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Wappen Berlin

Berlin

Die von den Vereinten Nationen verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) sind für alle Staaten zur strategischen Richtschnur geworden. Städte sind für das Erreichen der SDGs ein zentraler Akteur – so auch Berlin.

Die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ist die zentrale Koordinationsstelle für die Berliner Entwicklungszusammenarbeit.

Die Entwicklungspolitischen Leitlinien bilden den strategischen Rahmen. Sie wurden 2012 verabschiedet und 2016 um die Empfehlungen „Nachhaltige Bundeshauptstadt und ihre Verantwortung in der Einen Welt“ des Beirats Entwicklungszusammenarbeit ergänzt. Die in den Leitlinien prioritären Handlungsfelder sind Denken und Lernen in globalen Zusammenhängen, internationale Hochschulkooperationen, internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, eine offene, tolerante und internationale Metropole, Umwelt – und Klimaschutz – urbane Lösungen. Für die kommenden Jahre ist geplant, die Entwicklungspolitischen Leitlinien in einem breit angelegten Partizipationsprozess auf den Prüfstand zu stellen und weiterzuentwickeln.

Berlin steht wie kaum eine andere deutsche Stadt für Internationalität. In der Bundeshauptstadt sind Botschaften, internationale Organisationen und große entwicklungspolitische Institutionen beheimatet. Menschen aus über 190 Nationen leben und arbeiten hier und prägen das Alltagsgeschehen. Berlin zeichnet sich durch ein großes zivilgesellschaftliches Engagement aus - über 100 große und kleine entwicklungspolitische Organisationen sind in der Stadt aktiv. Im Landesnetzwerk der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags wird kontinuierlich an der Vision der „Einen Welt Stadt“ gearbeitet.

Der Beirat Entwicklungszusammenarbeit, dem Mitglieder aus unterschiedlichsten Institutionen angehören, berät das Land Berlin bei der strategischen Weiterentwicklung seiner Entwicklungspolitik.

Institutionen wie die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Engagement Global gGmbH, das Deutsche Institut für Entwicklung, die Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH, das Seminar für ländliche Entwicklung an der Humboldt-Universität zu Berlin sind wichtige Kooperationspartner in der Berliner Entwicklungspolitik. Eine enge Zusammenarbeit findet ebenfalls mit dem ASA-Programm und dem Alumni-Programm der Technischen Universität Berlin statt.

Die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit unterstützt eine Vielzahl von entwicklungspolitischen Projekten von Berliner Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie bei Auslandsprojekten im Rahmen von Schul- und Städtepartnerschaften durch Zuwendungen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Förderung des Globalen Lernens gelegt. Das EPIZ – Zentrum für Globales Lernen – ist die zentrale Berliner Anlaufstelle, wenn es um Fragen zum Globalen Lernen geht. Über das Programm zur Förderung von NRO kann die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit sowohl die entwicklungspolitische Bildungsarbeit mitgestalten als auch ein breites Angebot an ehrenamtlichem Engagement unterstützen. Die Förderung von Projekten der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen in Berlin wurde 2019 positiv evaluiert. Um die Arbeit von NROs weiter zu fördern und noch mehr Bürger*innen für ein Engagement in entwicklungspolitischen Bereichen zu interessieren, fördert die LEZ den Aufbau des Eine-Welt-Zentrums Berlin Global Village. Bereits heute haben zahlreiche entwicklungspolitische NRO dort ihren neuen Arbeitsplatz gefunden. 2021 soll das Zentrum fertig gestellt sein und Büro- und Veranstaltungsräume für rund 40 entwicklungspolitische und migrantisch-diasporische Gruppen bieten.

Im Jahr 2020 hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe einen Sonderfonds aufgelegt, um die von der Corona Pandemie betroffenen Berliner Nichtregierungsorganisationen zu unterstützten, die Digitalisierung zu fördern und Solidaritätsprojekte im Globalen Süden zu finanzieren. Die Beratung der NRO und die Administration des Programms zur Projektförderung für Berliner NROs übernimmt die Stiftung Nord-Süd-Brücken (SNSB) im Auftrag der LEZ.

Auf Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurde von den Ländern ein Promotor*innen-Programm ins Leben gerufen. Die Eine-Welt-Promotor*innen arbeiten in entwicklungspolitischen Organisationen und Initiativen. Sie geben als Expert*innen Anstöße für global verantwortliches Denken und Handeln und mobilisieren für ein Engagement zu Themen der nachhaltigen Entwicklung. Das Berliner Promotor*innen Programm wird vom Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag koordiniert und von der Stiftung Nord-Süd-Brücken verwaltet. In Berlin arbeiten zurzeit acht Promotor*innen zu den Themen Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements, faires und zukunftsfähiges Wirtschaften, Dekolonialisierung und Antirassismus, Globales Lernen, Klima- und Ressourcengerechtigkeit sowie kommunale Entwicklungszusammenarbeit.

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld der Berliner Entwicklungspolitik ist der Faire Handel und die Faire Beschaffung. 2018 wurde Berlin erstmals als Fairtrade Town ausgezeichnet – für 2020 strebt das Land Berlin eine Wiederauszeichnung an. Für eine weitere Stärkung des Fairen Handels hat sich 2019 hat mit Unterstützung der LEZ das Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin gegründet. Das Bündnis vernetzt und koordiniert die zahlreichen Akteure im Fairen Handel und stärkt die Öffentlichkeitsarbeit – z.B. durch die Kampagne #fairmachtschule, einen Kinospot und einen Social-Media Clip. Im Jahr 2020 nimmt auch die Kompetenzstelle faire Beschaffung ihre Arbeit auf. Sie informiert und schult die Berliner Vergabestellen rund um die Möglichkeiten, soziale Standards in öffentliche Beschaffungsvorhaben zu integrieren.

Die Aufarbeitung der Berliner Kolonialgeschichte ist Berlin ein besonderes Anliegen. Daher fördert die LEZ die Koordinierungsstelle Decolonize Berlin. Diese begleitet einen gesamtstädtischen Aufarbeitungsprozess mit Akteuren aus der Verwaltung und der Zivilgesellschaft und unterstützt die Entwicklung eines Aufarbeitungs- und Erinnerungskonzepts zur kolonialen Vergangenheit Berlins.

Weltweit werden Journalist*innen bedroht und an ihrer Arbeit gehindert. Dabei ist die Pressefreiheit eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie. Das Stipendienprogramm, das die LEZ gemeinsam mit Reporter ohne Grenzen entwickelt hat, stärkt und stützt Digital-Journalist*innen, in dem sie für ein viermonatiges Auszeit-Stipendium nach Berlin eingeladen werden. In Berlin bekommen sie Trainings und Fortbildungen zum Thema digitale Sicherheit, können sich mit Kolleg*innen aus aller Welt vernetzen und in einer sicheren Umgebung Kraft für ihre weitere Arbeit tanken. Corona bedingt fand das Stipendienprogramm in 2020 nur digital statt. Ab 2021 sollen dann wieder Stipendiat*innen nach Berlin eingeladen werden.

Berlin pflegt als Stadtstaat eine enge Zusammenarbeit mit den Bezirken. Viele Bezirke haben inzwischen eigene entwicklungspolitische Koordinator*innen, so dass ein regelmäßiger Informationsaustausch und gemeinsame Aktionen von Land und Bezirken das entwicklungspolitische Engagement hervorragend in der Stadt verankern und sichtbar machen. Seit 2020 fördert die LEZ über den Bezirksfonds auch entwicklungspolitische Projekte und Aktionen, die von einem Bezirk initiiert werden aber für ganz Berlin spannend und attraktiv sind. Außerdem werden Berliner Bezirke unterstützt, die entwicklungspolitische Aktivitäten neu in ihrem Bezirk entfalten wollen.

Berlin beteiligt sich regelmäßig an internationalen Projekten. Aktuell läuft das Bund-Länder-Projekt Female Entrepreneurship in Berlin and India (FEBI) in seinem zweiten Projektzyklus. FEBI wird mit Unterstützung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin und enpact e. V. durchgeführt. Ziel des Projektes ist es, Unternehmer*innen in Berlin und Indien miteinander in Kontakt zu bringen, Trainingsmodule durchzuführen und gegenseitige Delegationsreisen und Austausch zu ermöglichen. Somit werden Frauen bei Gründung und Führung von Unternehmen gestärkt und ihnen ökonomische Unabhängigkeit ermöglicht.

Die Berliner LEZ war in den Jahren 2012-2016 an verschiedenen EU-Projekten zur Stärkung des Globalen Lernens und des Fairen Handels beteiligt.

Ansprechpartner/-innen

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit

Martin-Luther-Straße 105
10825 Berlin
Tel.: 030 9013-7409
Fax: 030 9013-7490
Web: www.berlin.de/lez

Stefani Reich
stefani.reich[at]senweb.berlin.de