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Im Fokus

Nachhaltigkeitsziel 3: Gesundheit für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Im September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Mit dieser Agenda bekennt sich die Staatengemeinschaft zur Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen und zum Einsatz für ein menschenwürdiges Leben.

Die 17 verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele bilden den globalen Handlungs- und Orientierungsrahmen für Nachhaltige Entwicklung und richten sich nicht nur an die Regierungen sondern auch an die Gesellschaft.

Bei Nachhaltigkeitsziel 3 geht es um „Gesundheit und Wohlergehen“. „Die Staatengemeinschaft will ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Gesundheit ist Ziel, Voraussetzung und Ergebnis nachhaltiger Entwicklung. Ihre Förderung ist ein Gebot der Menschlichkeit und Bestandteil verantwortungsvollen Regierungshandelns.“

Nachhaltigkeitsziel 3 wird durch mehrere Unterziele konkretisiert, insbesondere sind diese Prävention, Gesundheitsversorgung, Kampf gegen Krankheiten und Epidemien, Zugang zu bezahlbaren Medikamenten und Impfstoffen sowie Management von globalen Gesundheitsbelastungen. Ausbildung, Ausrüstung und Gesundheitsdienste sind für die Länder des globalen Südens von großer Bedeutung. Aber auch Frühwarnung, Risikominderung und Management sind in das Nachhaltigkeitsziel einbezogen.

Gesundheit ist einer der wichtigsten Schwerpunkte deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Ein zentrales Anliegen besteht darin, zu einer nachhaltigen Stärkung von Gesundheitssystemen beizutragen.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie unterstreicht die Wichtigkeit von Nachhaltigkeitsziel 3 und verdeutlicht die weitreichenden Auswirkungen mangelnder Gesundheitsversorgung. Viele Erfolge bei der Bekämpfung von Hunger und Armut sind durch die Pandemie zunichte gemacht worden. Auf verschiedenen Ebenen wurden deshalb Initiativen gestartet und Sonderprogramme über die bestehenden Programme hinaus entwickelt, um den Herausforderungen der Pandemie zu begegnen.

Auf dem G20 Riad-Gipfel im November 2020 haben die Staats- und Regierungschefs eine Erklärung verabschiedet, wie sie den Herausforderungen der Pandemie begegnen und die Entwicklungsländer unterstützen wollen.

Auf EU- und Bundesebene wurden umfangreiche Sondermittel zur Verfügung gestellt und Sofortprogramme aufgelegt.

Die einzelnen Bundesländer setzen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten seit Jahren dafür ein, die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 umzusetzen. Zu einem der wichtigsten Bereiche gehören Gesundheit und Wohlergehen.

So unterstützt zum Beispiel die Thüringer Staatskanzlei das Vorhaben „Bau einer (Corona-) Infektionsstation“ in Malawi des Vereins Zomba Hospital Project aus Thüringen mit finanziellen Mitteln. Dazu kommen im Rahmen des Bund-Länder-Programms Sondermittel zur globalen Pandemiebekämpfung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Für die Umsetzung des Projektes sind über die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz) eine Projektleitung in Deutschland und eine nationale Kraft vor Ort in Malawi eingesetzt, insbesondere für die Bauüberwachung und Baubegleitung. Das Projekt will Diagnostikkapazitäten und Möglichkeiten der Patientenversorgung schaffen und Fortbildungen für die malawische Klinikleitung und Gesundheitsbehörden, die diese im Kampf gegen das Virus stärken sollen, anbieten. Dafür werden auf thüringische Erfahrungswerte am Klinikum Weimar zurückgegriffen und diese an den lokalen Kontext angepasst.

Hinsichtlich Forschung zu Nachhaltigkeitsziel 3 vereinbarte Hessen im Februar 2020 ein Austauschprogramm zwischen vietnamesischen Wissenschaftler*innen und hessischen Hochschulen. Hessen lud Wissenschaftler*innen aus Vietnam ein, sich an den virologischen Instituten der Universitäten in Frankfurt, Marburg und Gießen über die dortigen Erkenntnisse zum Coronavirus zu informieren.

Im Bereich der Prävention stellte 2020 Sachsen 200.000 Euro für ein Sonderprogramm zur Eindämmung der Pandemie bereit. Insgesamt konnten 12 zivilgesellschaftliche Projekte gefördert werden. Ein Beispiel ist das Projekt des Arbeitskreises Entwicklungshilfe e. V. in Dresden. Der Arbeitskreis unterhält seit Jahrzehnten Kontakte in die tansanische Stadt Iringa. Eine wesentliche Infektionsquelle in Iringa sind unzureichende sanitäre Anlagen. Daher beantragte der Arbeitskreis ein Projekt zur Errichtung von Toiletten und Handwaschstationen für eine Grundschule in Iringa.

Auf dem Bund-Länder-Treffen im Dezember 2020 haben die für Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Ministerinnen und Minister sich abgestimmt, wie sie ihr vielfältiges Engagement besser koordinieren und weiterentwickeln können, um eine höhere Wirksamkeit zu erreichen. Durch die Pandemie sind neue Themenbereiche und Problemstellungen aufgetaucht, denen entsprechend der entwicklungspolitischen Kompetenzen durch bessere Verzahnung begegnet werden soll.

Das Engagement der Deutschen Länder für Nachhaltigkeitsziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ setzt sich fort.

Thüringer Staatskanzlei, April 2021