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Nachhaltigkeitsziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

„Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle bis zum Jahr 2030 sichern“. So lautet das 7. Ziel der im Jahr 2015 von der Staatengemeinschaft in New York verabschiedeten Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung.

Insgesamt umschreiben 17 globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG), die jeweils durch eine Vielzahl von Unterzielen konkretisiert werden, das Leitbild für ein weltweit menschenwürdiges Leben bei gleichzeitiger Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Die Ziele bilden den globalen Handlungs- und Orientierungsrahmen für Nachhaltige Entwicklung und richten sich sowohl an die Regierungen als auch an Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und Wissenschaft.

Innerhalb dieses Rahmens liegt dem SDG 7 die Erkenntnis zugrunde, dass eine bezahlbare, verlässliche und umweltfreundliche Energieversorgung das Fundament nachhaltiger Wirtschaftssysteme bildet.

Wichtige Unterziele sind die weltweite Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energien am globalen Energiemix, der erleichterte Zugang zu den einschlägigen Technologien und die Förderung von Investitionen in die Infrastruktur für saubere Energie.

Auch die hessische Energiepolitik orientiert sich am Prinzip der Nachhaltigkeit und beruht auf den Prämissen von Bezahlbarkeit, Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit.

Vor diesem Hintergrund hat der Hessische Energiegipfel im Jahr 2011 in einem parteiübergreifenden und von weiten Teilen der Gesellschaft getragenen Konsens das Ziel einer möglichst vollständigen Versorgung der hessischen Privathaushalte, Kommunen und Unternehmen mit Energie aus regenerativen Quellen bei gleichzeitiger Realisierung signifikanter Energieeinsparungen, die insbesondere im Gebäudesektor erbracht werden, gesetzt.

Diese auf das Jahr 2050 bezogenen Zielsetzungen wurden im Hessischen Energiezukunftsgesetz verbindlich verankert.

Ebenfalls bis zum Jahr 2050 soll – nicht zuletzt durch die weitgehende Decarbonisierung des Energiesektors – auch die Klimaneutralität in Hessen erreicht sein.

Dementsprechend liegen die Umsetzungsschwerpunkte der hessischen Energiepolitik auf der Steigerung der Energieeffizienz sowie dem Ausbau der erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr, auf der intelligenten Kopplung dieser Sektoren unter Nutzung der Potenziale der Digitalisierung, auf der Entwicklung der zugrundeliegenden Technologien und auf dem Ausbau der Energieinfrastrukturen (Netze und Speicher).

Hierfür existieren vielfältige investive und nichtinvestive Förderprogramme des Landes, die sich überwiegend an Unternehmen und Kommunen richten und häufig einschlägige Programme des Bundes ergänzen.

Über die wissenschaftliche Begleitung der geförderten Projekte haben sich mittlerweile beträchtliche Erkenntnisgewinne im Hinblick auf die rationelle Energienutzung und die technologischen Grundlagen von Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Sektorenkopplung, aber auch über neue energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle ergeben.

Daraus sind in der Folge Netzwerke entstanden, die Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen umfassen und so die Energiewende voranbringen.

Eine innovative Energiewirtschaft – häufig in kommunaler Hand –, Hochschulen, die mit ihrer kreativen Forschung die Entwicklung der Energietechnologie voranbringen sowie tragfähige Netzwerke der relevanten Akteure sind die Stärken, die Hessen im Kontext des SDG 7 in die globale Energiewende einbringen kann.

So gehört es seit jeher zu den elementaren Grundsätzen der hessischen Entwicklungspolitik, die Akteure aus Hessen in ihren internationalen Bezügen zu stärken.

Dies gilt auch und gerade im Energiesektor.

Dieser ist angesichts der Tatsache, dass derzeit weltweit rund eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu einer modernen Energieversorgung leben und bis 2030 vor allem in Afrika mit einer dramatisch ansteigenden Energienachfrage gerechnet wird, für die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch für eine wirksame Armutsbekämpfung von essentieller Bedeutung.

Daher leistet Hessen mit dem Transfer von technologischem Know-how zum Aufbau nachhaltiger Energiesysteme und mit bedarfsorientierten Beratungskonzepten im Rahmen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des 7. UN-Nachhaltigkeitsziels und eine gerechte Gestaltung der Globalisierung.

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen