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Vom Grünen Herzen Deutschlands nach Indien: Thüringen knüpft neue Partnerschaften

Ministerpräsident Mario Voigt reist vom 30. Mai bis 6. Juni 2026 mit einer Delegation nach Indien. Die Reise führt nach Neu-Delhi, Hyderabad und Bangalore – drei Städte, die für politische Gestaltungskraft, technologischen Fortschritt und starke Märkte stehen.

 

Was die Reise leisten soll

Konkrete Ziele statt diplomatischer Höflichkeitsbesuche: Im Mittelpunkt stehen handfeste Ergebnisse: Kooperationen in Wirtschaft und Wissenschaft, die Thüringen strategisch voranbringen. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sollen neue Geschäfts- und Kooperationsmöglichkeiten erschließen. Bestehende Kontakte werden vertieft, neue Netzwerke aufgebaut. Thüringen positioniert sich dabei als das, was es ist: ein starker Wirtschafts-, Wissenschafts- und Innovationsstandort.

 

Thüringens Stärken sprechen für sich

Optik, Photonik, Maschinenbau – das sind keine abstrakten Schlagworte, sondern gelebte Kompetenz. Thüringen verfügt über eine leistungsfähige industrielle Basis mit innovativen mittelständischen Unternehmen und eine eng vernetzte Forschungs- und Hochschullandschaft. Die zentrale Lage im Herzen Europas, ein investorenfreundliches Umfeld und hohe Effizienz machen den Freistaat zum attraktiven Partner für internationale Kooperationen.

 

Drei Städte, drei Türen

Neu-Delhi öffnet als politisches Zentrum Indiens den Zugang zu nationalen Entscheidungsstrukturen – unverzichtbar für belastbare wirtschafts- und wissenschaftspolitische Vereinbarungen.

Hyderabad hat sich zu einem der führenden Standorte für IT, Life Sciences und Start-ups entwickelt. Die Stadt steht für einen hochqualifizierten Talentpool, der auch für Thüringer Unternehmen interessant ist.

Bangalore zählt zu den bedeutendsten Innovationszentren der Welt. IT, High-Tech, Luft- und Raumfahrt, Forschung und Entwicklung – hier sind internationale Unternehmen und leistungsfähige Innovationsstrukturen auf engem Raum konzentriert.

 

Ein Moment der Stille und des Respekts

Der Raj Ghat in Neu-Delhi ist kein gewöhnlicher Ort. Hier wurde Mahatma Gandhi am 31. Januar 1948 eingeäschert – einen Tag nach seiner Ermordung durch ein Attentat. Die schlichte schwarze Marmorplatte, umgeben von gepflegten Gartenanlagen, markiert die Stelle seiner letzten Ruhestätte. Eine ewige Flamme brennt dort zum Gedenken an einen der bedeutendsten Freiheitskämpfer der Geschichte.

Ministerpräsident Mario Voigt legte einen Kranz nieder und trug sich in das Gästebuch der Gedenkstätte ein. Als Geschenk erhielt er ein Spinnrad – ein Charkha.

Gandhi, geboren 1869 im westindischen Porbandar, führte Indien mit seiner Philosophie der Gewaltlosigkeit – dem Satyagraha – in die Unabhängigkeit. Sein Weg war kein einfacher. Doch er ging ihn mit Überzeugung, Geduld und dem festen Glauben daran, dass Veränderung möglich ist. Der Ehrentitel „Mahatma" – Große Seele – wurde ihm vom Dichter Rabindranath Tagore verliehen und ist bis heute untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Das Charkha war weit mehr als ein Arbeitsgerät. Gandhi machte das Spinnrad zum Symbol des Widerstands gegen die britische Kolonialherrschaft und für wirtschaftliche Selbstbestimmung. Wer selbst spinnt, ist unabhängig. Diese Botschaft mobilisierte Millionen Menschen. Noch heute ziert das Spinnrad die indische Nationalflagge – als Erinnerung daran, dass Würde und Freiheit nicht geschenkt werden, sondern erarbeitet sein wollen.

Der Besuch am Raj Ghat machte deutlich: Wer Partnerschaften aufbaut, der tut das auf Augenhöhe – und mit dem nötigen Respekt vor Geschichte und Kultur des anderen Landes.

 

Starkes Signal: TU Ilmenau und IIT Delhi unterzeichnen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit

Das Indian Institute of Technology Delhi zählt zu den renommiertesten technischen Hochschulen der Welt. Viele Gründerinnen und Gründer erfolgreicher Start-ups sowie Führungskräfte internationaler Technologieunternehmen kamen aus diesem Netzwerk hervor. Ministerpräsident Mario Voigt besuchte das IIT Delhi gemeinsam mit der Delegation und traf dort auf Studierende, Forschende und Hochschulverantwortliche, die Zukunftstechnologien nicht nur denken, sondern entwickeln.

Im Gespräch mit Studierenden ging es um Innovation, internationale Karrierewege und die Frage, wie Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam vorankommen. Anschließend unterzeichneten das IIT Delhi und die TU Ilmenau eine Absichtserklärung – einen Letter of Intent – zur strategischen Zusammenarbeit. In den Bereichen Studierenden- und Wissenschaftleraustausch, bei gemeinsamen Forschungsprojekten sowie bei Kooperationen in den Bereichen Technologietransfer und Start-up-Förderung will man zukünftig zusammenarbeiten. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Industrial AI (Industrielle Künstliche Intelligenz), einem Zukunftsfeld, das die TU Ilmenau gezielt einbrachte und das für die Wettbewerbsfähigkeit moderner Industrie entscheidend ist.

Für Thüringen ist das mehr als ein akademisches Abkommen. Es öffnet den Zugang zu einem der wichtigsten Talentpools der Welt und schafft die Grundlage für langfristige Kooperationen in Forschung, Digitalisierung und Hightech-Produktion. Die Technologien von morgen entstehen in internationalen Netzwerken und Thüringen sorgt dafür, dass seine Hochschulen und Unternehmen Teil davon sind.

Thüringer Staatskanzlei, Pressestelle