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Hessen: Ministerpräsident Rhein wirbt in Neu-Delhi für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit

Ministerpräsident Boris Rhein hat das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Indien als „Glücksfall“ und als große Chance für Hessens Wirtschaft bezeichnet.

Bei Gesprächen in Neu-Delhi mit dem Minister für Handel und Industrie, Piyush Goyal, und dem Minister für Kompetenzentwicklung und Unternehmertum, Jayant Chaudhary, sagte der Regierungschef: „Das Freihandelsabkommen mit Indien ist sehr wichtig für unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit.“ Rhein, der von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet wird, warb in der indischen Hauptstadt dafür, die wirtschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen und neue Möglichkeiten für Handel und Investitionen zu nutzen. „Hessen ist die Drehscheibe in Europa für Verkehr, Daten und Finanzen. Wir sind stark bei Pharma und Chemie, Maschinenbau und Automobilzulieferern, immer mehr auch beim Thema Rüstung. Hessen ist das Powerhouse in Deutschland“, sagte Rhein und fügte hinzu: „Ich bin ein großer Verfechter des Freihandels – nicht nur als Antwort auf die amerikanische Zollpolitik. Gut austarierte Freihandelsabkommen, die uns von einseitigen Abhängigkeiten unabhängiger machen und der Wirtschaft neue Exportchancen eröffnen, sind ein Schlüssel für neues Wachstum. Freier Handel schafft Chancen. Freier Handel schafft Vertrauen. Und beides schafft Stabilität und Wohlstand.“ Wirtschaftsminister Goyal, den er als „den Architekten des Freihandelsabkommens“ bezeichnete, dankte er für das Engagement in den Verhandlungen mit der EU.

Das EU-Indien-Abkommen bietet laut Rhein neue Marktchancen für hessische Unternehmen, erleichtert Investitionen und macht Lieferketten stabiler. Schon jetzt gehen mehr als 50 Prozent aller indischen Investitionen in Deutschland nach Hessen. Gute Möglichkeiten sieht der Ministerpräsident unter anderem auch für die hessische Weinwirtschaft. Indien erhebt derzeit einen Zoll von 150 Prozent auf Wein. Im Rahmen des EU-Indien-Freihandelsabkommens soll dieser Zolltarif für Wein aus der Premiumkategorie auf 20 Prozent sinken; für andere Kategorien sind ebenfalls deutliche Zollsenkungen vorgesehen. Der Ministerpräsident sagte: „Für unsere hessischen Winzerinnen und Winzer eröffnet sich damit ein interessanter neuer Absatzmarkt. Gerade beim Riesling und bei unseren hochwertigen hessischen Weinen insgesamt sehe ich erhebliches Potenzial, um den Export nach Indien auszubauen.“ Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien senkt Importzölle nach Indien auf mehr als 90 Prozent der Waren. Es soll Anfang 2027 in Kraft treten.

Privilegierte Partnerschaft beim Thema Fachkräfte

Bei seinem Treffen mit Jayant Chaudhary, dem Minister für Kompetenzentwicklung und Unternehmertum, sprach der Ministerpräsident eine privilegierte Partnerschaft für das Thema Fachkräftegewinnung an. Das Land Hessen schlage vor, die Prozesse zur Anerkennung von Abschlüssen indischer Fachkräfte zu digitalisieren, zu standardisieren und zu zentralisieren. Daran sollten nun beide Seiten gemeinsam arbeiten.

Vor seiner Weiterreise in das indische Finanzzentrum Mumbai hob Rhein zudem hervor, dass stabile politische Beziehungen die Grundlage für die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit seien. „Gerade in Zeiten tiefgreifender geopolitischer Umbrüche ist der enge Austausch mit verlässlichen Partnern wie Indien sehr wichtig. Uns verbindet ein starkes Fundament gemeinsamer Werte: das klare Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Multilateralismus und einer regelbasierten internationalen Ordnung. Indien ist für Hessen deshalb nicht nur ein wichtiger Markt, sondern ein strategischer Partner unter den Demokratien weltweit.“

Der Minister für Internationales, Manfred Pentz, der auf der fünftägigen Reise nach Indien die Wirtschaftsdelegation leitet, sagte: „Indien ist einer der Wachstumsmärkte. Die Politik kann auf dieser Reise Türen öffnen. Hindurchgehen müssen die Investoren und Unternehmen dann selbst. Für ein exportstarkes Land wie Hessen sind internationale Partnerschaften wie diese kein Luxus. Sie sind Voraussetzung für Zukunft, Sicherheit und Arbeitsplatzsicherung vor Ort.“

Hessische Staatskanzlei, Pressestelle