen Städten globale Themen anschaulich, spielerisch und praxisnah vermittelt. Im Europäischen Jahr für Entwicklung wurde in Potsdam darüber diskutiert, was nachhaltige Entwicklung und Entwicklungspolitik nach dem Motto „Brandenburg goes global!“ für das Land bedeutet. Themen der Workshops waren u.a. „Potsdam soll Fair Trade Stadt werden“, „Trinkwasser in (der) Not“, „Flüchtlingskinder in Deutschland“, „Angekommen! Und jetzt?“, „Flucht und Migration – Darum sind wir hier, und Sie?“ oder „Chat der Welten“. Mehr Informationen zur “ZukunftsTour“ und der Zukunftscharta gibt es hier.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 17 September 2015
Zu Gast in Brandenburg: Deutsche Länder stellen ihre Entwicklungspolitik vor

In Kooperation mit den Deutschen Ländern und der Zivilgesellschaft bringt Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Zukunftscharta in alle 16 Deutsche Länder. Am 16. September 2015 macht die Tour ihre fünfte Station in Brandenburg. In diesem Rahmen stellen die 16 Deutschen Länder ihre Partnerschaften und ihr entwicklungspolitisches Engagement vor.

Das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg lädt am 16. September 2015 zur ZukunftsTour in Potsdam ein. Im Europäischen Jahr für Entwicklung soll mit Interessierten in Brandenburg darüber diskutiert werden, was nachhaltige Entwicklung und Entwicklungspolitik ganz nach dem Motto „Brandenburg goes global!“ für das Land bedeutet.

Am Vormittag findet eine Zukunftswerkstatt mit zahlreichen Fachforen, Workshops, Lernstationen, Ausstellungen und Filmvorführungen statt. Europastaatssekretärin Anne Quart und Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Leiter des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit in Potsdam werden die Veranstaltung eröffnen, bei der viele Workshops zum Mitmachen und Mitdiskutieren einladen. Hierbei können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger in Brandenburg über die Entwicklungspolitik der 16 Deutschen Länder informieren und erfahren, wie sie sich selbst engagieren können.

Veranstaltungshöhepunkt an diesem Tag ist die Politikarena mit Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, Europaminister Dr. Helmuth Markov sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Mit der Tour durch alle 16 Deutschen Länder setzt Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Muller den Weg der von ihm im vorigen Jahr initiierten „Zukunftscharta“ fort. „Wir haben uns im vergangenen Jahr gemeinsam Gedanken gemacht, was Nachhaltigkeit bedeutet und die Zukunftscharta geschrieben. Jetzt machen wir uns auf Tour quer durchs Land, um ganz konkret über die Umsetzung der Charta mit den Menschen zu diskutieren“, sagte Muller zum Auftakt der ZukunftsTour im Juni in Hannover und Bremen.

Rückfragen an:
Detlev Groß
Land Brandenburg - Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz
Abteilung Europa und Internationale Beziehungen
Heinrich-Mann-Allee 107 - 14473 Potsdam - Tel. 0331 866 3411
detlev.gross@mdjev.brandenburg.de

World University Service e.V., 14 September 2015
Was der eigene Konsum mit Flüchtlingen zu tun hat - Studie bestätigt Kritik von Europa- und Verbraucherschutzminister Markov an der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen

Eine aktuelle Studie bescheinigt Deutschland bei den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDGs), die von der Europäischen Union unterstützt und Ende September in der UN-Vollversammlung verabschiedet werden sollen, großen Nachholbedarf: „Der 6. Platz von 34 Staaten sollte uns nicht täuschen. Wir verschwenden zu viele Lebensmittel, produzieren zu viel Müll und erreichen unsere Ziele bei der Entwicklungszusammenarbeit nicht. Die Studie bestätigt meine Befürchtungen, was die Durchsetzung der Nachhaltigkeitsziele angeht. Wenn wir im globalen Maßstab erfolgreich sein wollen, dann müssen wir aber Vorbild und Vorreiter sein“, sagte Europa- und Verbraucherschutzminister Helmuth Markov angesichts der veröffentlichten Zahlen.

Ein Ziel der vorgeschlagenen SDGs sei die Halbierung von Lebensmittelabfällen bis 2030. Erst in der vergangenen Woche habe Frankreich erste Maßnahmen ergriffen, die deutschen Verbrauchschutzminister hätten die Bundesregierung ebenfalls zum Handeln aufgefordert. Auch beim Wasserverbrauch sei man vom eigenen Anspruch weit entfernt. Markov sagte: „Dieser sogenannte SDG-Stresstest sollte uns allen die Augen öffnen, dass wir weder bei uns, noch im globalen Maßstab einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und zum Schutz der Umwelt leisten können, wenn wir nicht versuchen unsere Konsumgewohnheiten zu verändern. Denn unser Ressourcenverbrauch ist mitverantwortlich für die schwierigen Lebensbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Gerade bei der aktuellen Debatte über Flüchtlings- und Migrationsbewegungen müssen wir uns das vor Augen halten.“

Die Studie habe auch bestätigt, dass Vorschläge der vergangenen Nachhaltigkeitsstrategien kaum in der Gesetzgebung Niederschlag finden würden. Markov bekräftigte seine Unterstützung für das Ziel, das Prinzip der Nachhaltigkeit im Grundgesetz zu verankern. Ein verbindliches Ziel mit Gesetzeskraft hinsichtlich entwicklungs- und umweltpolitischer Strategien könnte endlich den Durchbruch bringen, was die tatsächliche Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien angeht, sagte er und warb für die Gelegenheit, sich an dieser Debatte zu beteiligen: „Bei der Zukunftstour am kommenden Mittwoch in Potsdam werden all diese Fragen eine zentrale Rolle spielen. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Menschen die Chance ergreifen, mitzudiskutieren wie man eine nachhaltigere, gerechtere und lebenswertere Welt erreichen kann.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 14 September 2015
Afrika mehr als ein Absatzmarkt für EU-Produkte

Beim 7. Wirtschaftsforum zum Panafrikanischen Frauentag in Potsdam mahnte die Europastaatssekretärin des Landes Brandenburg Anne Quart faire Handelsbeziehungen zu Afrika an. Sie kritisierte die Wirtschaftspolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, da diese zwar die größten Geldgeber im Bereich Entwicklungszusammenarbeit seien, sich bei diesen Aktivitäten mit Blick auf die zunehmende Konkurrenz im globalen Wettbewerb jedoch oft nur den Handelsinteressen der EU unterordnen würden. Afrika sei, so Quart, mehr als ein lukrativer Absatzmarkt für EU-Überschussprodukte.

Obwohl Afrika der am stärksten von Armut betroffene Kontinent sei, beherberge es neue Zentren wirtschaftlichen Aufschwungs, so Quart in ihrem Grußwort. Wirtschaftliches Engagement europäischer Firmen in Afrika könne dann zu einer positiven Entwicklung vor Ort führen, wenn es mit Entwicklungszusammenarbeit verzahnt sei. Ziel dieser Arbeit müssten tragfähige und nachhaltige Zukunftspartnerschaften sein, von denen alle Akteur/-innen auf beiden Seiten einen effektiven Nutzen ziehen könnten.

Zur vollständigen Pressemitteilung geht es hier.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 19 August 2015
Kathrin-Buhl-Preis für entwicklungspolitische Projekte 2015

In diesem Jahr vergibt die Stiftung Nord-Süd-Brücken zum zweiten Mal den Kathrin-Buhl-Preis für entwicklungspolitische Projekte. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis richtet sich an Vereine der entwicklungspolitischen Inlands- oder Auslandsarbeit.

Bewerben können sich entwicklungspolitisch tätige, eingetragene gemeinnützige Vereine aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In dem abgeschlossenen Projekt sollten „Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe der Menschen eine herausragende konzeptionelle Rolle spielen“.

Die Bewerbungen müssen bis zum 15. September 2015 bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken eingereicht werden.

Weitere Informationen und Kontakt:
Stiftung Nord-Süd-Brücken
Greifswalder Straße 33a
10405 Berlin

Antje Bernhard oder Andreas Rosen
Tel.: 030 - 24 85 13 85
E-Mail: a.bernhard@nord-sued-bruecken.de; a.rosen@nord-sued-bruecken.de
Webseite: www.nord-sued-bruecken.de/assets/files/ausschreibung_kbp_2015.pdf

Stiftung Nord-Süd Brücken, 19 August 2015
Europastaatssekretärin Quart drängt auf größeres Engagement im Europäischen Entwicklungsjahr

Europastaatssekretärin Anne Quart hat vor Abschluss der dritten Finanzierungskonferenz der Vereinten Nationen an die Mitglieder der EU appelliert, ihrer internationalen Verantwortung gerecht zu werden: „Die EU ist zwar in der Summe der größte Geldgeber bei der Entwicklungszusammenarbeit, aber wichtige Geberländer wie Frankreich und Finnland haben ihre Entwicklungshilfebudgets aufgrund von Sparprogrammen gekürzt, auch Deutschland kommt seinen Zusagen nicht nach. Die Frage der Finanzierung bleibt jedoch besonders dringlich, wenn wir unsere ehrgeizigen Ziele, was den Kampf gegen die Armut und die Förderung nachhaltiger Entwicklung angeht, erreichen wollen“, so Quart.

