Skip to main content

Im Fokus

Nachhaltigkeitsziel Nr. 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Die Entwicklungspolitik des Landes Niedersachsen orientiert sich an den Kernbotschaften der Agenda 2030, die als handlungsleitende Prinzipien den 17 Nachhaltigkeitszielen vorangestellt sind. Eine Kernbotschaft der Agenda 2030 ist, den Planeten zu schützen. Der Klimawandel muss begrenzt und natürliche Lebensgrundlagen müssen bewahrt werden. Nachhaltigkeitsziel Nr. 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ soll dazu beitragen, dass zukünftige Generationen ein gutes Leben in einer intakten Umwelt führen können.

Eine weitere Kernbotschaft ist, globale Partnerschaften aufzubauen. Die Agenda ist von der Erkenntnis getragen, dass wir global gemeinsam voranschreiten müssen. Globale Partnerschaften sollen die für die Umsetzung der Agenda notwendigen Mittel mobilisieren. Das Land Niedersachsen arbeitet an der Umsetzung seiner Entwicklungspolitischen Leitlinien, die der Agenda 2030 verpflichtet sind und die Nachhaltigkeitsziele aufgenommen haben, gemeinsam mit der Partnerregion Eastern Cape in Südafrika und mit Tansania sowie mit der Zivilgesellschaft in Niedersachsen.

Zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsziels Nr. 13 engagiert sich Niedersachsen beispielsweise im „Mini-Grid-Projekt in Upper Blinkwater“. Bemühungen um ländliche Elektrifizierung konzentrieren sich oft auf den Anschluss an das Hauptnetz. Kleine Netze, oft als Mini-Grids bezeichnet, gewinnen in netzfernen und abgelegenen Gebieten an Bedeutung. Denn oftmals ist es dort nicht wirtschaftlich, Verbraucher an das Hauptnetz anzubinden. Die Mini-Grids zielen darauf ab, Entwicklungschancen in netzfernen Regionen zu schaffen und Landflucht einzudämmen.

Niedersachsen und Eastern Cape (Südafrika) arbeiten seit Oktober 2015 an einem Pilot-Mini-Grid aus Erneuerbaren Energien (EE) für Upper Blinkwater. Das Dorf liegt abgelegen in einer bergigen Region der Provinz Eastern Cape. Mehr als 90 Prozent der Einwohner/innen gelten als arm. Upper Blinkwater wird in absehbarer Zeit nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Das Pilotvorhaben soll zeigen, wie eine Versorgung auf Basis erneuerbarer Energien abseits der flächendeckenden Stromnetze gelingen kann. Ein lokales Netz wird bis zu 67 Haushalte, eine Schule und eine Kirche versorgen. Eine Photovoltaik-Anlage mit 75 Kilowatt Nennleistung soll die Stromversorgung gewährleisten. Energie wird vor allem abends benötigt. Die Spitzen bei Erzeugung und Verbrauch decken sich somit zeitlich nicht. Für den Ausgleich sorgt eine Batterie. Außerdem wird ein Dieselgenerator installiert, damit Stromausfälle vermieden und Lastspitzen abgefangen werden. Wie sich das Verbrauchsverhalten durch die Elektrifizierung ändert, wird dokumentiert, um künftig für andere netzferne Regionen die Stromversorgungen planen zu können.

Kooperationspartner in Niedersachsen sind die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Nord, das DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme in Oldenburg (vormals NEXT ENERGY) und die Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA) Nienburg. Das Projekt ist ein Leuchtturmprojekt bei der Umsetzung der Entwicklungspolitischen Leitlinien und wird von der Bundesregierung im Bund-Länder-Programm kofinanziert.

Ministerpräsident Stephan Weil hat die Provinz Eastern Cape im Mai 2018 mit einer Delegation besucht. Sowohl Premier Masualle als auch Ministerpräsident Weil sehen einen wichtigen Schwerpunkt der Zusammenarbeit bei dem Thema „Erneuerbare Energien(Photovoltaik)/Klimaschutz“. Dies habe man bereits mit der 2016 unterzeichneten „Klimaschutzinitiative Eastern Cape – Niedersachsen“ in den Blick genommen und durch die Umsetzung des Pilotprojektes „Mini-Grid in Upper Blinkwater“ ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit aufgeschlagen.

Seit 2010 gibt es auch eine Zusammenarbeit Niedersachsens auf Projektebene in Tansania. In 2018 förderte das Land Niedersachsen ein Projekt zur Verbesserung der nachhaltigen Energieversorgung eines Waisenhauses, einer Schule und einer Blindenschule durch Solarenergie. Ein weiteres Projekt zielte auf Elektrifizierung für Flüchtlinge in ländlichen Regionen Tansanias durch ein Mini-Grid-Energieprojekt.

Das Land Niedersachsen hat im September 2015 Entwicklungspolitische Leitlinien zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erarbeitet. Die Leitlinien zeigen die Grundprinzipien der niedersächsischen Entwicklungspolitik auf und benennen sechs konkrete Handlungsfelder: Bildung und Jugend; Wissenschaft und Forschung; Umwelt, Energie und Klimaschutz; nachhaltige Wirtschaftsentwicklung; Bürgerschaftliches Engagement; interkultureller Dialog und Kulturaustausch sowie Demokratie, Gutes Regierungs- und Verwaltungshandeln für zukünftige Aktivitäten. Entwicklungspolitik wird damit zur Querschnittsaufgabe der Ressorts, die sich durch alle Bereiche der Landespolitik zieht. Dies spiegelt sich in den festgelegten Schwerpunkten der Zusammenarbeit im Rahmen der Partnerschaften des Landes mit Eastern Cape in Südafrika oder mit Tansania wider. Bei der Beantragung von Projektfördermitteln sind die Antragsteller gehalten, darzulegen, welche Sustainable development goals (SDGs) mit welchen konkreten Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung des kommunalen Engagements in der Nachhaltigkeits- und Entwicklungspolitik. Die Niedersächsische Staatskanzlei unterstützt Kommunen, die im Rahmen der Landeskooperationen mit der Provinz Eastern Cape oder Tansania aktiv sind oder es werden wollen. In den letzten Jahren wurden mit Unterstützung von Engagement Global und der Servicestelle Kommunen in Einer Welt (SKEW) „Kommunale Klimapartnerschaften“ begründet: Stadt Oldenburg und Buffalo City Metropolitan Municipality im Eastern Cape/Südafrika sowie Landkreis Hameln-Pyrmont und Alfred Nzo District Municipality im Eastern Cape/Südafrika.

Niedersächsische Staatskanzlei Referat 207 - Internationale Zusammenarbeit, Entwicklungspolitik