IM FOKUS: SDG Nr. 2: Das ambitionierteste Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Bund und Länder

„Beendigung von Hunger, Erreichung von Ernährungssicherheit und verbesserter Ernährung und Förderung nachhaltiger Landwirtschaft“: So lautet das zweite der insgesamt 17 Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Es ist ein sehr ambitioniertes Ziel, denn es greift Probleme auf, die deutlich über die weltweite Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln hinausgehen.

Obwohl die Landwirtschaft in weiten Teilen der Welt Überschüsse produziert, haben rund zwei Milliarden Menschen derzeit nicht genug zu essen. Die Hauptursache von Hunger liegt dabei nicht im absoluten Mangel an Nahrungsmitteln, sondern in der weitverbreiteten Armut, insbesondere in den Ländern des Globalen Südens. Den Menschen fehlt das Geld, sich ausreichendes bzw. nahrhaftes Essen für ihre Familie zu versorgen.
Um die weltweite Armut wirkungsvoll zu bekämpfen, muss auf ganz unterschiedlichen Ebenen angesetzt werden. Beispiele dafür gibt es genug: Zugang zu Acker- und Weideflächen ist Existenzgrundlage der Landbevölkerung in Ländern des Globalen Südens. Durch häufig ungeklärten Landrechte und das erhöhte Interesse an Land ist seit Jahren das sogenannte „land grabbing“ sprunghaft angestiegen: Investoren kaufen oder pachten riesige Flächen, um Nahrungsmittel für den Export oder nachwachsende Rohstoffe zu gewinnen. Dessen Interessen stehen meistens in Konflikt mit denen der lokalen Kleinbauern, die zuvor das Land genutzt haben und nun ihre Existenzgrundlage beraubt sind.

Die hohe Lebensmittelverschwendung, der enorme Verbrauch von kostbaren natürlichen Ressourcen und den Ausstoß von Treibhausgase bei der Nahrungsmittelproduktion haben verheerende Folgen für das Klima und tragen so auch für den Klimawandel bei. Daher muss die Agrarwirtschaft dauerhaft auf umweltverträgliche und ressourcenschonende Anbaumethoden umsatteln.

Das Ziel Nr. 2 der Agenda 2030 kann nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn es weltweit gelingt, dass Landwirtschaft zum einen die Armut mindert und zum anderen ressourcenschonend bzw. klimaverträglich gestaltet wird. Hierzu bedarf es umfassender struktureller Veränderungen im Norden wie im Süden. „Auch die Deutschen Länder stellen sich dieser Herausforderung“, so Dr. Carola Stein aus dem Referat Entwicklungspolitik im Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz. „Sowohl in den jeweiligen Nachhaltigkeitsstrategien als auch in den entwicklungspolitischen Leitlinien wird vor allem die Stärkung des ökologischen Landbaus postuliert“.

In vielen der durch die Deutschen Länder finanzierten Auslandsprojekte spielt die Förderung der ökologischen Landwirtschaft und der Ernährungssicherung eine große Rolle. Dies gilt insbesondere für die Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, die im Rahmen ihrer Länderpartnerschaften zu Ruanda bzw. Burundi zahlreiche Projekte im Agrarbereich unterstützen. Auch für Niedersachsen ist die Förderung der Ernährungssicherheit und einer nachhaltigen Landwirtschaft ein wichtiges entwicklungspolitisches Anliegen. Ein kritisches Thema ist dabei der Fleischexport nach Afrika. Um die Fleischmärkte in West- und Südafrika konkurrenzfähig zu machen, setzt sich das Land Niedersachsen für die Förderung tiergerechter, nachhaltiger und ökologischer Haltungsformen vor Ort ein.

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World University Service e. V. (WUS)
28.08.2016
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