Europastaatssekretärin Anne Quart mahnt bei Gespräch zur neuen EU-Handelsstrategie bewussteren Umgang mit Ressourcen an und wirbt für gerechte Ausgestaltung der Weltwirtschaft

Brandenburg

„Weiter so“ ist keine Option

Die neue EU-Handelsstrategie wurde am Dienstag in der Brandenburger Landesvertretung in Brüssel ganz genau unter die Lupe genommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachkonferenz diskutierten die Frage: „Bremsklotz oder Meilenstein für Nachhaltige Entwicklung und Entwicklungspolitik?“. Europastaatssekretärin Anne Quart warb um eine aktive Beteiligung zur Bewertung der neuen Strategie und stellte klar, dass es kein „Weiter so“ geben dürfe: „In der Handels- und Finanzpolitik kann nicht alles bleiben wie es ist. Mit unserem Ressourcenverbrauch und unseren Konsumgewohnheiten reicht diese eine Welt nicht aus. Vor allem stehen sie in krassem Widerspruch zu unseren Bemühungen die Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. Durch die aktuelle Debatte über Flucht und Migration wurde das hoffentlich auch außerhalb der Fachöffentlichkeit erkannt. Ungleichgewichte im internationalen Handel, Finanzspekulationen, soziale Spannungen, der Klimawandel mit direkten Auswirkungen auf Ernährungslagen, all das trägt zur Entstehung oder Verfestigung von Konflikten bei. Sie stellen damit direkte Fluchtursachen dar. Mit den im September verabschiedeten Nachhaltigkeitszielen haben wir ein Instrument, um diesen Herausforderungen begegnen zu können. Damit das gelingt, müssen wir diese 17 Ziele aber auch ernsthaft und konsequent umsetzen. Nicht nur auf der Südhalbkugel, sondern direkt bei uns in den Ländern und Kommunen. Wenn die Globalisierung eines gezeigt hat, dann die Tatsache, dass wir alle miteinander verbunden und eine gemeinsame Verantwortungsgemeinschaft sind. Dementsprechend müssen wir aber auch handeln“, sagte Quart.

Gemeinsam diskutierten in Brüssel unter anderem die Europaabgeordnete Ska Keller, Vertreter aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und der Kirchen, darunter Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Die Veranstaltung wurde durch den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Berliner Missionswerk und das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz Rahmen des Europäischen Jahres für Entwicklung initiiert und durchgeführt.

Brandenburg, Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz
19.12.2015
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