Geld für Schulen in Ruanda

Rheinland-Pfalz

Innenminister Roger Lewentz hat dem Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz / Ruanda e. V. für drei Schulen in Ruanda eine Landeszuwendung von rund 91.300 Euro zugesagt. Gefördert werden die zwei Grundschulen Nkurura und Kavumu sowie die Groupe Scolaire Kirenge.

„Damit unterstützen wir den Bau von benötigten Klassenräumen und deren Möblierung und gestalten eine Lernumgebung, die es Kindern erlaubt, gerne in die Schule zu gehen“, sagte Minister Lewentz.

Primar- und Sekundarschule Nkurura
Die 1948 von der katholischen Kirche gegründete Schule befindet sich im Distrikt Musanze im Norden Ruandas. Von den insgesamt 1063 Schülerinnen und Schülern besuchen zurzeit über 900 Kinder die Grundschule. Die vier Gebäude, in denen die Grundschule untergebracht ist, wurden im Jahr 1965 gebaut. Nach über 50 Jahren Schulbetrieb sind die Gebäude baufällig. Um die Lehr- und Lernbedingungen sowie die hygienischen Bedingungen zu verbessern, werden in zwei Bauphasen insgesamt sechs Klassenräume gebaut und die dafür erforderlichen Möbel angeschafft. Der erste Bauabschnitt ist bereits fertig gestellt. Nun werden in der zweiten Bauphase weitere drei Klassenräume gebaut und möbliert sowie ein neuer Toilettenblock errichtet. Zusätzlich sollen zwei Regenwasserzisternen zukünftig die Wasserversorgung der Schule in der Regenzeit gewährleisten. Für die zweite Bauphase stellt das Land rund 35.700 Euro zur Verfügung. Eine Spende der Verbandsgemeinde Herxheim in Höhe von rund 9.500 Euro sowie eine Spende des Arbeitskreises Ruanda e. V. Herxheim von rund 2.400 Euro ermöglichen die Realisierung.

Primarschule Kavumu
1979 durch eine Elterninitiative gegründet besuchen 618 Kinder die staatlich anerkannte Grundschule Kavumu im Distrik Gicumbi. Die Schule verfügt insgesamt über zehn Klassenräume in zwei älteren Schulgebäuden. Aufgrund schlechter Bausubstanz können jedoch nicht mehr alle Räume genutzt werden. Mit einem Landeszuschuss in Höhe von rund 40.100 Euro sowie einer Spende des Rhein-Pfalz-Kreises von 11.000 Euro soll das älteste Gebäude abgerissen und durch einen Neubau mit vier Klassen ersetzt werden. Zwei neue Zisternen sollen die Versorgung mit Brauchwasser verbessern.

Groupe Scolaire Kirenge
Im Distrikt Rulindo unterstützt das Land eine im Jahr 2007 gegründete private, staatlich anerkannte Gesamtschule, die bedürftigen Kindern kostenfrei eine gute Grundausbildung bietet. Im Gegenzug zur kostenfreien Bildung ist die aktive Beteiligung der rund 320 Kinder an der Gestaltung und Bewirtschaftung der Schule gefordert. Dies stärkt sowohl Verantwortungsbewusstsein wie auch soziale Kompetenzen der Kinder. Die Mitarbeit wird mit Punkten belohnt, womit man wiederum Schulmaterialien und Essengutscheine erwerben kann. Die Schulgebäude werden gepflegt und entsprechend der finanziellen Mittel erweitert. Allerdings fehlt es der Schule an Toiletten. In Eigenregie will die Schule nun drei Toilettenblöcke bauen. Finanziell unterstützt wird das Bauvorhaben vom Land mit rund 15.500 Euro und einer Spende der Kunga-Ruandahilfe in Bullay in Höhe von 5.000 Euro.

Seit 1982 besteht die Partnerschaft von Rheinland-Pfalz und der Republik Ruanda. Der Grundgedanke, einer dezentralen und bürgernahen Partnerschaft ist dabei bis heute unverändert geblieben. 40 Kommunen, 49 Vereine, Stiftungen und Organisationen, 12 Pfarreien, 230 Schulen, 3 Universitäten, 5 Fachhochschulen sowie viele Einzelakteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen unterhalten zur Zeit aktive Beziehungen zu ihren ruandischen Partnern. 2015 flossen rund 22 Prozent der eingesetzten Mittel in die schulische Infrastruktur in Ruanda. „Ich freue mich, dass sich so viele Menschen in Rheinland-Pfalz engagieren und wir mit gebündelten Mitteln Kindern eine schöne und vor allem sichere Schulzeit ermöglichen können. Dies zeigt auch, welchen Stellenwert Jugend und Bildung für die Menschen vor Ort haben“, sagte der Minister.

Mainz, Landesregierung Rheinland-Pfalz
05.07.2016
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