Freie und Hansestadt Hamburg
Hamburg leistet seit Langem einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im globalen Kontext. Projekte und Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit im Ausland sowie entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Hamburg bilden die Komponenten der Hamburger Entwicklungspolitik.
Sachlicher Schwerpunkt bei der Förderung von Auslandsprojekten sind Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen von Armut, zur Förderung der Gleichstellung von Frauen, zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung sowie des Umwelt- und Ressourcenschutzes und die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur in Großstädten.
Von besonderer Bedeutung sind Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in León/Nicaragua, Hamburgs Partnerstadt seit 1989, und Dar es Salaam/Tansania (seit 2010 offiziell Partnerstadt, seit 2011 Entwicklung einer kommunalen Klimapartnerschaft). Die Städtepartnerschaft Hamburgs mit Dar es Salaam feierte 2025 ihr 15-jähriges Jubiläum. Seit Beginn der Partnerschaft wurden zahlreiche Partnerschaften und Projekte in den Bereichen wie Bildung, Umwelt und Wirtschaft initiiert – 49 davon sind bis heute aktiv.
Mit der 2005 errichteten Hamburger Stiftung Asien-Brücke hat der Senat ein eigenständiges Förderinstrument für Projekte nachhaltiger Entwicklung in Süd- und Südostasien geschaffen. Auch direkt fördert die Stadt Projekte nichtstaatlicher Gruppen und Initiativen. Damit wird das bürgergesellschaftliche Engagement angeregt und entwicklungspolitisches Bewusstsein in Hamburg gestärkt.
Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung stellen eine wichtige Ergänzung der Projektförderung dar. Im Rahmen eines Stipendienprogramms werden hauptsächlich Fachkräfte aus Nicaragua, Tansania und Indien zu Qualifizierungsaufenthalten nach Hamburg eingeladen. Gleichzeitig beteiligt sich Hamburg am ASA-Stipendienprogramm, bei dem junge Menschen aus Hamburg durch Seminare und Auslandsaufenthalte dazu ausgebildet werden, globale Zusammenhänge zu erkennen, zu verstehen und zu gestalten.
Hamburg begrüßt das entwicklungspolitische Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger und kooperiert in Vorhaben mit den zahlreichen nichtstaatlichen Organisationen, Initiativen und Netzwerken. Um für das Anliegen des Fairen Handels zu werben, beteiligt sich der Senat seit 2006 an dem Aktionsbündnis „Hamburg mal fair“ mit den lokalen Trägern der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit. Seit 2008 verlangen die Hamburger öffentlichen Beschaffungsstellen zudem bei Ausschreibungen Erklärungen zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen der ILO im Produktionsprozess der gelieferten Waren, seit 2017 gilt eine landesgesetzliche Sollvorschrift zum bevorzugten Einkauf fair gehandelter Produkte. Schon seit 2011 trägt Hamburg die Auszeichnung als „Fairtrade-Stadt“. Unter diesem Zeichen führt Hamburg jährlich eine Reihe von Projekten durch, etwa den „Fairen Beachday“ oder den „Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb“.
Zusätzlich engagiert sich Hamburg im diasporaorientierten wirtschaftlichen Kooperationsprojekt Trade.Impact.Connect zwischen Hamburg und Accra. Das Projekt wird durch AiDiA (Afrodeutscher Startup Pitch) und die Projektstelle Fair Trade Stadt Hamburg umgesetzt. Ziel ist die Stärkung nachhaltiger wirtschaftlicher Zusammenarbeit und des Fairen Handels, die Förderung des Wissenstransfers sowie der Handelsnetzwerke.
Hamburg ist mit derzeit vier Stellen – Dekoloniale Perspektiven im entwicklungspolitischen Engagement; Globales Lernen; Fairer Handel; Junges Engagement – Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit – am Eine Welt-Promotor*innen-Programm beteiligt.
Bei der Ausrichtung seiner entwicklungspolitischen Aktivitäten konsultiert der Senat den von ihm eingesetzten Hamburger Rat für nachhaltige Entwicklungspolitik (RANEP).
Hamburgs Entwicklungspolitik umfasst noch weitere Bereiche, in denen die Stadt über spezielle Ressourcen oder besonderes Fachwissen verfügt. Beispiele hierfür sind die Nord-Süd-Forschung im German Institute for Global and Area Studies (GIGA), der kulturelle Dialog mit den Ländern im globalen Süden, die Förderung des Süd-Nord-Handels sowie die tropenmedizinische Forschung und Ausbildung.
Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg
Referat ST 22 – Entwicklungspolitik, Afrika südlich der Sahara, Städtepartnerschaft mit Dar es Salaam
Hermannstraße 15
20095 Hamburg
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