Die Graswurzelpartnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda lebt von einem vielseitigen Engagement, das die unmittelbare Zusammenarbeit und Begegnung der Menschen beider Länder fördert. In den kommunalen Partnerschaften pflegen rheinland-pfälzische und ruandische Kommunalverwaltungen, Institutionen der kommunalen Aus- und Weiterbildung und Kommunalverbände einen fachlichen Austausch. Bei einem Treffen in der Staatskanzlei kamen Vertreterinnen und Vertreter der derzeit 13 kommunalen Partnerschaften sowie Teilnehmende des Verwaltungsaustauschs zusammen, um ihre Arbeit, ihre Erfahrungen und ihre Zukunftsperspektiven zu teilen.
„Der Austausch in den kommunalen Partnerschaften fördert die interkulturelle und fachliche Kompetenz auf beiden Seiten der Partnerschaft und bietet neue Impulse für die eigene Verwaltungsarbeit. Hier wird das außergewöhnliche Engagement für die Graswurzelpartnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda sichtbar, das dazu beiträgt, dass Menschen in beiden Regionen voneinander lernen und miteinander wachsen können“, sagte Ministerpräsident Alexander Schweitzer im Vorfeld des Treffens.
Staatssekretärin Heike Raab, Bevollmächtigte beim Bund und für Europa und Medien, dankte den zahlreichen Engagierten anlässlich des 7. Ruanda Netzwerktreffens der kommunalen Partnerschaften in der Mainzer Staatskanzlei: „Wir danken Ihnen herzlich für Ihr außergewöhnliches Engagement in den aktuell 13 kommunalen Partnerschaften zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda – jede einzelne steht für langjährige Beziehungen, Vertrauen und ihren persönlichen Einsatz. Kommunale Partnerschaften sind gelebte internationale Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sie zeigen, wie viel möglich ist, wenn Menschen Verantwortung übernehmen.“
So wurde 2025 beispielsweise auf kommunaler Ebene das Agroforst-Kooperationsprojekt zwischen der Verbandsgemeinde Hachenburg und der Universität Koblenz in der ruandischen Partnerregion Gisagara umgesetzt. Als nachhaltiges Projekt im Bereich Umwelt und Soziales verbindet es Ressourcenschutz mit sozialer Teilhabe und Einkommenssicherung vor Ort. Durch die Anpflanzung von Bäumen und gezielte Schulungsmaßnahmen wird ein Umweltbewusstsein bei der lokalen Bevölkerung geschaffen. Gleichzeitig dienen die Baumsetzlinge auch als Einkommensquelle.
Die Graswurzelpartnerschaft mit Ruanda feierte im Jahr 2022 ihr 40-jähriges Jubiläum. Das erneuerte Partnerschaftsabkommen vom 22. Februar 2024 erweiterte bestehende Schwerpunkte, wie den Schulbau unter anderem um die Bereiche Wissenschaft, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Inklusion, Sport, Jugendbegegnungen, Umwelt und Kultur. In den vergangenen 44 Jahren sind über 2.300 Projekte realisiert worden. Seit Beginn der Partnerschaft hat die Landesregierung mehr als 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.