Die reichen Länder seien besonders in der Verantwortung, Quart hierzu: „Entwicklungsländer sind dem Handel einfach nur ausgesetzt, sie müssten aber eingebunden werden. Entwicklungs-, Handels-, Außen- und Umweltpolitik gehören fest zusammen. Wenn wir das nicht in den Köpfen verankern können, treten wir auf der Stelle.“ Quart wünsche sich, dass von der Konferenz in Addis Abeba neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung auf globaler Ebene ausgehen. Die vollständige Pressemitteilung steht online zur Verfügung.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd, 19 August 2015
Entwicklungspolitik ist längst Sache Brandenburgs - Experten diskutieren entwicklungspolitische Strategie des Landes

Ob Migration, oder der Zugang zu sauberem Wasser – die Herausforderungen bei der Entwicklungszusammenarbeit sind komplex und vielfältig, darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg“ am 19. Juni 2015 einig. Dennoch oder gerade deswegen: „Entwicklungspolitik ist vor allem eine Sache der Länder und Kommunen. Denn dort müssen sich Beschlüsse internationaler Konferenzen beweisen und nur dort können sie konkret umgesetzt werden. Internationale Herausforderungen beeinflussen unser Alltagsleben. Gerade die Landespolitik muss deswegen auch Antworten auf die Fragen der Nachhaltigen Entwicklung, Migration, fairen Handels oder fairer Beschaffung in eigener Verantwortung geben“, sagte Europaminister Helmuth Markov.

Zum ersten Mal empfing Markov die Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Verbänden, Wissenschaft und Politik in den Räumen des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz. Zur Einführung gab er einen Überblick über die bisherige Entwicklungspolitik des Landes und sagte: „Ich freue mich über einen parteiübergreifenden grundsätzlichen Rückhalt, das zeigen die aktuellen Beschlüsse und nicht zuletzt die Haushaltsansätze für Entwicklungspolitik, die seit der letzten Legislatur von Null auf insgesamt 160.000 Euro gestiegen sind.“ Er machte sich für die Weiterentwicklung des Leitlinienprozesses stark und warb dafür, auch nach dem diesjährigen Europäischen Jahr für Entwicklung das Interesse bei den Menschen für entwicklungspolitische Themen zu wecken.

Europastaatssekretärin Anne Quart sagte: „Mit der zentralen Veranstaltung zur Zukunftscharta im September und den weiteren Terminen im Rahmendes des Europäischen Jahres für Entwicklung stehen weitere Termine für die Stärkung des Bewusstseins zu den Themen der Nachhaltigen Entwicklung auf dem Programm. Zukünftig wollen wir noch stärker dafür werben, dass wir Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen, sei es Klimaschutz, Energiepolitik, Fairer Handel oder Verbraucherschutz, unter dem Dach der Nachhaltigen Entwicklung versammeln können. Denn nur mit diesem integrativen Ansatz können wir unsere ehrgeizigen Ziele auf lokaler und globaler Ebene erreichen. Dafür ist dieser Round Table  Entwicklungspolitik über die letzten Jahre zu einer landesweit festen und wichtigen Institution geworden.“

Dies machte sich auch bei der Auswahl der Referentinnen und Referenten bemerkbar. So waren u.a. die Landesintegrationsbeauftragte Dr. Lemmermeier, Vertreter aus den Ministerien Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft und für Bildung, Jugend und Sport, von der IHK Potsdam, des Vereins Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V, dem Entwicklungsverband VENROB e.V und des Kirchlichen Entwicklungsdienstes zu Gast.

Hintergrund
Der „Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg“ findet jährlich in der ersten Jahreshälfte auf Einladung des Verbundes Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V. (VENROB) und des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz statt. Das Gremium wurde zur aktiven Teilnahme in Vorbereitung der „Entwicklungspolitischen Leitlinien“ ins Leben gerufen und im Rahmen der Leitlinien mit Beschluss des Kabinetts im Mai 2012 institutionalisiert. Seitdem hat er auch Monitoring-Funktionen und gibt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der entwicklungspolitischen Strategie des Landes.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 25 Juni 2015
Die Brandenburger entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstage (BREBIT): Jetzt Angebote melden!

Für die diesjährige BREBIT können noch bis zum 4. Mai Bildungsangebote für den Angebotskatalog eingestellt werden. Anschließend wird der Print-Katalog erstellt, der an Schulen und andere Bildungseinrichtungen verschickt wird. Die Koordinationsgruppe bietet eine Beratungsmöglichkeit zur Konzeption und zur Formulierung von Bildungsangeboten für den BREBIT-Katalog an. Bei Bedarf wird um rechtzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Die Brandenburger entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstage (BREBIT) stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Gutes Leben für alle! Wie hängen Armut und Reichtum in unserer Welt zusammen?" und finden vom 10. November bis zum 2. Dezember landesweit statt.

Angebote hier anmelden.
Beratung: presse@brebit.org, Tel 030 / 29 00 64 71

Brandenburg, VENROB e.V., 14 April 2015
Europäisches Jahr für Entwicklung - Veranstaltung „Wie wollen wir leben?“ in Brandenburg

„Zeig Dein Engagement“ lautet das Motto der Mitmachaktion des Europäischen Jahres für Entwicklung 2015. Bei der Auftaktveranstaltung am 20. Februar in Berlin gab es Lob für die Pläne der EU, aber auch viele kritische Stimmen. Die brandenburgische Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, Anne Quart, forderte eine nachhaltigere und weitsichtigere Entwicklungspolitik und warb um Unterstützung für das Themenjahr.   

Bio-Kaffee, Bio-Ciabatta, Bio-Tomaten – wie es sich für eine Veranstaltung zum Thema Entwicklung gehört, wird auch beim Essen auf Nachhaltigkeit geachtet. Ein Thema, das der brandenburgischen Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, Anne Quart, die auf dem Podium die deutschen Länder vertritt, besonders am Herzen liegt: „Ich hoffe wir können den Gedanken der Nachhaltigkeit fest in den Köpfen verankern“ sagt sie, als sie nach ihrer Hoffnung für dieses Europäische Jahr für Entwicklung gefragt wird. Doch der zweite Blick auf das Schild am Buffet zeigt, beim angebotenen Käse fehlt das Sternchen, das auf die biologische Erzeugung hinweist. Liegt es an der Verfügbarkeit? Am Preis? Genügt “Bio“ überhaupt? Müssen Produkte nicht auch fair gehandelt sein? Dieses kleine Detail und die sich daraus ergebenden Fragen stehen stellvertretend für die vielen Probleme und die großen Herausforderungen bei Fragen der nachhaltigen Entwicklung, die von der kommunalen bis hin zur globalen Ebene reichen.

Insofern könnte das Motto der Auftaktveranstaltung im Berliner Umweltforum auch „Alles nicht so einfach“ lauten. Das ist dem Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn, natürlich nicht positiv genug. Er will „mit einer guten Nachricht beginnen“ und zitiert aus einer Umfrage der Europäischen Kommission, nach der ein großer Teil der Bevölkerung Entwicklungspolitik „für wichtig oder sehr wichtig hält“. Er spricht vom „globalen Dorf“ und lobt das 2014 auf den Weg gebrachte Textilbündnis, das vom „Baumwollfeld bis zum Bügel“ reiche. Dass die meisten großen Produzenten aus der freiwilligen Selbstverpflichtung ausgeschert sind oder warum Deutschland seit Jahren das Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit auszugeben, verfehlt, erklärt Silberhorn nicht. Lieber spricht er von der Europäischen Union als „Weltmeister“ der Entwicklungspolitik.

Anne Quart begreift dieses Entwicklungsjahr als große Chance. Sie ist nicht hier, um die Anstrengungen der EU und der Bundesregierung in Bausch und Bogen zu verdammen. Im Gegenteil, sie spricht lieber von der eigenen Verantwortung, von der Notwendigkeit als Land die Bundespolitik zu untersetzen und im Bildungsbereich Themen der nachhaltigen Entwicklung noch stärker zu verankern. „Wir sind durch die Kommunen besonders nah am Menschen und können als Warnsystem fungieren, wenn Dinge schief laufen“, sagt sie. Dennoch will sie solche Lobeshymnen nicht kritiklos hinnehmen. Denn sie weiß, dass bei der Entwicklungszusammenarbeit gerade auf nationaler und globaler Ebene noch vieles im Argen liegt. Viel zu wenige Menschen wissen zudem von diesem Europäischen Jahr für Entwicklung. Vor allem das will Quart ändern.

Marcus Cornaro, stellvertretender Generaldirektor für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung der EU-Kommission, hält aus diesem Grund einen „partizipativen Ansatz“ für wichtig, schafft es aber wie Silberhorn nicht von seinen eingeübten und so oft gehörten Sätzen abzuweichen. Er spricht von „beeindruckenden Summen“, welche die Mitgliedsstaaten der EU ausgeben. Ob das auch beeindruckende Ergebnisse nach sich zieht, das steht auf einem anderen Blatt. So gibt es erneut viel Lob und wenig Selbstkritik. Es zeigt sich, dass manche Teilnehmer Entwicklungspolitik nur als Mittel zum Zweck sehen. Dabei verspricht das offizielle Motto „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“ etwas anderes. Menschenwürde ist ein Zweck an sich und nicht etwas, was man den Menschen zugesteht, um damit Terrorismus zu bekämpfen oder Migration zu regulieren. Entwicklung ist mehr als ein Mittel zur Gefahrenabwehr und zur Sicherung des eigenen Wohlstands.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion schaffen es diese Haltung kritisch zu reflektieren. Als Quart fordert, den „Sinn und Unsinn des Freihandels“ zu hinterfragen, wird damit die ganze Komplexität globaler Entwicklung deutlich. Unterstützung erhält die Staatssekretärin von der stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen – kurz VENRO – Christa Randzio-Plath. Die Professorin pflichtet Quart bei: „Es kommt auf die Bedingungen des Handels an und gerade hier geht es in die völlig falsche Richtung. Entwicklungsländer sind dem Handel einfach nur ausgesetzt, sie müssten aber eingebunden werden.“ Auch der Europa-Abgeordnete Arne Lietz plädiert wie Quart für eine Verknüpfung der unterschiedlichen Politikfelder, denn „Entwicklung, Handel, Außenpolitik und Umwelt gehören zusammen.“

