Echte Partner statt Erfüllungsgehilfen - Potsdamer Frühjahrsgespräche 2016 fragten nach Möglichkeiten für eine koordinierte afrikanische Migrationspolitik

Brandenburg

Zum Auftakt der Potsdamer Frühjahrsgespräche am 7. April 2016 hat Europastaatssekretärin Anne Quart mehr Aufrichtigkeit und Interesse in den Beziehungen zwischen Industriestaaten und Ländern des afrikanischen Kontinents gefordert. In ihrer Begrüßungsrede betonte sie die Bedeutung der jährlichen Potsdamer Fachkonferenz: „Die Frühjahrsgespräche haben sich als ein wichtiges Afrika-Forum etabliert. Der Austausch trägt dazu bei, dass afrikanische Staaten nicht nur als Krisenherde oder bloßes Mittel mit dem eigene Probleme gelöst werden sollen, betrachtet werden. Während wir hier über die Auswirkungen der aktuellen Flüchtlingsbewegungen diskutieren und Afrika dabei vor allem mit Blick auf die Abschottung Europas Aufmerksamkeit erfährt, müssen sich viele Länder des Kontinents seit vielen Jahren mit Millionen Menschen, die vor Konflikten oder Nahrungskrisen fliehen, auseinandersetzen. Sie leisten dort Bemerkenswertes, ohne dass dies von uns wahrgenommen wird. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns an dieser Stelle austauschen und miteinander diskutieren. Wir als Land beteiligen uns bereits seit 1993 im Rahmen der Arbeit der Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) an diesem Prozess und suchen gemeinsam nach Antworten auf die komplexen Herausforderungen einer globalisierten Welt. Dabei können wir in Europa in der Debatte um ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen durchaus viel von den Staaten Afrikas lernen und so echte Partner bei Fragen von Flucht und Migration werden“, sagte Quart, die im Namen von Ministerpräsident Dietmar Woidke alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen hieß.

Hintergrund
Die Potsdamer Frühjahrsgespräche finden seit rund 15 Jahren einmal jährlich als traditionelles zweitägiges Diskussionsforum von internationalen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Diplomatie in Potsdam statt. Seit 2008 haben sie sich als „Afrika-Forum zu Regionalisierung“ etabliert. Der regionale Schwerpunkt soll auch künftig bestehen bleiben, denn eine Vielzahl zentraler SEF-Fragestellungen lassen sich an dieser Region exemplarisch bearbeiten.

Die Potsdamer Frühjahrgespräche führt die SEF traditioneller Weise in Kooperation mit mehreren Partnern durch. Im Jahr 2016 zählen dazu die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Zeitschrift WeltTrends, Potsdam. Mithilfe der Netzwerke der Kooperationspartner konnte in den vergangenen Jahren eine starke und hochrangige Beteiligung von Süd-Vertretern erreicht werden, die den besonderen Reiz – gerade auch für deutsche und europäische Experten – der Frühjahrgespräche ausmachen (es soll ein Austausch mit und nicht nur über Afrika sein).

Das gesamte Programm lässt sich hier abrufen.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz
12.04.2016
Reihenfolge: 
4
Im Kasten auf der Startseite anzeigen: