Entwicklungspolitik ist längst Sache Brandenburgs - Experten diskutieren entwicklungspolitische Strategie des Landes

Brandenburg

Ob Migration, oder der Zugang zu sauberem Wasser – die Herausforderungen bei der Entwicklungszusammenarbeit sind komplex und vielfältig, darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg“ am 19. Juni 2015 einig. Dennoch oder gerade deswegen: „Entwicklungspolitik ist vor allem eine Sache der Länder und Kommunen. Denn dort müssen sich Beschlüsse internationaler Konferenzen beweisen und nur dort können sie konkret umgesetzt werden. Internationale Herausforderungen beeinflussen unser Alltagsleben. Gerade die Landespolitik muss deswegen auch Antworten auf die Fragen der Nachhaltigen Entwicklung, Migration, fairen Handels oder fairer Beschaffung in eigener Verantwortung geben“, sagte Europaminister Helmuth Markov.

Zum ersten Mal empfing Markov die Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Verbänden, Wissenschaft und Politik in den Räumen des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz. Zur Einführung gab er einen Überblick über die bisherige Entwicklungspolitik des Landes und sagte: „Ich freue mich über einen parteiübergreifenden grundsätzlichen Rückhalt, das zeigen die aktuellen Beschlüsse und nicht zuletzt die Haushaltsansätze für Entwicklungspolitik, die seit der letzten Legislatur von Null auf insgesamt 160.000 Euro gestiegen sind.“ Er machte sich für die Weiterentwicklung des Leitlinienprozesses stark und warb dafür, auch nach dem diesjährigen Europäischen Jahr für Entwicklung das Interesse bei den Menschen für entwicklungspolitische Themen zu wecken.

Europastaatssekretärin Anne Quart sagte: „Mit der zentralen Veranstaltung zur Zukunftscharta im September und den weiteren Terminen im Rahmendes des Europäischen Jahres für Entwicklung stehen weitere Termine für die Stärkung des Bewusstseins zu den Themen der Nachhaltigen Entwicklung auf dem Programm. Zukünftig wollen wir noch stärker dafür werben, dass wir Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen, sei es Klimaschutz, Energiepolitik, Fairer Handel oder Verbraucherschutz, unter dem Dach der Nachhaltigen Entwicklung versammeln können. Denn nur mit diesem integrativen Ansatz können wir unsere ehrgeizigen Ziele auf lokaler und globaler Ebene erreichen. Dafür ist dieser Round Table  Entwicklungspolitik über die letzten Jahre zu einer landesweit festen und wichtigen Institution geworden.“

Dies machte sich auch bei der Auswahl der Referentinnen und Referenten bemerkbar. So waren u.a. die Landesintegrationsbeauftragte Dr. Lemmermeier, Vertreter aus den Ministerien Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft und für Bildung, Jugend und Sport, von der IHK Potsdam, des Vereins Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V, dem Entwicklungsverband VENROB e.V und des Kirchlichen Entwicklungsdienstes zu Gast.

Hintergrund
Der „Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg“ findet jährlich in der ersten Jahreshälfte auf Einladung des Verbundes Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V. (VENROB) und des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz statt. Das Gremium wurde zur aktiven Teilnahme in Vorbereitung der „Entwicklungspolitischen Leitlinien“ ins Leben gerufen und im Rahmen der Leitlinien mit Beschluss des Kabinetts im Mai 2012 institutionalisiert. Seitdem hat er auch Monitoring-Funktionen und gibt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der entwicklungspolitischen Strategie des Landes.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz
25.06.2015
Reihenfolge: 
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