14. Bremer Solidaritätspreis für engagierte Frauen aus Ruanda / Böhrnsen: "Engagement für den Neuanfang und die Kraft des Lebens"

Bremen

Für ihre Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen ist die ruandische Menschenrechtlerin Esther Mujawayo-Keiner mit dem 14. Bremer Solidaritätspreis ausgezeichnet worden. Bürgermeister Jens Böhrnsen überreichte ihr die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am Dienstagabend (10. März 2015) im Rathaus der Hansestadt.

Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen: "Mit Esther Mujawayo-Keiner zeichnen wir eine starke, kämpferische Frau und Überlebende aus Ruanda aus. Ihr Engagement steht für Hoffnung, für den Neuanfang und die Kraft des Lebens." Die Preisträgerin: "Das ist eine wunderbare Anerkennung für unser Engagement. Der Preis ist ein schönes Zeichen dafür, dass es Menschen gibt, denen die Entwicklung der Welt und die Menschenrechte am Herzen liegen", freute sich Mujawayo-Keiner über die Auszeichnung.

Mord, Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt prangerte Dr. Monika Hauser, Gründerin und Geschäftsführerin von Medica Mondiale e.V. und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, in Ihrer Laudatio an. Hauser: "Beim Wiederaufbau zerstörter Gesellschaften sind Frauen die Eckpfeiler, das gilt es zu würdigen und nicht zu verschweigen. Mit Blick auf das Lebendige gerichtet, gestalten sie den Wiederaufbau und kümmern sich um die verwundeten Seelen."

Esther Mujawayo-Keiner ist gemeinsam mit Josephine Murebwayire und vielen anderen starken Frauen die Mitbegründerin der Non-Profit-Organisation "Vereinigung der Witwen des Völkermordes von 1994" (AVEGA) in Ruanda. AVEGA kümmert sich um die Witwen und Waisen des Genozids von 1994. Zurzeit arbeitet sie als Therapeutin am Psychologischen Zentrum in Düsseldorf, wo sie Flüchtlinge aus aller Welt betreut. Bei den Gräueltaten in Ruanda wurden auch Mujawayos Ehemann, Eltern und Geschwister umgebracht.

Stadtmusikanten stehen für gelebte Solidarität
Der Bremer Senat verleiht den Solidaritätspreis seit 1988 alle zwei Jahre an Menschen und Initiativen, die sich für Menschenrechte und Demokratie sowie gegen Rassismus und die Folgen von Kolonialismus einsetzen. Die Liste der Preisträger reicht von Nelson und Winnie Mandela bis Aung San Suu Kyi.

Neben dem Preisgeld wird außerdem eine Skulptur des Bremer Künstlers Prof. Bernd Altenstein, die das Motiv der Bremer Stadtmusikanten als Symbol für die Stärke solidarischen Handelns aufgreift, überreicht. Der Solidaritätspreis soll eine Ermutigung für Personen und Initiativen sein, die sich für Menschrechte und Demokratie sowie gegen die Folgen von Kolonialismus und Rassismus einsetzen.

Die Liste der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger

  • 1988 Nelson und Winnie Mandela (Südafrika)
  • 1990 Bischof Medardo E. Gómez und die Flüchtlingsorganisation CRIPDES (El Salvador)
  • 1992 Davi Copenawa Yanomami als Interessensvertreter der indigenen Völker des Amazonas-Regenwaldes (Brasilien)
  • 1994 Aung San Suu Kyi (Myanmar / Birma)
  • 1996 HAN Dong-Fang, Autonome Arbeitervereinigung von Peking -AAV- (China)
  • 1998 Nadjet Bouda, Menschenrechtsbewegung "Rassemblement, Actions, Jeunesse - RAJ" (Algerien)/Hetti Samanmali, Initiative "Da Bindu Collective" (Sri Lanka) und Brigitte Erler, "Aktion Courage e.V.- SOS Rassismus" (Deutschland)
  • 2001 Marguerite Barankitse (Burundi) und Melanie Ntahongendera (Ruanda) mit dem Waisenhaus "La Maison Shalom"
  • 2003 Dr. Sumaya Farhat-Naser (Palästina) Gila Svirsky (Israel) für den Dialog und Frieden im Nahost-Konflikt
  • 2005 Elsa de Oesterheld (Argentinien) und Kuno Hauck (Deutschland) für ihr Engagement in der "Koalition gegen Straflosigkeit. Wahrheit und Gerechtigkeit für die deutschen Verschwundenen in Argentinien"
  • 2006 Ana del Carmen Martínez, Sprecherin der afro-kolumbianischen Friedensgemeinde (Kolumbien) und Carolina Pardo Jaramillo, Franziskanerschwester (Kolumbien)
  • 2009 Immaculée Birhaheka, Gründerin der kongolesischen Organisation zur Förderung und Unterstützung von Fraueninitiativen – PAIF (DR Kongo)
  • 2011 Maung Thura, "Zarganar", Satiriker und Schauspieler, Engagement im Kampf gegen HIV/AIDS, Regierungskritiker (Burma/Myanmar)
  • 2013 Aminatou Haidar, Präsidentin der Menschenrechtsorganisation CODESA aus der Westsahara
  • 2015 Esther Mujawayo-Keiner, Traumatherapeutin und Autorin, Mitbegründerin von AVEGA in Ruanda
Bremen, Senatspressestelle
12.03.2015
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