Nach den Eröffnungsreden und der Podiumsdiskussion werden drei Projekte aus den Bereichen “Fairer Handel/Sozial- und Umweltstandards“, “Klimaschutz“ und “Ernährung“ vorgestellt. Sie sollen zeigen, welchen Beitrag Vereine, kleine Initiativen oder auch Einzelpersonen zur Verwirklichung der Entwicklungsziele leisten können. Da geht es um die bessere Vernetzung von Eine-Welt-Läden, um ein Kurzfilmprojekt, das sich mit den Spuren grenzüberschreitenden Handels in unserem Alltag beschäftigt, oder um die Lebensweltmeisterschaft, die eine Mischung aus Fußballturnier und Bildungsprojekt darstellt. Die Ideen sind erfrischend und zeigen, wo Entwicklungspolitik am besten aufgehoben ist: Bei den Menschen selbst. Bei den Bürgerinnen und Bürgern, die ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass kein Geld der Welt das herrschende Ungleichgewicht beseitigen kann, wenn sich nicht die Denkhaltung eines jeden Einzelnen ändert.

Denn neben den positiven Nachrichten, dass die meisten Menschen Entwicklungspolitik für wichtig halten, würde nach der EU-Umfrage auch fast die Hälfte der Bevölkerung keinen Cent mehr ausgeben wollen, um faire und nachhaltige Produkte zu unterstützen. Manche können sich dies auch schlicht nicht leisten. Darum sieht Quart die Produzenten in der Pflicht. Dabei gehe es nicht nur darum Verstöße zu sanktionieren, sondern Hilfe zu leisten und aufzuklären. Dies müsse aber dauerhaft und fest verankert werden. Einen Ansatz, den auch Gabriele Bischoff, Vorstandsmitglied der Europäischen Bewegung, erstrebenswert findet: „Wir haben immer wieder Moden, zum Beispiel nach Unglücken, kritisch zu sein, aber das geht nicht in die Tiefe.“ Bischoff nennt den Unfall in Bangladesch, als im April 2013 in der Stadt Sabhar eine Fabrikhalle einstürzte und mehr als 1.100 Menschen getötet worden. Der internationale Aufschrei und die vielen Versprechungen haben jedoch keinen grundlegenden und wirksamen Bewusstseinswandel herbeigeführt. Nicht bei den Produzenten, nicht in der Politik, aber auch nicht bei den Konsumenten.

Ein Bemerkung aus dem Publikum bringt es auf den Punkt: „Auch wenn 90 Prozent der Menschen Entwicklungspolitik wichtig finden, KiK und Primark sind trotzdem voll.“ Für Anne Quart ist dieser Widerspruch Herausforderung und Ansporn für dieses Themenjahr. Hinter allen Diskussionen steht für sie die Frage: „Wie wollen wir leben?“ Die Menschen müssten sich fragen, ob sie auch bereit sind ihr Verhalten zu ändern und aktiv zu werden. Den Startschuss für die Mitmachaktion des Themenjahres geben dann die Eröffnungsredner Silberhorn und Cornaro. Doch beim Countdown hakt es, der symbolische rote Knopf wird erst zu früh gedrückt, dann verpassen sie den richtigen Moment. Eine Szene mit Symbolcharakter? Es ist eben alles nicht so einfach mit der Entwicklungspolitik. Gut, dass Anne Quart am Ende noch einmal deutlich macht, worauf es in diesem Jahr ankommt: Die Menschen mit möglichst vielen Aktionen zu erreichen und für das Thema der nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren. Quart ist überzeugt: „Wir in den deutschen Ländern werden dieses Jahr auf jeden Fall nutzen.“

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, 3 März 2015
Start des Promotor/-innenprogramms 2015 in Brandenburg

Aktuell wird der Start des entwicklungspolitischen Promotoren/-innenprogramms für Brandenburg zum 1. April 2015 geplant. In den letzten Tagen des Jahres 2014 waren vor allem mit einem finanziellen Beitrag des Landes die formellen Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, dass sechs Promotoren/-innen zu wichtigen Bereichen abgestimmt ihre Arbeit nun im Rahmen des bundesweiten Programms leisten können. Dieses wird von agl, Stiftung Nord-Süd-Brücken und VENRO politisch verantwortet. Die Stiftung wird das Programm in Brandenburg auch verwalten. Dies ist ein großer Erfolg der beteiligten Brandenburger Akteure und schafft bessere Arbeitsgrundlagen für das Engagement der NRO - ein gutes Signal auch im Europäischen Jahr der Entwicklung. Sollten sich fortgeschrittene Planungen in der Evangelischen Landeskirche ebenfalls realisieren lassen, würden dann auch drei Kollegen in kirchlichen Strukturen komplementär entwicklungspolitisch tätig werden können.

Brandenburg, VENROB e.V., 2 März 2015
Landtagsbeschluss Brandenburgs zur Entwicklungspolitik und zum EU-Entwicklungsjahr 2015
Brandenburg, Ministerium für Wirtschaft und Energie Abteilung Europa und Internationale Beziehungen, 29 Januar 2015
Start des PromotorInnenprogramms 2015 in Brandenburg

In den letzten Tagen des Jahres 2014 konnten die formellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das entwicklungspolitische PromotorInnenprogramm von agl e.V., Stiftung Nord-Süd-Brücken und VENRO e.V. 2015 auch in Brandenburg starten kann.

Die Stiftung wird das Programm auch verwalten. Dies ist ein großer Erfolg der beteiligten Akteure und schafft bessere Arbeitsgrundlagen für das Engagement der NRO.

Brandenburg, VENROB e.V., 5 Januar 2015
Engagement für Nachhaltigkeit geehrt

Brandenburgs Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Anita Tack (Die Linke) hat die drei Gewinner des ersten Brandenburger Wettbewerbs „Natürlich.Nachhaltig. Wir in Brandenburg“ geehrt. Die Preise erhielten die Bürgergenossenschaft „Wiesenburger Bahnhof“, die Lobetaler Bio-Molkerei der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH und das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg. 102 Projekte und Aktivitäten waren eingereicht worden.

Brandenburg, VENROB, 1 September 2014
Erste Fairtrade-Stadt in Brandenburg

Seit dem 12. Juni 2014 kann Eberswalde sich offiziell Fairtrade-Stadt nennen. Die Kreisstadt des Landkreises Barnim erfüllt somit als erste im Land Brandenburg die Kriterien für das Siegel des fairen Handels. Bürgermeister Friedhelm Boginski und Initiatorin Claudia Ibisch nahmen die Ernennungsurkunde im Eberswalder Wald-Solar-Heim entgegen.

„Wir müssen uns fragen: Wie viel kommt vom Preis wirklich beim Produzenten an?“, sagt das Stadtoberhaupt. Für den Titel Fairtrade-Town muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den Fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln. 

Diese Kriterien sehen vor, dass erst ein Ratsbeschluss zur Unterstützung des Fairen Handels gefasst werden muss. Es soll eine Steuerungsgruppe eingerichtet werden, die die Aktivitäten vor Ort koordiniert. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus Fairem Handel angeboten. Der 4. und 5. Baustein sind die Zivilgesellschaft und die Medien.

Brandenburg, VENROB – Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V., 22 August 2014
Aufruf zur Beteiligung im Europäische Jahr der Entwicklung 2015

Im 5. Round Table Entwicklungspolitik Brandenburg am 20. Juni wurden Akteure der Region zur Teilnahme am Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 aufgerufen. Zivilgesellschaftliche Akteure sollen die Chance nutzen, die Debatte über Nachhaltigkeitsziele und Entwicklungspolitik zukünftig zum Bestandteil ihrer Arbeit zu machen und ermutigt werden, sich mit eigenen Veranstaltungen zu beteiligen.

Das Gremium, an dessen Sitzung mehr als 30 Personen aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung teilnahmen, erklärte als seine zukünftigen Schwerpunkte vielfaltige Beiträge aus dem Land Brandenburg für die Zukunftscharta „Eine Welt. Unsere Verantwortung“ sowie für das Europaische Jahr der Entwicklung 2015 zu sammeln. Unter dem Motto „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“ soll das Jahr 2015 zu einer breit angelegten Kommunikationsmaßnahme zu allen Facetten der Entwicklungspolitik und Nachhaltigen Entwicklung in der EU werden und die Einbeziehung von Kommunen und Verbänden verbessern.

Die Teilnehmende der 5. Treffens des Round Table befassten sich auch mit dem Konzept zur brandenburgischen Umsetzung des EU-Jahres und diskutierten über weitere Mitgestaltungsmöglichkeiten von Bürger/-innen, Organisationen, Kommunen und anderen Interessenten. Brandenburgs Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers (Linke) zog im Treffen eine positive Bilanz der entwicklungspolitischen Bemühungen der Landesregierung in der ablaufenden Legislaturperiode und würdigte den konstruktiven und offenen Dialog mit den Stakeholdern des Round Table seit 2010, der viel zur Erarbeitung moderner entwicklungspolitischen Leitlinien der Landesregierung beigetragen hat.

Weitere Informationen zum EU-Entwicklungsjahr und zum Beitrag der Deutschen Länder finden Sie hier.

Brandenburg, Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, 8 Juli 2014
Die Landesregierung Brandenburgs hat am 25. April 2014 die Nachhaltigkeitsstrategie für das Land verabschiedet.

Das Papier hat das Ziel, die Politik in Bandenburg enkeltauglich zu machen und die Lebensqualität zu erhöhen. Einen besonderen Schwerpunkt legt es auf "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist in einem umfassenden Beteiligungsprozess entstanden. Etwa 700 Expertinnen und Experten, Vertreterinnen und Vertreter gesellschaftlicher Gruppen sowie auf dem Gebiet tätige Akteure konnten ihre Vorstellungen in die Nachhaltigkeitsstrategie einbringen. Sie soll nun den Rahmen für die Ausrichtung der Landespolitik am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung setzen. Dafür benennt sie übergreifende Prinzipien und Leitbilder, aber auch konkrete Ziele und etwa 200 Einzelmaßnahmen.

In ihrem Teil B "Handeln – Konkrete Schwerpunkte" setzte sich die Nachhaltigkeitsstrategie intensiv mit „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) auseinander. Da nachhaltige Entwicklung eine globale Existenzfrage sei, ist sie nach Ansicht der Landesregierung auch ein zentrales Bildungsthema. Es gebe einen "Bedarf an umfassenderen, insbesondere handlungsorientierten Kompetenzen", um mit der Dynamik und den Widersprüchen der gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Entwicklung umzugehen.

Im Strategiepapier wird das Ziel formuliert, allen Menschen zu ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen und nachhaltige Prozesse mitzugestalten. BNE sei deshalb ein "wesentlicher Baustein für eine zukunftsorientierte Schulentwicklung". Brandenburg setzt auf die im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" entstanden Ansätze und verfolgt das Ziel, diese fortzuführen und zu verstetigen. Eine entscheidende Rolle dabei spielen die "Bildungslandschaften", die auch einen Schwerpunkt des von der UNESCO entworfenen Vorschlags für ein Weltaktionsprogramm BNE darstellen. Brandenburg verpflichtet sich "ein konkretes Leitbild von Nachhaltigen  Bildungslandschaften" zu entwickeln. Zu den konkreten Handlungsempfehlungen des Papiers gehören unter anderem die Einbeziehung junger Menschen bei der Gestaltung von Nachhaltigkeit auf regionaler Ebene, die Erweiterung der Freiräume für selbstbestimmtes Lernen und eine noch intensivere Verbraucherbildung.

BNE Portal, 1 Juli 2014
1. Fortschreibung Landesaktionsplan Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Mit der im Dezember 2013 abgeschlossenen 1. Fortschreibung LAP BNE liegt ein Dokument vor, das - neben einer Erläuterung von Grundbegriffen der BNE - die Richtung bzw. Perspektiven für die BNE in Brandenburg für die nächsten Jahre aufzeigt. In der Fortschreibung finden sich Leitlinien für die BNE-Arbeit ebenso wie eine Beschreibung konkreter Ziele und Maßnahmen, die kurz- und mittelfristig erreicht bzw. ungesetzt werden sollen. Damit soll allen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren für BNE aufgezeigt werden, worauf es in den nächsten Jahren ankommt. Außerdem finden sich auch viele praktische Beispiele, wie BNE in Brandenburg stattgefunden hat und konkret praktiziert wird, sowie die dazugehörigen Ansprechpartner. Mehr Informationen zur 1. Fortschreibung des Landesaktionsplans Bildung für Nachhaltige Entwicklung finden Sie unter www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.310977.de?highlight=landesaktionsplan.

Brandenburg, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, 10 März 2014
Fachtagung „Europäisches Jahr der Entwicklung 2015 – Die Perspektive der Länder“

Für das Jahr 2015 plant die EU ein Themenjahr zur Entwicklungspolitik. In Deutschland werden sich u.a. die Deutschen Länder an dessen Umsetzung beteiligen. Vor diesem Hintergrund veranstaltete das Land Brandenburg und die Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) vom 20.-21. Februar 2014 in Potsdam die Fachtagung „Europäisches Jahr der Entwicklung 2015 – Die Perspektive der Länder“, auf der sich Expert/-innen der deutschen Länder sowie der Bundes-, EU-Ebene und von Nichtregierungsorganisationen zu dem geplanten Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 austauschten.

Die gute Resonanz im Hinblick auf die Veranstaltung zeigte, dass das EU-Jahr der Entwicklung noch vor der offiziellen Verabschiedung durch das Europäische Parlament auf großes Interesse stößt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung verständigten sich auf eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit schon in der Vorbereitung des Jahres. Die Chance und Herausforderung des EU-Jahres der Entwicklung 2015 liegen nach Ansicht der Beteiligten darin, entwicklungspolitische Themen und EU-Politiken (Nachhaltige Entwicklung, UN-Ziele, Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, Finanzpolitik, Sicherheitspolitik, Asyl, Migration, Integration etc.) im Rahmen einer Kommunikationskampagne (Öffentlichkeitsarbeit, Information und Bildung) zusammen zu denken und durchzuführen. Entwicklungspolitische und europapolitische Kommunikation werden künftig gemeinsame Wege gehen müssen, damit die Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass das „Internationale“ Bestandteil des „Privaten“ im Alltagsleben ist. Die Verantwortung kann nicht an die „klassische“ Außenpolitik abgeben werden. Das Europäische Jahr der Entwicklung 2015 ist für die notwendige gemeinsame Kommunikation der bisher unterschiedlich aufgestellten Stakeholder ein erster Test, ob und wie dies gelingen kann. Gleichzeitig kann der Debatte zum Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland in der EU- bzw. in der internationalen Politik ein qualitativer Impuls gegeben werden.

Bis zur im Herbst 2014 vorgesehenen Übergabe eines Maßnahmenkataloges für das Entwicklungsjahr seitens der Bundesrepublik Deutschland an die Europäische Kommission werden die deutschen Akteure noch eine schwierige Debatte zur intelligenten Auswahl geeigneter Inhalte und deren passgenauen Kommunikationsformate zu führen haben. Ebenso gilt es, zu einer die jeweiligen Stärken und Schwächen berücksichtigenden Arbeitsteilung unter den Beteiligten zu kommen. Die Fachtagung war hierfür ein gelungener Auftakt. Seitens der Länder wird die Länderperspektivkonferenz zur Entwicklungszusammenarbeit, die Anfang April in Würzburg ausgerichtet wird, hier anknüpfen und erste konkrete Vereinbarungen treffen.

Brandenburg, Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, 27 Februar 2014
Portal für entwicklungspolitisches Engagement ist jetzt online

Das neue Portal www.entwicklungspolitik-brandenburg.de für entwicklungspolitisches Engagement in Brandenburg ging kürzlich online. Kommunen, Gemeinden, private und staatliche Institutionen, Gewerbetreibende, Vereine, Initiativen und Netzwerke sind im Land Brandenburg auf ganz unterschiedliche Weise entwicklungspolitisch aktiv. Im Portal soll dieses Engagement sichtbar werden und zum Austausch sowie zur Nachahmung anregen. Ein Anspruch ist es, die zahlreichen Aktivitaten im Land moglichst umfassend abzubilden. Das Online-Portal ist ein Kooperationsprojekt von Carpus e.V. mit VENROB e.V.

Carpus e.V., 4 Februar 2014
Stand der Umsetzung der „Entwicklungspolitischen Leitlinien“ 2013

Die Landesregierung Brandeburg informiert den Landtag einmal jährlich über den Stand der Umsetzung der „Entwicklungspolitischen Leitlinien“. Die Umsetzung in 2013 hat gezeigt, dass der partizipative, interdisziplinäre und prozessorientierte Ansatz der Leitlinien erste Früchte trägt. Der seit Mai 2012 neue Bezugsrahmen für die Themen der Entwicklungspolitik hat:
• die Kooperation im Bereich der Entwicklungspolitik innerhalb der und zwischen den Landesministerien befördert,
• den Nichtregierungsorganisationen eine inhaltliche Orientierung bei der Entwicklung von Projekten und damit verbundenen Anträgen auf finanzielle Unterstützung gegeben,
• den Austausch der Stakeholder insgesamt vertieft und
• die Abstimmung mit den anderen Bundesländern, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und bundesweit tätigen Nichtregierungsorganisationen verbessert.

Brandenburg, Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, 10 Dezember 2013
Engagement der Länder für eine nachhaltige Entwicklungspolitik

Neues gemeinsames Internetportal aller 16 Bundesländer zur Entwicklungspolitik

Potsdam. Seit Jahrzehnten beteiligen sich die deutschen Bundesländer mit eigenständigen Beiträgen an der Ausgestaltung der deutschen Entwicklungspolitik. Über die vielfältigen Programme und inhaltlichen Schwerpunkte der einzelnen Bundesländer informiert seit kurzem das von allen 16 Ländern gemeinsam gestaltete Internetportal „Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik“.  Das Portal www.entwicklungspolitik-deutsche-laender.de soll schrittweise ausgebaut werden.

Die Länder konzentrieren ihr entwicklungspolitisches Engagement vor allem auf ihre Kernkompetenzen und Zuständigkeiten: Bildung, Wissenschaft und Hochschule,  Kultur, Wirtschaft, Migration, Gute Regierungsführung und Klimaschutz. Auf den Seiten des neuen Internetportals werden die entwicklungspolitischen Ziele und Projekte der Länder umfassend dargestellt.

„Mit ihren zahlreichen Kontakten ins Ausland trägt nicht nur die Landespolitik zur Pflege der internationalen Beziehungen und zu einer nachhaltigen Entwicklungspolitik bei. Ebenso sind es die Unternehmer, die wirtschaftliche Kooperationen mit Firmen in zahlreichen Ländern der Erde unterhalten“, hob Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers hervor. Nicht vergessen werden dürften aber auch die internationalen Kontakte der Kulturschaffenden aus der Kreativ- und Medienbranche sowie die zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen. „Mit ihrem weltweiten Engagement sind sie wichtige Mosaiksteine einer erfolgreichen deutschen Entwicklungspolitik“, sagte Christoffers.

Das neue Internetportal sei eine gute Informationsplattform. Sie zeige auf, in welchem hohen Umfang die Länder mit ihrer Kompetenz im Regionalen wie Internationalen die Entwicklungspolitik des Bundes nachhaltig unterstützen.

Brandenburg, Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, 13 Februar 2013