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Im Fokus

SDG 12 – Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Das Ziel 12 stellt Politiker*innen, Unternehmen und Privatpersonen vor große Herausforderungen. Es fordert globales Umdenken und das Umdenken jedes Einzelnen. Welchen Einfluss können wir auf die Beseitigung der globalen Ungerechtigkeiten nehmen, um soziale Gerechtigkeit zwischen den Bevölkerungsschichten, den Generationen und den Regionen herzustellen?

Die öffentliche Hand in der Bundesrepublik verfügt mit einem Einkaufsvolumen von insgesamt ca. 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts über eine große Marktmacht. Durch entsprechende gesetzliche Regelungen auf EU-, nationaler und Landesebene ist es seit einigen Jahren möglich, diese auch für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen entlang der globalen Lieferketten einzusetzen, solange ein Bezug zum Auf-tragsgegenstand besteht.

Servicestelle für sozialverträgliche Beschaffung

Mecklenburg-Vorpommern hat aus diesem Grund beim Eine-Welt-Landesnetzwerk eine Servicestelle für sozialverträgliche Beschaffung eingerichtet. Sie unterstützt und berät Beschaffungsstellen hinsichtlich der Möglichkeiten einer sozialverträglichen Beschaffung. „Sozialverträglich“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die gesamte Lieferkette zu beschaffender Waren. Die Servicestelle vermittelt Expert*innen für bestimmte Warengruppen zu Fachgesprächen und Schulungen, richtet Schulungen und Tagungen aus und vernetzt Akteur*innen aus dem Beschaffungswesen und aus Fach-NGOs.

Der öffentliche Dienst kann bei der sozialverträglichen Beschaffung mit gutem Beispiel vorangehen. Strategischer Einkauf ermöglicht es, rechtssicher einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen entlang der globalen Wertschöpfungsketten zu leisten. Zum Thema fand im Juli 2018 eine Tagung „Mecklenburg-Vorpommern kauft fair“ in Schwerin statt, um Beschaffungsverantwortliche mit dem nötigen Wissen vertraut zu machen. Es ging u. a. um Fragen, wie wirkungsvoll „fair“ eingekauft werden kann, welche Produktbereiche betroffen sind und welche Gütezeichen welche Aussagekraft haben. Das große Interesse zeigte sich in der hohenTeilnehmer*innenzahl aus Vertreter*innen des öffentlichen Dienstes, der Privatwirtschaft und Stiftungen.

Faire Städte

Das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern ist bislang noch sehr wenig auf der Fairtrade-Towns-Karte vertreten. Aber es gibt zahlreiche Aktivitäten, dies zu ändern. Mit Unterstützung der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) wird der Aufbau eines Netzwerkes erarbeitet, das bereits aktive und potenziell interessierte Städte und Initiativen fachlich begleiten und auf ihrem Kampagnenweg un-terstützen wird.

Die Hansestadt Rostock ist seit 2012 im Bereich des Fairen Handels sichtbar aktiv geworden und führte von 2013 – 2015 den Titel „Hauptstadt des Fairen Handels“ in Deutschland. Rostock finanziert zu 100 Prozent eine eigene Koordinationsstelle, die nun auch das Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern aufbaut.

Die Hansestadt Greifswald und die Stadt Parchim haben den Beitritt zur Kampagne der Fairtrade-Towns beschlossen und werden für diesen Titel in naher Zukunft die notwendigen Unterlagen einreichen. Zinnowitz auf der Insel Usedom hat ebenfalls beschlossen, sich der Kampagne anzuschließen. Die Gemeinde ist bereits sehr nachhaltig tätig. Der gesamte Strombedarf der Verwaltung wurde auf Ökostrom umgestellt und Plastikgeschirr vom Strand und aus der Verwaltung verbannt.

Die Landeshauptstadt Schwerin ist seit 2013 Teil der Kampagne der Fairtrade-Towns und organisiert jedes Jahr die Faire Woche als Veranstaltungshighlight mit vielfältigen Aktionen und Mitmach-Angeboten.

Faire Schulweltläden

In sechs Schulen Mecklenburg-Vorpommerns gibt es von Schüler*innen geführte Schulweltläden. Hier lernen Schüler*innen nicht nur den Unterschied zwischen konventionellem und fairem Handel kennen, sondern entwickeln ganz nebenbei ein betriebswirtschaftliches Gespür.

Eine-Welt-Läden

Es gibt auch für Privatpersonen viele Möglichkeiten, einen Beitrag zur Umsetzung des SDG-12-Zieles zu leisten. Es lohnt sich, fair gehandelte Produkte im Weltladen zu kaufen, weil der Verkauf fair gehandelter Produkte das Leben für die Produzent*innen verbessert. In den Weltläden arbeiten größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, die mit ihrem Engagement dafür sorgen, soziale Gerechtigkeit in aller Welt zu erreichen.

Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern