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Im Fokus

Nachhaltigkeitsziel (SDG) Nr. 17 – Umsetzungsmittel und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung stärken

Was steckt hinter der Idee von globalen Partnerschaften? Welche Prinzipien müssen eingehalten werden, damit das SDG 17 erfüllt wird?

Seit vielen Jahren bestehen Partnerschaften einiger Deutscher Länder mit Städten, Regionen oder Ländern des Südens. Diese Partnerschaften sind sehr unterschiedlich ausgeprägt, mit eigenen inhaltlichen Schwerpunkten, Rahmenbedingungen oder Zielsetzungen. Grundlage dieser Beziehungen ist stets eine Partnerschaft auf Augenhöhe und Wahrung beidseitiger Interessen und Bedürfnisse.

Auf welchen Ebenen können Partnerschaften stattfinden?

Die Gestaltung und Ausprägung von Partnerschaften werden durch die Partner selbst definiert: Durch inhaltliche Schwerpunktsetzungen, Rahmenbedingungen und Ziele werden die Eckpfeiler einer jeden Partnerschaft definiert. Die Vielfalt der Partnerschaftsbeziehungen von Kommunen, Schulen, Vereinen, Kirchen und Universitäten usw. sind dabei eine wesentliche Ressource für die Entwicklungspolitik der Länder. Aus den teilweise bereits seit Jahrzehnten bestehenden Länderpartnerschaften wachsen lebendige, von Bürgerinnen und Bürgern getragene Verbindungen.

Konkrete Beispiele:

Partnerschaft Baden-Württemberg und Burundi

Seit über 30 Jahren bilden partnerschaftliche Beziehungen zwischen Menschen aus Baden-Württemberg und Burundi eine Brücke über Grenzen und Entfernungen hinweg. Neben den freundschaftlichen Verbindungen gibt es eine vielfältige zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit und Projekte von Kirchen, Kommunen, Schulen und Initiativen. Ziel ist dabei eine gleichberechtigte Partnerschaft, die den Interessen der Menschen in beiden Ländern gerecht wird, die Demokratie stärkt und für Beachtung der Menschenrechte eintritt.

Eine förmliche Partnerschaftsvereinbarung zwischen Baden-Württemberg und Burundi wurde am 16. Mai 2014 von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Laurent Kavakure, Minister für Auswärtige Beziehungen und internationale Zusammenarbeit Burundis, unterzeichnet. Aufgrund der aktuellen politischen Lage in Burundi wird die Partnerschaft von Seiten des Landes derzeit insbesondere durch Förderung von Graswurzelprojekten auf der Ebene der Zivilgesellschaft gestärkt.

Projektunterstützung des Landes Baden-Württemberg in Burundi

Das Land Baden-Württemberg hat die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) mit der Bündelung und dem Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen beauftragt. Zur Umsetzung dieser Aufgaben sowie als Schnitt- und Servicestelle dient das Burundi Kompetenzzentrum der Stiftung, welches durch Landesmittel gefördert wird.

Die Projekte in Burundi stellen einen nachhaltigen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) – den Nachhaltigkeitszielen der UN-Agenda 2030 – in Burundi dar. Die Orientierung an den SDG stellt sicher, dass sich die Projekte optimal in die universellen Anstrengungen für Entwicklung einfügen. Schwerpunkte der Projektförderung in Burundi liegen auf dem Empowerment von Frauen, der Friedens- und Versöhnungsarbeit, der Traumabewältigung sowie der Einkommensgenerierung.

Im Rahmen der Förderlinie bwirkt! werden für die Jahre 2018 und 2019 gezielt Fördermittel für Projekte in und mit dem Partnerland Burundi zur Verfügung gestellt. Sowohl baden-württembergische Organisationen, als auch burundische Trägerorganisationen können Gelder für entwicklungspolitische Projekte beantragen. Durch die zusätzlichen Fördermittel sollen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit verwirklicht werden.

Ein Projekt, das seit 2014 gefördert wird, ist der erste fair gehandelte Kaffee aus dem Partnerland Burundi, der mittlerweile rund 1.000 Kleinbauernfamilien ein gesichertes Einkommen ermöglicht. Der faire Kaffee wird unter der Marke „Café du Burundi“ in vielen baden-württembergischen Weltläden sowie online als Partnerschaftskaffee vermarktet.

Welche Chancen bieten Partnerschaften?

Partnerschaftsbeziehungen verfolgen stets das Ziel, dass sowohl die Menschen im Globalen Süden als auch die deutschen Partner profitieren. Durch den persönlichen Austausch und das gegenseitige Kennenlernen gelingt es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken, Verständnis für den anderen zu entwickeln und ein breites gesellschaftliches Engagement für die Entwicklungszusammenarbeit zu mobilisieren. Insbesondere junge Menschen erlangen durch Austauschprogramme weltweit Einblicke in Partnerschaftsprojekte und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des SDG Nr. 17. Die Partnerschaftsarbeit kann als effektive Methode zur Erreichung der übrigen 16 Nachhaltigkeitsziele angesehen werden.

Quellen und weitere Informationen:

Staatsministerium Baden-Württemberg