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Berlin

Global denken, lokal handeln – diesem Anspruch will die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) des Landes Berlin durch eine Vielzahl von Aktivitäten gerecht werden. Über 100 Botschaften, eine Vielzahl an Verbänden mit internationaler Ausstrahlung und über 300 entwicklungspolitische Akteure machen Berlin zu einem Zentrum, an dem vielfältiges Wissen in internationalen Angelegenheiten vorhanden ist und das hervorragende Möglichkeiten der Kommunikation und Außenwirkung bietet.

Der Beirat für Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Arbeit der LEZ und des Senats mit Beratung durch fachkundige Expertinnen und Experten. Das Management der Projektförderungen für Berliner NROs übernimmt die Stiftung Nord-Süd-Brücken (SNSB) im Auftrag der LEZ. Das zivilgesellschaftliche Engagement leistet für die Berliner Entwicklungszusammenarbeit ebenfalls einen sehr wichtigen Beitrag und wird maßgeblich durch das Landesnetzwerk der Nichtregierungsorganisationen (NRO) – den Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) vertreten und gefördert. Der BER ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Nichtregierungsorganisationen und initiiert Diskussionsprozesse mit und in der Zivilgesellschaft.

Der Berliner Senat verabschiedete im Juni 2012 neue Entwicklungspolitische Leitlinien. Im Rahmen seiner darin erarbeiteten Kompetenzen konzentriert sich Berlin auf die entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, die Pflege der Städtepartnerschaften, die Weiterbildung von Fach- und Führungskräften im internationalen Maßstab und die Wahrnehmung seiner Netzwerkfunktion als Bundeshauptstadt.

Mit den neuen Leitlinien hat Berlin eine Modernisierung seiner Entwicklungszusammenarbeit beschlossen. Die Anerkennung eines weltweiten Entwicklungsbedarfes aller Staaten löst die Vorstellung von einer einseitigen Entwicklungspolitik des Gebens und Nehmens ab. Hierdurch soll trotz des Bekenntnisses zu einer besonderen Verantwortung gegenüber ökonomisch schwächeren Ländern eine gleichberechtigte internationale Politik verfolgt werden.

Die Leitlinien zeigen die enge Verbindung von Entwicklungszusammenarbeit mit internationalen und interkulturellen Kooperationen in Wirtschaft, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Öffentlichem Sektor und Migrationspolitik auf.

Ein besonderes Augenmerk legt die Berliner Entwicklungszusammenarbeit auf die Vermittlung von Kompetenzen des Globalen Lernens bzw. des Denkens in globalen Zusammenhängen sowie auf die Förderung des fairen Handels und der fairen Beschaffung. Berlin sieht die Hauptaufgabe seines Engagements deshalb in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Hier wird die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit durch das Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationszentrum e.V. (EPIZ) und durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken (SNSB) unterstützt. Wissen über fremde Kulturen und Länder zu vermitteln und über die Ursachen von Fehlentwicklungen in Industrie- und Entwicklungsländern aufzuklären, bedeutet auch den Ruf Berlins als weltoffene und tolerante Stadt zu festigen.

Durch den Zustrom von Flüchtlingen und die Umsetzung der Sustainable Development Goals stellen sich für Berlin neue Herausforderungen. Als Beitrag zur Berliner Flüchtlingspolitik wird sich die LEZ mit den Themenfeldern Migration, Integration und Willkommenskultur beschäftigen und somit einen Leitgedanken der Entwicklungspolitischen Leitlinien implementieren. Zur Umsetzung der Sustainable Development Goals wird sie Initiativen entwickeln und unterstützen.

Institutionen wie die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Engagement Global gGmbH, das Deutsche Institut für Entwicklung, die Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH (BGZ), das Seminar für ländliche Entwicklung an der Humboldt-Universität zu Berlin sind wichtige Kooperationspartner in der Berliner Entwicklungspolitik. Eine enge Zusammenarbeit findet ebenfalls in Form des ASA-Programms und des Alumniprogramms der Technischen Universität Berlin. In gemeinsamen Veranstaltungen werden Foren für internationalen Erfahrungsaustausch aufgebaut.

Auf Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurde von den Ländern ein Promotor/innen Programm ins Leben gerufen. Die Eine-Welt-Promotor/innen arbeiten in entwicklungspolitischen Organisationen und Initiativen. Sie geben als Expertinnen und Experten Anstöße für global verantwortliches Denken und Handeln und mobilisieren für ein Engagement zu Themen der nachhaltigen Entwicklung. Das Berliner Promotor/innen Programm wird vom Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag koordiniert und von der Stiftung Nord-Süd-Brücken verwaltet. In Berlin arbeiten zurzeit acht Promotorinnen und Promotoren zu den Themen Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements, faires und zukunftsfähiges Wirtschaften, Dekolonialisierung und Antirassismus, Globales Lernen, Klima und Ressourcengerechtigkeit sowie kommunale Entwicklungszusammenarbeit.

Die LEZ unterstützt eine Vielzahl von entwicklungspolitischen Projekten von Berliner NRO in den Bereichen Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie bei Auslandsprojekten im Rahmen von Schul- und Städtepartnerschaften durch Zuwendungen. Insbesondere über das Programm zur Förderung von NRO kann die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit sowohl die entwicklungspolitische Bildungsarbeit mitgestalten als auch ein breites Angebot an ehrenamtlichem Engagement unterstützen. Die entwicklungspolitische Förderung der Berliner NRO wurde 2010 sehr positiv evaluiert. Um die Arbeit von NROs weiter zu fördern und noch mehr Bürgerinnen und Bürgern für ein Engagement in entwicklungspolitischen Bereichen zu interessieren, fördert die LEZ den Aufbau des Eine-Welt-Zentrums. Das Projekt soll einen zentralen entwicklungspolitischen Ort in Berlin realisieren.

Neben nationalen fördert die LEZ auch europäische Projekte. Für das von Europe Aid geförderte sowie preisgekrönte Projekt „Awareness for Fairness“ (A4F) zur Verbesserung der Qualität und der Verankerung des Globalen Lernens in der Bildungslandschaft der EU hat die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit mit „Global Fairness“ ein innovatives Nachfolgeprojekt von 2013 bis 2015 durchgeführt. Das Programm zielt darauf ab, entwicklungspolitische Themen stärker in Curricula, Schulprogrammen und in der Unterrichtspraxis zu verankern. Mit Global Fairness wird die Umsetzung der politischen Zielsetzungen der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit im Themenfeld Globales Lernen unterstützt und die Berliner Städtepartnerschaft mit Prag gestärkt. Langfristig sollen so ein Bewusstsein für globale Fairness gestärkt und Änderungen im Konsumverhalten angestoßen werden.

In Zusammenarbeit mit europäischen Partnern sowie dem EPIZ e.V. fördert Berlin die Kooperation engagierter Stakeholder sowie den Aufbau und die Verbesserung von Netzwerken im Bereich nachhaltige Entwicklung und Good Governance. Mit Berlin als Lead Partner wurde hierzu in Kooperation mit BGZ und EPIZ das erfolgreiche Projekt TriNet Global – Local Authorities, Business Sector and Universities as Agents for Change durchgeführt. Der Austausch zu Best Practice und innovativer Umsetzung von Projekten soll die nachhaltige Entwicklung und das Engagement von Städten, Wirtschaft und Hochschulen fördern. Schwerpunkte der Projektarbeit in Berlin waren Beratungen und Workshops zu städtischer Infrastruktur und ihre Verbesserung im globalen Maßstab, die Förderung der Beteiligung von Unternehmen an internationalen Aktivitäten sowie die Entwicklung und pilothafte Umsetzung von Lernbausteinen zum Globalen Lernen in der Hochschule. Im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen 2015 und TriNet Global erarbeiteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem interaktiven Workshop neue Ansätze und Strategien zur Umsetzung von Innovation Labs als Multi-Stakeholder Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit.

Ansprechpartner/-innen

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit

Martin-Luther-Straße 105
10825 Berlin
Tel.: 030 / 9013-7409
Fax: 030 / 9013-7490
Web: http://www.berlin.de/lez

Stefani Reich
stefani.reich[at]senweb.berlin.de