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Windhoek (Namibia) und Bremen - Städtepartnerschaft

Seit 1975 besteht eine Kooperation zwischen der Freien Hansestadt Bremen und Namibia. Basierend auf einer starken Anti-Apartheids-Bewegung in den 80er Jahren in Bremen wurde zunächst die namibische Freiheitsbewegung und die SWAPO unterstützt. Nach Erlangung der Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1990 bezogen sich viele Projekte auf die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit, nicht nur vor dem Hintergrund der engen geschichtlichen Verflechtungen von Deutschland und Namibia, sondern auch der historischen Rolle Bremens, aus der sich eine besondere Verantwortung ableitet. Zu diesen Kooperationen gehörten z.B. Bildungsprojekte zur Neugestaltung von Schulbüchern und die Unterstützung beim Aufbau eines demokratischen Rechtssystems. Ein wichtiges Projekt war dabei die Verschriftlichung von Gewohnheits- und Stammesrecht der verschiedenen Ethnien zur Berücksichtigung in der formalen Rechtsprechung Namibias (Customary Law ascertained).

Seit 2024 besteht zwischen Bremen, Windhoek und Durban/Südafrika eine Vereinbarung zu einer trilateralen Partnerschaft. Es wurden Projekte etwa in den Bereichen Jugend- und Kulturaustausch, Tourismusförderung, Unterstützung von Kleinunternehmen, Frauenförderung oder der Abwasserentsorgung initiiert. Im Jahr 2018 kam mit einem Abkommen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit eine weitere Grundlage auf Ebene des Bundeslandes hinzu. 

Zuletzt bildete die Umsetzung eines EU-geförderten Projekts zur Verbesserung des Abfallmanagements in Windhoek den Schwerpunkt der Zusammenarbeit. Ziel dieses Projekts war die Verringerung der in Windhoek anfallenden Abfallmenge, die Erhöhung der Recyclingquote und die Förderung von Startups im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Zu diesem Zweck fanden bis 2025 u. a. Austausche und Hospitation zwischen den beiden Städten statt, außerdem erhöhten gemeinsame „Aufräumtage“ das Bewusstsein rund um das Thema Müll.

Derzeit wird ein weiterer Schwerpunkt rund um die in Namibia entstehende Wasserstoffwirtschaft gelegt. Hierzu wird ein Netzwerk aus Partnern in Namibia und Bremen aufgebaut, das einen Austausch mit Fokus auf die Aus- und Fortbildung von Fachkräften in den Bereichen erneuerbare Energien und Logistik sowie die Förderung von Frauen zum Ziel hat. Hierzu kooperiert das Land Bremen mit der GIZ im Rahmen des Bund-Länder-Programms. Weitere Aspekte, die eine zunehmende Rolle spielen werden, sind u.a. die gemeinsame Ausbildung junger Menschen sowie Schulpartnerschaften.

Hier geht es zur Website der Partnerschaft