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Im Fokus

Nachhaltigkeitsziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum fördern

Das in der Agenda 2030 enthaltene Nachhaltigkeitsziel 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ legt den Fokus darauf, dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle zu fördern. Es soll insbesondere möglichst vielen jungen Menschen ermöglicht werden, einen Beruf zu erlernen, Männer und Frauen sollen gleichberechtigt am Arbeitsmarkt teilnehmen und adäquate Löhne erhalten.

Das entwicklungspolitische Engagement des Freistaat Bayerns fokussiert sich auf wirtschaftliche Entwicklung, schulische und berufliche Bildung, Wissenschaft, Landwirtschaft, Umwelt sowie Verwaltung. Mit dem Bayerischen Afrikapaket will die Staatsregierung ihren Beitrag leisten, den Kontinent künftig stärker als Kontinent der Chancen wahrzunehmen, und in enger Abstimmung mit dem Bund und relevanten Akteuren in Bayern die nachhaltige Entwicklung einzelner Staaten gezielt unterstützen und langfristige Partnerschaften entwickeln.

Folgende Beispiele vermitteln einen Eindruck vom Engagement Bayerns für die Umsetzung des Nachhaltigkeitsziels 8:

In Kooperation mit der bfz GmbH fördert Bayern eine Kooperative in der äthiopischen Provinz Kaffa, der Ursprungsregion des Kaffees, wo Kaffee wild im Regenwald wächst und von den Bauern gepflückt wird. Ziel des Projekts ist eine zunehmende Verlagerung der Wertschöpfung der Kaffeeverarbeitung nach Äthiopien und eine damit einhergehende Verbesserung wirtschaftlicher Perspektiven im ländlichen Raum. Durch die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Bauernfamilien wird außerdem als positiver Nebeneffekt dem Anreiz der Abholzung und anderweitigen Nutzung des Regenwaldes entgegengewirkt. Das Projekt leistet damit auch einen Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Durch die geplanten Maßnahmen sollen die Beschäftigungsmöglichkeiten im Kaffeesektor in der Region Kaffa umfassend ausgebaut werden. In einer örtlichen Berufsschule soll eine Ausbildung des Personals im Bereich Kaffeeröstung angeboten werden, um zu einer verbesserten Einhaltung von Qualitäts- und Hygienestandards beizutragen, sodass die Produkte internationalen Standards entsprechen und sich dies auch in der Zertifizierung niederschlägt. Zudem sind weitere Ausbildungen entlang der Wertschöpfungskette geplant (z. B. Wartung von Röstanlagen).

Weiterhin unterstützt die Bayerische Staatskanzlei aktuell das Vorhaben „Das Bayerische Haus – Ausbildung und Ressourcen-Center“ der HOPE-Kapstadt-Stiftung. Drei Kommunen (Townships) in Blikkiesdorp, die in der Nähe des Flughafens Kapstadt liegen, müssen auf Grund des Ausbaus des Flughafens verlegt werden. Bisher wird ein Container-Standort im Township Blikkiesdorp genutzt, um verschiedene Services (z. B. Nachmittagsbetreuung für Kinder) anzubieten. Im Rahmen des Umzugs auf ein neues Grundstück soll von der Organisation HOPE Cape Town ein neuer, integrierter Standort geschaffen werden, in dem verschiedene Services zusammengefasst werden. Mit bayerischer Unterstützung wird als Teil dieses neuen Standorts ein „Bayerisches Haus“ errichtet und ausgestattet werden. In diesem sollen in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Südafrikanischen Handelskammer Ausbildungen zunächst im Bereich Logistik durchgeführt werden.

Außerdem fördert der Freistaat Bayern in Anlehnung an eine Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine deutsch-tunesische Handwerksschule mit Fokus auf die Implementierung von Kurzqualifizierungen im Bauhaupt- und -nebengewerbe für benachteiligte, arbeitslose Jugendliche im Großraum Soliman, Tunesien. Ziel des Projekts ist es, durch wirtschaftsnahe, modulare Qualifizierungsangebote die Perspektiven jugendlicher Tunesier auf dem lokalen Arbeitsmarkt zu verbessern und das Fachkräftepotenzial zu erhöhen. An der Berufsschule Soliman sind derzeit etwa 400 Jugendliche in Ausbildung, Themenschwerpunkt der Schule ist der Baubereich. Ein sogenanntes Career Office soll für den Austausch mit der tunesischen Arbeitsagentur verantwortlich sein und übernimmt die direkte Vermittlung von Praktika und anderen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Bayerische Staatskanzlei, November 2020