Lokale Akteure diskutierten in Neumünster über Agenda 2030 und globale Nachhaltigkeitsziele

Schleswig-Holstein

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein und die Stadt Neumünster luden Kommunen, Politik und Zivilgesellschaft am Dienstag, den 29. November 2016 zur Veranstaltung „Die 2030-Agenda und die globalen Nachhaltigkeitsziele – Kommunen in Schleswig-Holstein gestalten mit!“ ein. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem Markt der Möglichkeiten, auf dem sich lokale Akteure aus Neumünster und Schleswig-Holstein präsentieren konnten.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Olaf Tauras, Oberbürgermeister der Stadt Neumünster. In seinem Grußwort zeigte er Möglichkeiten auf, wie sich eine Stadt nachhaltig aufstellen kann. In Neumünster wird nachhaltige Stadtentwicklung als ganzheitliche Planung verstanden und ist als Querschnitt im integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) verankert. Er begrüßt daher sehr, dass die zentrale Rolle der Kommunen bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) immer mehr anerkannt wird und er mit der Unterzeichnung der Musterresolution ein entsprechendes Zeichen setzen kann.

Die genauen Zielsetzungen und Hintergründe zur Agenda 2030 wurden im Anschluss von Jens Martens vom Global Policy Forum vertieft. Er erläuterte, wie die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für alle Länder Geltung haben und damit auch Deutschland in die Pflicht genommen werden sollte.

An diesem Punkt stieg Dr. Robert Habeck, Minister für Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume in Schleswig-Holstein ein. Für ihn stellt die große Abstraktion des aktuellen Diskurses um die SDGs eine zentrale Herausforderung dar. Der Strategieprozess zur Umsetzung muss in konkreten und vernetzten Projekten laufen. Einen tiefgreifenden Wandel können Kommunen jedoch nur zusammen mit Bund und Ländern umsetzen. So kann man den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft auch mit Gesetzen und Regularien hinterlegen.

Er berichtete zudem von einer kürzlich durchgeführten Indienreise zum Thema Solarenergie. Das Land plant ein großes Projekt zum Einsatz von regenerativen Energien, das Deutschland in vielerlei Hinsicht voraus ist. Damit wird auch klar, dass ein Verständnis von Entwicklungshilfe – Deutschland als Geber und Entwicklungsländer als Empfänger – nicht mehr zeitgemäß ist. Im Gegensatz zu den Millenniumszielen (MDGs) zeigen nun die SDGs: Wir als Staaten des Westens und Nordens müssen uns selber auch ändern. „Schluss mit Paternalismus und Überheblichkeit“, so Minister Habeck.

Dass auch deutsche Kommunen bereit sind ihren Beitrag zu leisten zeigte die anschließende Unterzeichnung der Musterresolution des Deutschen Städtetages durch Oberbürgermeister Tauras. Damit ist Neumünster die erste Zeichnungskommune aus Deutschlands nördlichstem Bundesland.

Danach waren noch einmal die Teilnehmenden gefragt. An drei Thementischen fand ein reger Austausch zu kommunalen Partnerschaften, zu nachhaltiger Beschaffung in der Kommune und zu kommunalem Nachhaltigkeitsmanagement statt. Im World Café konnten konkrete Ansätze und Handlungsmöglichkeiten zur Umsetzung der SDGs auf lokaler Ebene vertieft werden.

Zum Abschluss standen die Moderatorin, Julia Niharika Sen, und Sebastian Dürselen, Projektleiter bei der SKEW, im Dialog. Unter anderem gingen sie auf die laufende Erhebung zu Aktivitäten zur kommunalen Umsetzung der SDGs in Schleswig Holstein ein.

Mit den Erkenntnissen der Erhebung und angesichts der positiven Resonanz zu der Veranstaltung sei man zuversichtlich, in Abstimmung mit allen aktiven Akteuren in Schleswig-Holstein im nächsten Jahr ein passendes Format zu finden, um Städte und Gemeinden noch stärker an die SDGs heranzuführen und weitere Zeichnungskommunen zu gewinnen.

Servicestelle Kommunen der Einen Welt (SKEW)
29.11.2016
Im Kasten auf der Startseite anzeigen: