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Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt erfolgt die landesweite Koordinierung der Entwicklungszusammenarbeit im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung (MW).

Entwicklungspolitische Leitlinien

Die aus dem Jahr 2000 stammenden Entwicklungspolitischen Leitlinien wurden ab 2018 unter Mitwirkung entwicklungsbezogen tätiger Organisationen und Gruppen, Kirchen, Gewerkschaften sowie Wirtschaft und Wissenschaft überarbeitet und mit Beschluss der Landesregierung vom 12. März 2019 verabschiedet.

Die Leitlinien dienen als Orientierung und Richtschnur für das entwicklungsbezogene Engagement des Landes insgesamt. Gemäß der entsprechenden MPK-Beschlüsse der letzten Jahre waren die Leitlinien weiterzuentwickeln, insbesondere unter Berücksichtigung der in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen festgelegten nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDG). Neben den Grundprinzipien heben die Leitlinien 8 Schwerpunkte hervor, nach denen sich die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) des Landes ausrichtet bzw. ausrichten soll:

Die entwicklungsbezogene Informations-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung entwicklungsbezogen tätiger Nichtregierungsorganisationen (NRO) einschließlich entsprechender Netzwerkstrukturen, die Nutzung des Potentials von Wissenschaft und Forschung , die Verknüpfung von Migration und Entwicklung, die Stärkung von Fairem Handel und nachhaltigem Konsum, die Sensibilisierung von Unternehmen für die EZ bei gleichzeitiger Integration der Kompetenzen der Wirtschaft, die Stärkung von Partnerschaften und Nutzung vorhandener Kompetenzen, die praxisorientierte Aus- und Fortbildung ausländischer Fach- und Führungskräfte sowie Humanitäre Hilfe. Gemäß den Leitlinien versteht die Landesregierung Entwicklungszusammenarbeit entsprechend ihrem umfassenden und mehrdimensionalen Charakter dabei ausdrücklich als Querschnittsaufgabe, die über alle Ressorts umzusetzen ist. Um die ressortübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern, wurde ein fachlicher Arbeitskreis „Entwicklungszusammenarbeit“ etabliert. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern aller Ressorts, der Fraktionen des Landtages sowie Fachleuten aus verschiedenen Bereichen der EZ.

Entwicklungsbezogene Informations-, Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit

Für die entwicklungsbezogene Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung bzw. zur Steigerung des Verständnisses und Engagements für die Probleme der Einen Welt sind entwicklungsbezogen tätige NRO von zentraler Bedeutung.

Diese NRO werden daher sowohl als Träger von Maßnahmen der entwicklungsbezogenen Informations-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Inland (einschließlich der Themenbereiche Nachhaltiger Konsum/Fair-Handelsberatung sowie Angeboten zur Fairen Beschaffung) gefördert, als auch als Träger von EZ-Projekten in Entwicklungs- und Übergangsländern.

Adressaten bzw. Orte der entwicklungspolitischen Bildung sind die Ausbildung der Lehrer/-innen sowie alle Schulformen einschließlich der Berufsschulen und Kindergärten. Im Hinblick auf die faire Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen werden u.a. Unternehmen und Verwaltungen beraten und entsprechende Foren für Mitarbeiter/-innen durchgeführt. Als zentrales Instrument fungiert dabei das Eine-Welt-Promotor*innenprogramm. Die erstmals 2014 erfolgte Beteiligung Sachsen-Anhalts an der Ko-Finanzierung des „Eine-Welt-Promotor*innenprogrammes“ wurde ab 2019 auf nunmehr fünf Vollzeitstellen ausgeweitet.

Nachdem bisher mit Unterstützung durch die Fair Trade Town-Kampagne des Eine Welt Netzwerks Sachsen-Anhalt die Städte Halle/Saale, Magdeburg und Wernigerode den Titel einer Fairtrade Town errungen haben, werden weitere Bewerbungen angestrebt.

Kommunale Partnerschaft mit EZ-Bezug

Die seit 2013 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Hoi An (Vietnam) und Wernigerode (seinerzeit die erste offizielle deutsch-vietnamesische Kommunalpartnerschaft überhaupt) ist im Jahr 2016 zu einer Klimapartnerschaft mit den entwicklungsbezogen relevanten Kernthemen Energieeffizienz/Umstellung auf erneuerbare Energien, Abfallverringerung/-beseitigung sowie nachhaltiger Tourismus erweitert worden. Die von breiten Bevölkerungsteilen getragene und mit EU-Bundes-. Landes-, kommunalen Mitteln sowie privaten Beiträgen unterstützte „Bottom-up Partnership“ wird kontinuierlich jährlich auf Projektbasis fortgeführt. Im Zeitraum 2020/21 läuft ein gemeinsames Projekt zur Fachkräfteausbildung für Hotellerie/Gastronomie.

Landesprogramm „Partner von morgen“

Das 2001 als Kontakt- und Qualifizierungsprogramm mit den damaligen Schwerpunktpartnerländern China und Vietnam aufgelegte Programm „Partner von morgen“ richtet sich mittlerweile branchen- und länderoffen allgemein an ausländische Studierende bzw. Absolvent/-innen der Hochschulen sowie an kleine und mittlere Unternehmen des Landes (KMU).

Durch die in den teilnehmenden KMU absolvierten Praktika erlangen die Teilnehmer wichtige Berufserfahrungen und berufspraktische Qualifikationen, die nach Rückkehr in ihre Heimatländer diesen nachhaltig entwicklungsbezogen zu gute kommen und gleichzeitig die außenwirtschaftlichen Aktivitäten der teilnehmenden Unternehmen stärken.

In diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnenswert sind entwicklungsbezogene Engagements sachsen-anhaltischer KMU in den Bereichen Solarenergie, Abfallwirtschaft und Landwirtschaft in den afrikanischen Staaten Marokko, Burkina Faso, Nigeria, Uganda, Ruanda, Äthiopien und Sambia.

Ansprechpartner/-innen

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt
Referat 24 – Außenwirtschaft, Europäische Angelegenheiten, Entwicklungszusammenarbeit
Hasselbachstraße 4
39104 Magdeburg
Tel.: 0391 567-4452, -4240, -4328, -4271
Web: www.mw.sachsen-anhalt.de

Catrin Gutowsky
catrin.gutowsky[at]mw.sachsen-anhalt.de
Gabriele Wronna
gabriele.wronna[at]mw.sachsen-anhalt.de
Ingo Knochenhauer
ingo.knochenhauer[at]mw.sachsen-anhalt.de
Alexander Schulz-Medem
alexander.schulz-medem[at]mw.sachsen-
 
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