Den kongolesischen Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege hat Ministerpräsident Alexander Schweitzer heute in der Staatskanzlei empfangen. Für seinen herausragenden Kampf gegen den Einsatz von Vergewaltigung als Kriegswaffe wurde Dr. Mukwege 2018 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er ist Menschenrechtsaktivist, Gynäkologe, Gründer und Direktor des Panzi-Krankenhauses in Bukavu. „Es ist mir ein großes Anliegen, das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen als Kriegswaffe ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dieses Kriegsverbrechen wird noch immer allzu oft verschwiegen. Die Arbeit von Dr. Mukwege ist dafür von größter Bedeutung“, sagte der Ministerpräsident.
Dr. Mukwege begann seine medizinische Laufbahn mit der Geburtshilfe. Mitte der 1990er Jahre nahmen gewalttätige Konflikte in seiner Heimatregion im Kongo zu, sexualisierte Gewalt an Frauen und Kindern wurde vermehrt als Kriegswaffe eingesetzt. Daraufhin verlagerte Dr. Mukwege seinen medizinischen Schwerpunkt auf die Behandlungen von Vergewaltigungsopfern. Weltweit wurde er zum führenden Experten für die Behandlung von Verletzungen bei Mädchen und Frauen, die durch Gruppenvergewaltigungen und gezielte Genitalverstümmelungen verursacht wurden. In seiner Heimatstadt Bukavu gründete er das Panzi-Krankenhaus. Neben der medizinischen Versorgung von Opfern sexueller Gewalt wird den Betroffenen hier auch psychologische Betreuung und rechtliche Unterstützung angeboten.
„Dr. Denis Mukweges Engagement für die Menschenwürde ist einzigartig. Seine Arbeit ist ein eindrucksvolles Zeugnis für Mut und Mitgefühl. Durch seine medizinischen und humanitären Bemühungen hat er unzähligen Überlebenden sexueller Gewalt Heilung und Hoffnung geschenkt. Seine Arbeit und Wirken geht weit über die medizinische Versorgung hinaus: Es steht für eine tiefgreifende moralische Haltung für Gerechtigkeit, für Menschenrechte und für den Schutz der Schwächsten. Sexualisierte Gewalt ist in jeder Form zu verurteilen. Das Land Rheinland-Pfalz setzt sich für den Schutz, die Unterstützung und die Rechte der Betroffenen ein“, betonte Ministerpräsident Alexander Schweitzer.
Dr. Denis Mukwege ist auf Grund von Terminen in München, Berlin und Mainz aktuell in Deutschland. Nach seinem Besuch in der Staatskanzlei nahm er an einer Podiumsdiskussion der Universität Mainz zum Thema „Frieden im Kongo – gerecht und dauerhaft?“ teil. Auch die Landesregierung ist besorgt über die anhaltenden gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Region der Großen Seen. Sie appelliert an alle Konfliktparteien, die Waffen niederzulegen, die Zivilbevölkerung zu schützen und eine dauerhafte und nachhaltig verbesserte Sicherheitslage herzustellen.